Kindertagesstätte „Wichtelwald“ profitiert von Programm

Schlüssel zur Sprache finden

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Im Beisein von Leiterin Sabine Penther führt die vierjährige Nisa Bundestagsabgeordneten Jens Zimmermann durch die Kita „Wichtelwald“. Hier erklärt sie die an der Wand hängenden Hausregeln.

Babenhausen - „Sprach- Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ lautet der Titel eines Förderprogramms. Wie es in der Kita „Wichtelwald“ angenommen wird, darüber informierte sich der Bundestagsabgeordnete Jens Zimmermann. Von Norman Körtge 

Nisa weiß wo es lang geht. Selbstsicher und auch mit ein wenig Stolz führt die Vierjährige die Besuchergruppe um SPD-Bundestagsabgeordneten Jens Zimmermann durch den „Wichtelwald“. So heißt die Kindertagesstätte an der Jürgen-Schumann-Straße, die wie alle städtischen Kitas vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) verwaltet wird. Unterstützung erhält sie dabei von Kita-Leiterin Sabine Penther. „Prinzessin“ lautet Nisas Antwort, als sie gefragt wird, was sie in dem Zimmer gerne spielt. Und schon wandert der Blick zu den drei an der Wand hängenden, illustrierten Hausregeln, die Nisa brav aufsagt: „Wir sind freundlich zueinander“, „Wir gehen“, „Wir sprechen leise“. Die kurze Führung durch die Einrichtung endet schließlich in der Waldecke, in der sich gerade eine Gruppe bereit macht, um einen Ausflug in den Forst zu unternehmen. Nicht ohne, dass eine Erzieherin noch einmal die Verhaltensregel abfragt. „Nichts pflücken und essen. Es gibt giftige Sachen und Pilze“, antwortet Marlon. Später möchte Zimmermann zu der Gruppe im Wald dazukommen.

Doch vorher widmet er sich dem Hauptgrund seines Besuchs in der parlamentarischen Sommerpause – dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“, das seit Januar läuft und auf drei Jahre ausgelegt ist. 100 Millionen Euro stellt der Bund zur Verfügung, um 4000 halbe Stellen für die Sprachförderung zu finanzieren. Die Kita „Wichtelwald“, die bereits am Vorgängerprogramm teilnahm, hatte sich erneut beworben und eine der begehrten Stellen zugesprochen bekommen.

Als „wertvolle Bereicherung“ in der Arbeit mit den Kindern bezeichnet Penther die Fachkraft. Da sei nun jemand, der einen speziellen Blick auf die Sprache habe und sie und ihre Kollegen bekämen viel Hintergrundwissen vermittelt. „Unsere Haltung zu dem Thema hat sich verändert“, bilanziert die Kita-Leiterin bereits nach knapp acht Monaten: „Wir lernen im Dialog mit den Kindern.“ Wichtig in diesem Zusammenhang sei, berichtet Martina Barz, beim ASB-Regionalverband Südhessen zuständige Kita-Bereichsleiterin, dass die Fachkraft nicht dazu verwendet werden darf, um Personalmangel aufzufangen, sondern ausschließlich für die Sprachförderung da ist.

Die gravierendsten Mängel in deutschen Kitas

BundestagsabgeordneterZimmermann bekräftigt im Gespräch mit der Kita-Leitung die Bedeutung des Lernortes „Kindertagesstätte“. So leicht wie in diesem Alter würden die wissbegierigen Kinder nie mehr lernen, meint er. Und der Politiker räumt zugleich mit dem Klischee auf, dass Sprachförderung nur für Kinder aus Migrantenfamilien notwendig sei. Auch ein „Max Müller“ könne dies, je nach dem was ihm nicht aus dem Elternhaus mitgegeben wurde, nötig haben. In der Kita würden Grundlagen für den Erfolg in der Schule gelegt: „Chancengleichheit fängt hier an.“

Quelle: op-online.de

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