Über 1000 Vierbeiner am Start

Pferdesport mit Volksfestcharakter

Babenhausen - Wegen der Rekordbeteiligung von über 1 000 Pferden an vier Veranstaltungstagen wurden beim 37. Turnier des Reit- und Fahrvereins an der Schwedenschanze drei verschiedene Wettkämpfe parallel ausgetragen. Von Ursula Friedrich

„Das Glück der Erde...“ hat Leonie Eiber auf dem Rücken von Komet gefunden. Im Dressurreiterwettbewerb wurde das Team des Reit- und Fahrvereins Babenhausen Dritter.

„Gestern, das war nur der Aufgalopp“. Manfred Willand nahm eine kurze „Auszeit“ in der Meldestelle. Beim 37. Traditionsturnier des RuF herrschte am Samstag ein unbeschreibliches Gewusel von Rössern, Reitern, Pflegern, mitgeführten Fans und Hunden. „Eigentlich sagen wir jedes Jahr, dass wir an der Kapazitätsgrenze sind“, so der Turnierleiter, aber irgendwie gelingt es, auch bei 1547 Starts, soviel sind es 2015, eine ansprechende Pferdesportveranstaltung zu stemmen. 200 Aktive des RuF Babenhausen sowie Helfer schieben Dienst für den reibungslosen Ablauf, eine gute Turnierküche, gepflegte Reitplätze und mehr. Im Vorjahr wurden rund 1 000 Besucher begrüßt – auf einen solchen Ansturm ist man auch diesmal eingestellt. Insbesondere am heutigen Montag, wenn Pferdesportler im schwersten Wettbewerb um den Sieg reiten: dem S*-Springen mit Stechen ab 17 Uhr. Dieser sportliche Höhepunkt mit Spanferkelessen und anschließendem Konzert des Babenhäuser Blasorchesters hat Volksfestcharakter.

Für die Jugend des Vereins, die im Schulbetrieb das Reiten erlernt, ergab sich am Sonntag in leichteren Prüfungen die Chance, erste Turnierluft zu schnuppern. In den einfachen Reiterwettbewerben wurden die fünf vereinseigenen Rösser gesattelt. Leonie Eiber (11) hat sich im Reit- und Fahrverein die Sporen verdient und inzwischen ein eigenes Pony. „Komet ist erst sechs!“, erklärte die junge Amazone, die im Dressurreiter Wettbewerb Dritte wurde. „Einmal im Monat fahren wir aufs Turnier“, so Mama Heike Eiber, die mit der Reiterei eigentlich gar nichts am Hut hatte – bis Tochter Leonie beim Schnupperreiten im Urlaub „infiziert“ wurde. Die Welt der Pferde zieht vor allem junge Damen unerbittlich in ihren Bann –auch wenn die Verantwortung groß, die Arbeit viel und der Aufwand intensiv ist. Wenn Komet versorgt ist, müssen manchmal die Schulaufgaben abends erledigt werden.

Bilder: 37. Reitturnier an der Schwedenschanze

Unter knapp 600 Reitern aus Hessen und Bayern satteln in 31 Prüfungen auch etliche Profis, die mit einer ganzen Lkw-Ladung vierbeiniger Sportpartner vorfahren. Publikumsmagnet für Besucher sind die zahlreichen M*-Springen auf dem weitläufigen Springplatz – aber auch anmutige Dressuren, die ebenfalls bis Klasse M ausgetragen werden. Hier drängten sich Fachpublikum und Babenhäuser Bürger, die einen Ausflug zur Reitsportanlage machten. Sportliche Impressionen wurden abgerundet von Süßwaren- und Messeständen, dem kleinen Biergarten, und natürlich der munteren Reiterparty am Samstagabend.

Dass alles gelingt, „liegt daran, dass alle Helfer mit 130- prozentiger Leidenschaft ihre Position ausfüllen“, bedankte sich Manfred Willand, der das Turnier gemeinsam mit Ingo Dries leitet, bei seinem Team – „auch der Sanitätsdienst leistet hervorragende Arbeit“. Für den langjährigen Vereinsvorsitzenden Willand ist es das letzte Turnier in dieser Funktion. „Ich bin seit 50 Jahren im Verein“, erklärt er, nach dem 24. Turnier in verantwortlicher Position soll ab kommendem Jahr ein jüngerer Nachfolger ans Ruder. Eine große Hürde gilt es jedoch noch zu nehmen. Wenn am heutigen Montag der letzte mächtige Sprung im S-Springen genommen ist, rüsten sich die Aktiven für die nächste große Veranstaltung. Der Kreisreiterball wird erneut in Babenhausen stattfinden. Rund 600 Gäste erwartet der RuF dann in der Stadthalle, die lachen, tanzen, fachsimpeln und bei der Ehrung den erfolgreichsten Reitern des Kreises applaudieren.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Friedrich, Ursula

Kommentare