Zum Schluss gibt´s ein Mini-Konzert

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In der Rock-Werkstatt im Juz stellten die Bandmitglieder von Switch interessierten Jugendlichen ihre Instrumente vor und studierten einen Rock-Song ein. Die zwölfjährige Elisa wies Florian Hartmann auf dem Schlagzeug ein.

Babenhausen - In der Rock-Werkstatt greifen die jungen Musiker in die Saiten oder bearbeiten das Schlagzeug. Von Michael Just

„1, 2, 3, 4“, zählt Florian Hartmann im Keller des Juz, während Elisa neben ihm am Schlagzeug sitzt und den Takt zu halten versucht. Das ist nicht einfach: Zwar hat die Zwölfjährige den Vorteil, dass sie Noten lesen kann und seit zwei Jahren beim Nachwuchs des Babenhäuser Blasorchesters Schlagzeug spielt, doch ist das eine andere Welt. Bei den Bläsern gelten andere Rhythmen, dazu ist die Verantwortung in einem Orchester geringer, da die Taktvorgabe in den Händen des Dirigenten liegt. In einer Band gibt stattdessen der Schlagzeuger den Takt vor.

Das ließ sich in der Rock-Werkstatt lernen, zu der die städtische Kinder- und Jugendförderung nun einlud. Tatkräftige Unterstützung gab es von der Band Switch und Bandteamer Steffen Huther, der sich bei der Kinder- und Jugendförderung (KiJuFö) um die pädagogische Betreuung junger Musiker kümmert. Da er selbst in drei Formationen spielt, ist sein Wissensschatz groß. „Das ist unser erster Workshop dieser Art“, berichtet Stadtjugendpfleger Michael Spiehl. Damit wolle man Interesse für Musik wecken. Im Idealfall erhoffen sich Spiehl und Huther, als Ergänzung zu Switch, eine zweite Hausband. Die fünfköpfige Gruppe hatte 2011 ihre Anfänge im Partykeller des Juz. Die KiJuFö förderte deren Proben und seit 2013 weist Switch sogar größere Auftritte vor.

Insgesamt meldeten sich für den Workshop ein halbes Dutzend Kinder an. In den drei Stunden war es das Ziel, einfache Töne auf E-Gitarre, Schlagzeug oder Keyboard zu lernen, um als Abschluss das Stück „Seven Nation Army“ von White Stripes zu spielen. Der Klassiker baut auf einem nicht allzu komplizierten, aber dennoch unverwechselbaren Tonmuster, auf. Zuerst wurden die Kinder auf die einzelnen Instrumente und die Bandmitglieder verteilt, um sich danach mit ihren Tutoren in eine ruhige Ecke zum Lernen und Üben zurückzuziehen. Nach der Pause, in der Günther Titz von der KiJuFö Kaiserschmarrn auftischte, wurde dann gemeinsam geprobt, um als Höhepunkt mit dem erlernten Stück ein Mini-Konzert vor den Eltern zu geben. In der Kürze der Zeit offenbarte sich das als ehrgeiziges, aber sekundäres Ziel: „Es geht vor allem darum, dass die Kinder ein Instrument ausprobieren können.“

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In den meisten Fällen erfolgte die Anmeldung für den Workshop durch aufmerksame Mütter: „Meine Mutter hat das in der Zeitung gelesen. Ich wollte aber auch hierher“, sagt Elisa. Die Zwölfjährige ist an diesem Tag die älteste Teilnehmerin, Benjamin (6) der jüngste. Von Lukas Hartmann (16) und Frederik Staudt (17) erhält er die Einführung auf der E-Gitarre. „Du musst den Druck der Finger auf die Saite übertragen“, erklären die Experten. „Achte auf deine Hände. Die dürfen durch ihre Haltung den Ton nicht dämpfen“, gibt‘s als weiteren Tipp. Wie die meisten Kinder im Workshop bringt Benjamin schon musikalische Vorerfahrung mit: So ist der Sechsjährige in einer Musikschule gerade dabei, Gitarre zu lernen. Auch Switch-Sängerin Laura Müller ist mit dabei: Der neunjährigen Johanna bringt sie den Text zu „Seven Nation Army“ bei.

In der Chor AG ihrer Schule ist Johanna aktiv und im TV verpasst sie bei „The Voice of Germany“ kaum eine Folge. Dennoch erweist sich der englische Text für sie als nicht einfach. Mit ihrer Tutorin hört sie sich das Lied erstmal auf YouTube an, um Melodie und Aussprache kennenzulernen.

Schließlich ist es dann soweit: Eltern, Switch und die jungen Schüler sind gespannt, wie gut ihr Song „rüberkommt“. Am Ende klappt alles besser als erwartet. „Natürlich kann man nach so kurzer Zeit kein perfektes Zusammenspiel erwarten“, resümiert Huther. Für ihn hat die Rock-Werkstatt Zukunft. 2015 macht ein Großteil von Switch Abi, danach könnten sich die Mitglieder zum Studium oder für Auslandsaufenthalte weit verstreuen. „Deshalb wäre eine neue Generation junger Musiker im Juz klasse. Die Räumlichkeiten und die Instrumente sind da“, weiß Huther.

Quelle: op-online.de

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