Seniorennachmittag in Harreshausen

Melancholischem Start folgt Bingo

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Die Sängerlust untermalte mit mehreren Stücken den Seniorennachmittag.

Harreshausen - Mit dem Seniorennachmittag in Harreshausen starteten am Samstag die beliebten Kaffee- und Kuchentafeln mit Unterhaltungsprogramm, die in allen Stadtteilen und in der Kernstadt stattfinden. Von Michael Just 

Traditionell zieht sich die Veranstaltungsreihe bis in die Vorweihnachtszeit. „Liebe ist so wie ein Messer, das Dir im Herzen brennt – sie ist süß, und sie ist bitter, ein Sturm, Wind und ein Hauch.“ Als am Samstagnachmittag die Sängerlust Harreshausen mit ihrem Chorleiter Peter Wilhelm das sentimentale Lied von Amanda McBroom anstimmte, verbreitete es eine melancholische Stimmung in der Mehrzweckhalle. Viele Senioren dachten über ihr Leben und die Bedeutung der Liebe darin nach. Wenig später überwog aber wieder die Heiterkeit: Beim Bingo-Spiel gewannen gleich mehrere Gäste ein Präsent, das der lokale Kulturverein „Middedrin“ gespendet hatte.

Mit viel Abwechslung war der erste städtische Seniorennachmittag des Jahres in Harreshausen gespickt. „Dabei war die Zusammenstellung des Programms alles andere als einfach. Wir hatten diesmal eine Reihe von Absagen“, so Heidrun Koch-Vollbracht, die zusammen mit Bürgermeister Achim Knoke die Begrüßung übernahm. Trotzdem war es für die rund 140 Senioren ein äußerst unterhaltsamer Nachmittag. Den Anfang machten die Einradfahrer des TV Babenhausen. Es folgten der Auftritt der Sängerlust und die Grußworte des katholischen Pfarrers Ferdinand Winter, die er auch im Namen seines erkrankten Kollegen Frank Fuchs von der evangelischen Gemeinde überbrachte. Pfarrer Winter las eine kleine Geschichte vor, die die Bedeutung der Vornamen thematisierte. „Die Namen sind wichtig. In denen steckt bereits viel von uns drin“, sagte er und ergänzte: „Mit unseren Vornamen sind wir im Herzen von Gott und den Menschen, die uns damit rufen.“ Bevor das Abendessen, Leberkäse und Kartoffelsalat, serviert wurde, fand noch ein kurzweiliges Bingo-Spiel statt. Zu den Gästen in der Mehrzweckhalle gehörten auch viele Bewohner des Seniorenzentrum Bethesda, die sich über die Abwechslung freuten.

Mit dem Seniorennachmittag beweisen Stadt und Ortsbeiräte, dass ihnen die Babenhäuser Senioren am Herzen liegen. Während die Verwaltung die Kosten für Kaffee, Kuchen und das Abendessen übernimmt, kümmern sich die Ortsbeiräte um den Aufbau, die Bedienung und das Programm. Eingeladen sind alle Mitbürger ab 65 Jahre. Dazu sind deren Partner willkommen, selbst wenn sie das 65. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. In der Regel liegt der Altersdurchschnitt aber deutlich höher. In den meisten Stadtteilen sehen sich viele 65-Jährige noch als „zu jung“ für eine Teilnahme an einem Seniorennachmittag. In Harreshausen kommen die „jungen Alten“: „Ich war schon gleich mit dem Einstiegsalter da. Wenn sowas angeboten wird, dann geht man auch hin“, berichtete eine 68-Jährige.

Mit vielen anderen Senioren erlebte sie einen geselligen Nachmittag in herbstlicher Atmosphäre. Auf den Tischen lagen Zieräpfel, Kastanien, Hagebutten oder die Hüllen der Lampionpflanze. Dass der Seniorennachmittag in Harreshausen der erste des Jahres ist, wird von den Teilnehmern gleichermaßen gelobt wie bedauert: Einige sähen die Veranstaltung lieber ein Stück weiter in der Vorweihnachtszeit. Für andere ist der Herbst genau richtig, da im Advent ohnehin schon genug geboten ist. „Der Herbst hat einen weiteren Vorteil: es lässt sich noch im Hellen nach Hause laufen. Das ist für viele Senioren ebenfalls wichtig“, weiß Irmgard Petit vom Helferteam.

Quelle: op-online.de

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