Unfallstatistik 2015 für den Landkreis

Mehr Tote und Schwerverletzte

Darmstadt-Dieburg - Im Landkreis hat der rückläufige Trend aller registrierten Unfälle aus den Vorjahren nicht angehalten.

Auf den Straßen im Landkreis Darmstadt-Dieburg hat es im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2014 wieder häufiger gekracht – auch die Zahl der Toten und Schwerverletzten ist größer geworden. Wie das Polizeipräsidium Südhessen in Darmstadt mitteilt, hat sich die Zahl der Unfälle 2015 gegenüber der im Vorjahr um 372 (+8,29 Prozent) auf 4 861 erhöht. Der in den vergangenen Jahren anhaltende Rückgang der schweren Verkehrsunfälle hat sich nicht fortgesetzt. Die Zahl der Crashs mit Schwerverletzten ist um acht auf 139 angestiegen. Zehn Tote sind zu beklagen, im Vorjahr waren es „nur“ fünf. Darüber kann die leichte Verringerung um zehn Unfälle (-1,56 Prozent) mit Leichtverletzten gegenüber 643 aus dem Vorjahr nicht hinwegtrösten.

Auch Alkohol am Steuer ist wieder ein zunehmendes Problem. Standen lediglich fünf Verkehrsteilnehmer unter Drogen, als sie einen Unfall bauten, waren es alkoholbedingt 115 Fälle, was ein Plus von 42 Prozent bedeutet. Besorgniserregend sind aus Sicht der Polizei nach wie vor die vielen Unfallfluchten. Mit 1 528 gegenüber 1 355 (+12,77 Prozent) aus 2014 machen diese 31,43 Prozent aller registrierten Unfälle im Landkreis aus. Allerdings werden 39 Prozent von der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg aufgeklärt.

Das Unfallgeschehen, an dem Fußgänger, Radfahrer und motorisierte Zweiradfahrer beteiligt sind, stellt sich unterschiedlich dar. Während sich die Anzahl der Unfälle mit Fußgängerbeteiligung von 68 im Vorjahr auf 71 (+4,41 Prozent) etwas erhöhte, verringerte sich die mit Radfahrerbeteiligung deutlich von 210 auf nunmehr 168 (-20 Prozent) – der niedrigste Stand seit mehr als fünf Jahren. Bei den motorisierten Zweiradfahrern hat sich die Anzahl von 184 auf 175 (-4,89 Prozent) verringert.

27 Schwerpunkte, an denen es besonders häufig kracht, führt die Polizei auf, allein 14 davon fallen unter die Rubrik Wildunfälle. Das größte Sorgenkind ist die L  3413 von Habitzheim nach Groß-Umstadt. Die Landesstraße ist für heutige Verhältnisse viel zu schmal. Zweiter Unfallschwerpunkt ist das Semder Kreuz an der B 45. Noch vor wenigen Jahren war auch die B 26 zwischen Dieburg und Babenhausen und weiter in Richtung Bayern ein Negativbeispiel. Besonders unfallträchtig ist die Strecke – laut Statistik – aber nicht mehr.

Häufigste Unfallursache sind laut Ordnungshütern Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren, zu geringer Sicherheitsabstand sowie Verletzungen der Vorfahrt und zu schnelles Fahren. (st)

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