Schönwetterphase bleibt aus

Schwimmbad-Leiterin zieht eine ernüchternde vorläufige Bilanz

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Hechtsprung ins Becken: Wie diese beiden Herren nutzten viele das kurzzeitige sonnige und warme Wetter aus, um ins Schwimmbecken einzutauchen.

Babenhausen - In gut drei Wochen ist die Freibadsaison bereits wieder zu Ende. Eine Entscheidung, wie es danach mit dem Schwimmbad weiter geht, muss noch im September fallen. Von Norman Körtge 

Der Sonntag war endlich mal wieder ein echter Hochsommertag, und auch am Montagnachmittag luden Sonnenstrahlen und warme Temperaturen ins Babenhäuser Freibad. Doch am gestrigen Dienstag schon wieder ein anderes Bild. Zwar kämpfte sich die Sonne immer mal wieder durch Wolkenlücken, das Thermometer knackte aber nur mit Mühe die 20-Grad-Marke. Und in den kommenden Tagen sieht es nicht viel besser aus. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Schwimmbad-Betriebsleiterin Dalila Kahl und meint damit den Sommer 2016. Seit 40 Jahren, davon 25 Jahren auch in Babenhausen, arbeitet sie bereits in Schwimmbädern. Aber sie kann sich nicht an Sommer erinnern, in dem es nicht mindestens eine sonnige Schönwetterphase über mindestens ein bis zwei Wochen gab. „In diesem Jahr war es mal zwei oder drei Tage am Stück schön, dann schon wieder nicht“, erzählt sie. Aus langjähriger Erfahrung weiß Kahl allerdings, dass es mindestens zwei oder drei Tage gutes Wetter braucht und die Perspektive für die kommenden Tage stimmen muss, damit die Massen ins Freibad strömen.

Dementsprechend mies wird die diesjährige Badesaison, die bereits in gut drei Wochen am 4. September endet, ausfallen, ist sich Kahl sicher. Genaue Zahlen kann sie allerdings noch nicht vorlegen. Erfreulich allerdings, dass sich der Saisonkartenverkauf – 164 Erwachsene haben in diesem Jahr eine erworben – auf dem Niveau der Vorjahre eingependelt hat. Dass die Ende Juni aus Kostengründen – wie berichtetet stimmten CDU und Freie Wähler in der Stadtverordnetenversammlung gegen eine Erhöhung der Grundsteuer B – abgestellte Beckenwasserheizung Einfluss auf die diesjährigen Besucherzahlen haben wird, glaubt die Betriebsleiterin nicht. Die Edelstahlbecken würden bei Sonneneinstrahlung das Wasser schnell erwärmen, weiß sie. So betrug am Montag die Wassertemperatur 22,1 Grad. Mit Heizung sei der Standard zuvor bei 23 Grad gewesen. Wie es allerdings im kommenden Frühjahr aussehe, wenn bei der Saisoneröffnung deutlich kühlere Außentemperaturen herrschen werden und die Heizung weiter ausbleibe, daran mag momentan keiner denken.

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Und es ist derzeit auch noch nicht ganz sicher, ob der Bäderservice Kahl dann überhaupt noch das Freibad betreiben kann, falls es wegen des städtischen Haushaltsdefizits gänzlich geschlossen bleibt. Mit mehr als 600.000 Euro bezuschusst die Stadt das Schwimmbad jährlich. Eine Entscheidung, ob und wie es im kommenden Jahr weitergehen könnte, ist auf jeden Fall bis Ende September zu fällen. Kündigt die Stadt von sich aus nicht den Vertrag mit dem Bäderservice Kahl, verlängert sich dieser automatisch um ein Jahr.

Dalila Kahl jedenfalls liegt viel daran, dass das Schwimmbad erhalten bleibt. Es gehe nämlich nicht nur um die Wassserflächen. „Das Schwimmbad ist eine große soziale Einrichtung für alle Bevölkerungsschichten. Es ist ein Treffpunkt für Jung und Alt“, sagt sie. Babenhausen ohne Schwimmbad sei kaum vorstellbar.

Quelle: op-online.de

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