Seniorennachmittag

Erinnerung an damals hilft heute

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Viele Senioren genossen den unterhaltsamen Nachmittag in der Stadthalle.

Babenhausen - Rund 270 ältere Babenhäuser füllten am Samstagnachmittag die Stadthalle, um gemeinsam ein paar gesellige Stunden zu verbringen. Von Petra Grimm

Neben einem bunten Unterhaltungsprogramm bei Kaffee, Kuchen und belegten Brötchen erklangen beim städtischen Seniorennachmittag auch ernste Worte. Bürgermeister Joachim Knoke sprach die Ängste an, die manch einer wegen der Anzahl der Flüchtlinge, die in der Kaserne untergebracht werden, hätte. Er spannte einen Bogen in die Vergangenheit, zu den Erinnerungen seiner Großeltern und anderer Menschen dieser Generation, die mit ihren Kindern im zerbombten Deutschland nach dem Krieg Schwieriges erlebt haben. „Viele von ihnen kennen die Zeiten, in denen es den Menschen nicht so gut ging wie uns heute in einem der reichsten Länder der Welt.“

Aber die Menschen hätten sich nicht unterkriegen lassen und gemeinsam geräumt und Deutschland wieder aufgebaut, auch mit der Unterstützung vieler Flüchtlinge und Gastarbeiter. „Das war eine großartige Leistung, für die wir danke sagen“, so Knoke, der darauf verwies, dass wir es in der aktuell schwierigen Lage im Vergleich zu damals doch leichter hätten. „Wir leben nicht nur in einem reichen Land mit einer guten Infrastruktur, sondern haben auch eine erfahrene Generation über uns. Wir brauchen Sie und ihr Wissen. Heute wollen wir gemeinsam feiern und morgen unseren Beitrag zu einem friedlichen Miteinander aller Menschen leisten“, sagte der Bürgermeister zu den Senioren.

Er erwähnte das freiwillige Engagement einer jungen Syrerin, die erst vor wenigen Tagen in Babenhausen angekommen sei. Wie andere auch habe sie gefährliche und schwere Tage auf der Flucht erlebt. „Trotzdem stand sie heute morgen um 9 Uhr hier parat, um gemeinsam mit Menschen, die ihr völlig fremd sind, für den Seniorennachmittag Brötchen zu schmieren.“ Diese junge Juristin habe sich bereits in Syrien ehrenamtlich engagiert. Auch beim Seniorennachmittag in Harreshausen hatten junge syrische Männer freiwillig mit angepackt, um die Halle ein- und auszuräumen. „Die wollen uns nicht die Butter vom Brot nehmen“, sagte der Bürgermeister.

Pfarrerin Andrea Rudersdorf, die auch die Grüße der katholischen Gemeinde überbrachte, sprach über den Reformationstag und wünschte den Zuhörern, dass sie, wie Martin Luther, spüren, dass Gott an ihrer Seite ist. Jede Menge Höhepunkte bot zudem das Unterhaltungsprogramm, das Ortsvorsteher Walter Herbert zusammen gestellt hatte. Eröffnet wurde es vom Kinderchor der Eintracht unter der Leitung von Ilka Bauersachs unter anderem mit dem Volkslied „Kein schöner Land in dieser Zeit“. Mit stimmungsvollem Gesang, darunter das „Babenhausen Lied“, trug auch der Volkschor-Sängerbund unter der Leitung von Isolde Jerch zum Gelingen bei.

Pflegekurse erleichtern die Versorgung der Lieben

Der originellste Programmpunkt kam vom TVB, der eine Damenriege unter der Leitung von Alice Sauer als Orchester auf die herbstlich geschmückte Bühne entsandte. Diese Formation in weißem Hemd und mit Fliege am Hals begleitete auf gemischten Luftpumpen die Tritsch-Tratsch-Polka, die vom Band tönte. Dieser humorige Beitrag sorgte für Gelächter und viel Applaus im Saal. Gewohnt schwungvoll und gekonnt war die TVB-Gruppe Akzeptanz im Einsatz. Die jungen Tänzerinnen unter der Leitung von Jutta Koser und Blazenka Arnold zeigten eine Performance auf hohem Niveau.

Immer wieder gern gesehen war eine weitere Gruppe des Turnvereins, nämlich die Einradfahrer, die von Kurt Gebhardt trainiert werden. Ein Zauberer und das beliebte Blasorchester Babenhausen unter der Leitung von Dominik Thoma rundeten das kurzweilige Programm ab. Den Service im Saal hatten die Ortsbeiräte der Kernstadt und die Helfer der DRK-Rettungshundestaffel übernommen. Sie sorgten dafür, dass die Kaffeetassen nicht leer wurden. Die Anzahl der Gäste lag leicht über der des Vorjahres. Einen richtigen Einbruch hatte es im Jahr 2013 gegeben. Der Grund damals war eine Sparmaßnahme. Man hatte die Bürger ab 65 mit ihren Partnern nicht mehr persönlich mit einem Brief aus dem Rathaus eingeladen, weil man dachte, die Ankündigung über die Presse reiche aus. Das war dann aber nicht der Fall. Seit vergangenem Jahr werden die Senioren wieder angeschrieben und so war die Halle gut gefüllt.

Quelle: op-online.de

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