Veranstaltungen im alten Kleinod

Kultur in der Alten Kapelle

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Die Kapelle in Schaafheim ist bereits 500 Jahre alt.

Schaafheim - „Beklagenswert“, so beschrieb Eike Meyer, ehemaliger Vorsitzender des Schaafheimer Heimat- und Geschichtsvereins, den Zustand der Alten Kapelle im Jahr 2003. Von Katrin Görg 

Der mittlerweile verstorbene Hans-Joachim Hassengier vom hessischen Landesamt für Denkmalpflege gab mit den Worten: „Da machen wir was“, den Anstoß zur umfangreichen Sanierung des 500 Jahre alten Kleinods. Restauratoren, Denkmalpfleger, Architekten und tatkräftige Mitglieder des HGV krempelten die Ärmel hoch, befreiten den Dachboden von Schutt, legten die ursprüngliche Eingangstür und den Außenputz von 1515 frei, entfernten nachträglich eingesetzte Wände im Innenraum, brachten den alten Sandsteinboden auf Vordermann und verliehen dem Interieur einen neuen Anstrich.

„Der Ursprungsbau von 1515 war vermutlich Teil der Befestigung rund um den alten Siedlungskern“, erklärt Meyer. Die genaue Datierung ermöglichten dendrochronologisch Untersuchungen von Holzproben aus dem Dachgebälk im Zuge der Erneuerungsarbeiten. An der Ostseite der Kapelle, die als Andachtsraum neben der damaligen Kirche lag, ist noch heute ein zum Originalbau gehörendes, halbrundes Fenster zu erkennen. Ihren sakralen Charakter verlor die Kapelle, als die Reformation 1545 Einzug in Schaafheim hielt. 1570 wurde sie zur Schule umgebaut. Im 18. Jahrhundert stand das Gebäude lange Zeit leer, später nutzte man die ehemalige Kapelle als Behelfsschulhaus, während die Schule am Markplatz und die Schule in der Lindenstraße gebaut wurden. 1908 folgte der Umbau zum Leichenhaus und 1945 dienten die Räumlichkeiten – so wird vermutet – als Unterschlupf für die Anwohner, nachdem die amerikanischen Truppen auch Schaafheim erreicht hatten.

Seit 1979 hat die evangelische Kirchengemeinde die Kapelle gepachtet und nutzt sie als Raum für gemeinschaftliche Zwecke. 2015 geht die Veranstaltungsreihe „Kultur in der Alten Kapelle“ in die dritte Runde. Den Anfang macht eine Gemäldeausstellung am heutigen Samstag (30.) mit Werken aus dem Zyklus „Engel“ von Ludmilla und Evelyn Wilkening aus Schöllkrippen (geöffnet am 30. und 31. Mai. sowie am 4., 6. und 7. Juni von 18 bis 20 Uhr). Zwischen dem 9. und 13. Juni gibt es täglich ab 20 Uhr Gesprächsabende zum Vaterunser mit Dieter Dahmen von der Christusträger-Bruderschaft. Am 14. Juni wechselt der Schauplatz in die Kirche, wo um 18 Uhr das Konzert „Wie im Himmel, so auf Erden“ mit Liedern von Christoph Zehendner beginnt. Zum Schmunzeln regt am 24. Juni um 20 Uhr die szenische Lesung „Mögliche Begegnungen“ von Paul Barz an. Eine weitere Lesung gestalten Eicke Meyer und Horst Bernhardt am 1. Juli um 20 Uhr unter dem Titel „Der unbekannte Jesus – Entdeckungen eines Christen“. Ihr musikalisches Können stellen am 15. Juni um 20 Uhr junge Schaafheimer Musiker unter Beweis.

Letztes Abendmahl: Das wurde aus den zwölf Aposteln

Die Geschmacksnerven werden am 18. Juli gefordert, wenn ab 20 Uhr die Frage „Was’n des für’n Käs“ bei einer Käseverkostung geklärt wird. Ein buntes Unterhaltungsprogramm erwartet die Gäste beim Sommerfest der Kirchengemeinde am 25. und 26. Juni. Filmfans kommen am 29. Juli (Monsieur Claude und seine Töchter), 5. August (Von Menschen und Göttern) und 12. August (Salami Aleikum) jeweils um 20 Uhr auf ihre Kosten. Vom 18. Juni bis 6. August halten Pfarrer Christoph Baumann und Pfarrer Stefan Thomanek jeden Donnerstag Taizé-Andachten von 19 bis 19.45 Uhr in der Alten Kapelle.

Zu den Höhepunkten der Veranstaltungsreihe gehört das „Candlelight Dinner für Paare“, das wegen der großen Nachfrage an zwei Terminen stattfindet. Für das festliche Essen am 14. und 15. August wird deshalb auch um Anmeldung gebeten: s 06073 88528, buero@evkircheschaafheim.de.

Quelle: op-online.de

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