Ein Ende ist noch nicht in Sicht

+
Die Babenhäuser Schlossfreunde rechnen trotz Terminverspätung fest mit der Eröffnung des neuen Hotels im Schloss. Seit bald neun Jahren eine Baustelle: Das Babenhäuser Schloss.

Babenhausen - Manfred Lautenschläger heißt der alte und neue Vorsitzende der Schlossfreunde Babenhausen. Bei der jüngsten Hauptversammlung wurde er in seinem Posten bestätigt. Lautenschläger ist seit 2008 im Amt, die Wahlen finden alle zwei Jahre statt. Von Michael Just 

Auch zweiter Vorsitzender Klaus Mohrhardt wurde wiedergewählt. Den Vorstand komplettieren Geschäftsführer Günter Blickhan sowie die Beiratsmitglieder Kurt Schäfer sowie Karin und Heinz Lach. Der Abend begann mit einem Vortrag über „Die hoch- und spätmittelalterliche Pfarrkirche in Babenhausen als Element der Residenzbildung“. In dem mit 40 Plätzen bestuhlten und vollbesetzten Mühlensaal setzte Dr. Lars Adler, Archivoberrat am Darmstädter Staatsarchiv, das Gotteshaus in einen direkten Zusammenhang zum Schloss. Adler war Mitautor des kürzlich vom Landesamt für Denkmalpflege herausgegebenen Buches zur Babenhäuser Stadtkirche.

Die Grundausrichtung der Schlossfreunde umriss Lautenschläger damit, den Kontakt zu den neuen Schlossherren zu wahren: „Wir wollen Mittler zur Öffentlichkeit sein, dabei über Neuerungen informieren und regelmäßig versuchen, Führungen anzubieten.“ Aus Respekt vor den Eigentümern gehe man dabei unaufdringlich vor. Der Stammtisch im Frühjahr sowie die Hauptversammlung bilden derzeit die zwei wichtigsten Termine für den Verein. In Kombination mit Schlossführungen beziehungsweise Vorträgen sollen sie auch die Bevölkerung ansprechen. Dass sie das tun, bewies die Schlossbesichtigung im Mai diesen Jahres mit 200 Teilnehmern.

Den engsten Kontakt zu den ukrainischen Schlossbesitzern, die ein Hotel der Extraklasse planen, hält Klaus Mohrhardt. Wie er sagt, sei Geduld gefragt, da sich die politische Instabilität der Ukraine auch auf die Arbeiten am Hotel und den Geldfluss niederschlagen. Schließlich säße die Alfa-Consulting in Kiew. Als wichtigsten Fortschritt verwies er auf die Fertigstellung der Außenfassade sowie die Umrüstung der 400 Schlossfenster aus dem Jahre 1901 mit Isolierglas. Laut Mohrhardt könne man sich sicher sein, dass die Arbeiten, trotz reduziertem Bautrupp, nicht stagnieren. Das rühre schon von den Baugenehmigungen her: „Werden die nicht in einem gewissen Zeitraum erfüllt, müssen sie neu beantragt werden. Das wäre ein sehr aufwendiger Prozess.“

Als kommenden Meilenstein nannte der Babenhäuser das Frühjahr 2015. Dann sollen die Arbeiten für die An- und Neubauten ausgeschrieben werden. Dazu zählen Technik-Gebäude, Wellness-Bereich und Anbindungen, die zum Teil unterirdisch sind. Auch ein neues, stählernes Treppenhaus mit Aufzügen gehört dazu, um das Schlosshotel komfortabel zu erschließen. Auch wenn die Arbeiten bald ins neunte Jahr gehen und sich beim Ausbau der Zimmer noch nichts getan hat, gibt Mohrhardt Zweiflern eine Absage, die glauben, dass das Hotel nie realisiert wird: „Dafür waren die Investitionen schon viel zu hoch.“

Wann mit der Fertigstellung zu rechnen ist, kann er nicht sagen. Laut seinen Worten bringe es nichts, Jahreszahlen anzuberaumen, die, wie schon einmal mit 2013, nicht eingehalten wurden. Zu viele Faktoren, wie auch die Denkmalpflege, würden eine Rolle spielen. Derzeit könne man aber von der Strategie ausgehen, dass es keine Kompletteröffnung geben wird. Teilbereich für Teilbereich und Flügel für Flügel, sei der sinnigste Weg. Vorerst wird man sich weiter gedulden müssen. Auch wenn es dauert, sieht Mohrhardt derzeit eine positive Grundeinstellung zu den Schlosshotel-Plänen in der Bevölkerung. Für ihn hat sich die anfängliche Skepsis nach dem Kauf gewandelt: „Mittlerweile ist die Auffassung der Babenhäuser konstruktiv und positiv, dass das was zum Nutzen der Stadt entstehen könnte.“

Quelle: op-online.de

Kommentare