Plakate für eine bessere Welt

Schaafheimerin sammelt Unterschriften für G 7-Gipfel

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Anna Epah setzt sich mit ihren Plakaten gegen weltweite Armut ein.

Schaafheim - Gegen Armut und Hunger und gegen die daraus resultierende Diskriminierung von Frauen setzt sich Anna Epah ein. Sie ist Jugendbotschafterin der Non-Profit-Organisation „One“. Von Katrin Görg 

„Als Frau bekommst Du kein Bankkonto!“, lesen neuerdings diejenigen, die in Schaafheim schnell mal Geld abheben wollen. Dem Satz „Du musst an Durchfall sterben“, begegnen Patienten beim Arzt und in der Bäckerei mahnt ein Plakat: „Du musst hungrig schlafen gehen!“

Hinter der Aktion steht Anna Epah, die sich seit Kurzem als eine von 50 ehrenamtlichen Jugendbotschaftern der Non-Profit-Organisation „One“ gegen extreme Armut auf der Welt einsetzt. „Die drastischen Worte drücken aus, was für Menschen in Entwicklungsländern die Realität ist“, erklärt die 19-jährige Theologiestudentin. „Es ist praktisch das, was wir ihnen sagen, wenn wir die Füße still halten und nichts gegen die dort herrschenden Umstände unternehmen.“

Die Slogans mit den erschreckenden Fakten hat sich Epah selbst ausgedacht. Hilfe bei der visuellen Umsetzung bekam sie entgeltlos von Profis aus der Umgebung. Von mitleiderregenden Bildern, die ausgemergelte Kinder mit großen, traurigen Augen zeigen, hält die junge Frau nichts: „So etwas verursacht nur ein schlechtes Gewissen und stellt die Menschen, um die es geht, in einem falschen Licht dar.“

Unterschriften für Online-Petition sammeln

Das konkrete Anliegen hinter Epahs Plakataktion ist, Unterschriften für die Online-Petition zu sammeln, mit der „One“ dafür plädiert, die Themen Entwicklungsarbeit und die Situation von Frauen und Mädchen weltweit in einem möglichst großen Umfang auf die Tagesordnung des G 7-Gipfels am 7. und 8. Juni zu setzen. Das Projekt ist Teil der Kampagne „Armut – Frauen stärken, Armut beenden“, die „One“ vor dem Hintergrund der These „Armut ist sexistisch“ für 2015 ins Leben gerufen hat.

„Würde das Entwicklungspotenzial von Frauen genutzt, wäre das der Schlüssel zur Bekämpfung extremer Armut in der Welt“, erklärt die Schaafheimerin und stützt sich auf eine Studie, die die Non-Profit-Organisation bereits im März veröffentlicht hat. Demnach könnte man die Zahl der chronisch Hungernden um weltweit 150 Millionen senken, wenn Frauen in den ärmsten Ländern denselben Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und landwirtschaftlichen Produktionsmitteln hätten wie Männer.

Anna Epahs prominente Mitstreiter in derselben Angelegenheit sind die Schauspielerin Maria Furtwängler, Sängerin Lady Gaga oder U 2-Bandmitglied Bono. „Mich beschäftigt das Thema Armut schon seit meiner Kindheit. Mein Vater kommt aus Kamerun und unsere Familie ist dort auf seine finanzielle Unterstützung angewiesen“, erzählt Epah. „Richtig vor Augen geführt wurde mir das Ausmaß weltweiter Armut allerdings erst letztes Jahr bei einem viermonatigen Freiwilligeneinsatz auf den Philippinen.“

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Seitdem die Studentin in Manila das Leid vieler Philippinos gesehen hat, bedeutet für sie Armut mehr als erschreckend hohe Zahlen und Fakten. „Ich habe gesehen, dass hinter jeder Ziffer ein Mensch steht, für den auch die kleinste Hilfe einen Unterschied im täglichen Kampf bewirkt“, so Epah. Diese Erfahrung hat der Schaafheimerin letztendlich den Anstoß für ihr Engagement bei „One“ gegeben. Als Jugendbotschafterin wird sie ein Jahr im Einsatz sein, will aber nicht ausschließen, sich erneut zu bewerben. Es gibt noch viel zu tun, bis das Ziel der Organisation, extreme Armut bis 2030 beendet zu haben, umgesetzt wird. Gefragt ist jeder einzelne – eine Stimme kann unter one.org/mut2015 abgegeben werden.

Wer bereit ist, Plakate aufzuhängen, kann sich unter 0152/56164116 oder ebamu95@me.com bei Epah melden.

Quelle: op-online.de

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