Chöre messen sich in Anlehnung an den ESC

Schöneberger hätte es gefallen

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Ein bunter Abend war der Babenhäuser Song Contest, den der Volkschor zu seinem Jubiläum ausrichtete.

Babenhausen - Nach seiner gelungenen Auftaktmatinee zum 175-jährigen Bestehen stand am Samstag für den Gesangverein Volkschor-Sängerbund die nächste Festveranstaltung an: Mit dem Eurovision Song Contest (ESC) als Vorbild, lud er zum freundschaftlichen Wettstreit von zehn Chören in die Stadthalle ein. Von Michael Just 

Es war im Mai, als sich Deutschlands gefragteste Moderatorin, Barbara Schöneberger, mit ihrer kessen Lippe sowie ihrem attraktiven Äußeren beim ESC erneut in Szene setzte. Nun hätte sie beim Babenhäuser Song Contest in der Stadthalle ebenfalls dabei sein können. „Wir haben angefragt. Aber sie muss auf ihr Kind aufpassen“, bedauerte Vorsitzender Fritz Richter die Absage.

Natürlich war allen im Saal schnell klar, dass es sich dabei um einen Scherz handelte. Gepasst hätte die Anwesenheit der Münchnerin aber schon, denn auch in der Stadthalle ging es um Gesang, Abstimmung und einen Gewinner. „In Anlehnung an den ESC haben wir uns überlegt, dass Chöre aus Babenhausen und der Nachbarschaft in einem fairen Wettbewerb gegeneinander antreten. Dabei sollen sie ein breites Spektrum ihres Könnens bieten“, erklärte Richter die Grundidee. Insgesamt zehn Gruppen aus acht Vereinen nahmen die Einladung an. Besonders freute die Organisatoren, dass alle Chöre der Stadt, sprich Eintracht Babenhausen, Liederkranz Langstadt, Sängerlust Harreshausen, die Bruderkette Sickenhofen und der Liederkranz Hergershausen zugesagt hatten. Des weiteren reisten Sänger aus Dornheim, Dieburg und Klein-Welzheim an. Zu diesen Vereinen hegt der Volkschor Verbindungen, etwa durch Dirigentin Anne Paul, die dort ebenfalls Chöre betreut oder Aktive, die in beiden Gesangsformationen die Stimme erheben.

Keine Stimmen für sich selbst

Jeder Chor sang zwei Stücke. Damit es keine Überschneidungen gibt, wurden die Titel vorher eingereicht. An die Sänger wurden Wertungsbögen verteilt. Auf diesen fehlte jeweils der eigene Verein, um nicht für sich selbst stimmen zu können. Die Gastgeber wirkten ebenfalls mit, allerdings außer Konkurrenz. Zur Begrüßung brachten sie passend „Sing mit mir“ dar, während der Auszählung unterhielten sie mit drei weiteren Stücken. Wie sich im Verlauf des Abends herausstellte, spielte der Wettbewerbsgedanke nur eine untergeordnete Rolle. Fast alle Teilnehmer waren gekommen, um eine Visitenkarte ihres Vereins abzugeben beziehungsweise Werbung für das Singen in der Gemeinschaft zu machen.

Einige Aktive hätten gerne mehr als zwei Stücke zum Besten gegeben: „Das ist heute Abend schon eine immense Anzahl an Chören“, konstatierte Andrea Stuhlmüller von der Sängerlust Harreshausen. Trotzdem fand sie die Veranstaltung gelungen: „Wir erleben hier ein Stück Kultur, die man pflegen sollte“. Für sie war es wichtig, dass man nicht nur Profi-Konzerte besucht, sondern sich auch auf kleiner Ebene Aufmerksamkeit schenkt und zuhört. Gerne dürfe man dann auch loben und kritisieren, da jeder Sänger wisse, wie schwer so manches beim Einstudieren ist.

Für den Volkschor-Sängerbund war es die zweite Großveranstaltung im Jubiläumsjahr. Laut dem Vorsitzenden habe man damit das geplante Soll erfüllt. Der Abschluss sei nun bei der Sängerehrung des Landkreises im Advent geplant, in dessen Rahmen der gemischte Chor nochmal sein Gesangsvermögen zeigen will. Nach dem Song Contest darf man sich darauf zurecht freuen. Der dauerte zwar zweieinhalb Stunden, Längen kamen aber nicht auf, da mit nur zwei Stücken pro Chor das Motto „In der Kürze liegt die Würze“ zählte. Zum Schluss wurde es mit der Gewinner-Krönung nochmal spannend. Über ein Weinpräsent durfte sich der Liederkranz Klein-Welzheim freuen, der mit „Weit, weit weg“ überzeugte. Wie beim echten ESC auch, wurde das Siegerlied noch einmal vorgetragen.

Quelle: op-online.de

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