Vieles hängt vom Dienstagabend ab

SV Sickenhofen und SV Germania präsentieren sich gemeinsam

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14 Teams nahmen beim Familienfest am Menschenkicker-Turnier teil.

Babenhausen/Sickenhofen - Immer enger rücken die zwei Babenhäuser Vereine, jeweils kaum noch 300 Mitglieder stark, zusammen. Das drückten sie auch mit dem gemeinsamen Familienfest aus. Von Jens Dörr 

„Wir reden schon so, als wären wir fusioniert“: Diese Feststellung machte Christian Hockemeyer, als er zusammen mit Willi Frank, Michael Partsch und unserer Zeitung im Zelt auf dem Sportgelände des SV Sickenhofen saß und über die Zukunft des SVS sowie des SV Germania Babenhausen sprach. Hockemeyer, ursprünglich Germania-Mann, ist inzwischen in den Vorständen beider Vereine vertreten, ebenso wie Willi Frank, der derzeit die Sickenhöfer führt. Partsch bringt sich in beiden Vereinen in die sportliche Leitung ein, ganz frisch auch bei der Germania.

„Bei einer Größenordnung von je kaum noch 300 Mitgliedern können wir überhaupt nur noch gemeinsam etwas auf die Beine stellen“, sagte Frank und freute sich, dass die zusammen organisierte und durchgeführte Veranstaltungspremiere gelang: „Wir haben die Dienste verteilt und konnten so alle Stationen gut besetzen.“ Dies galt für Speisen- und Getränkeausgabe, fürs Torwandschießen und das Turnier im „Menschenkicker“ mit 14 teilnehmenden Teams. Partsch hob hervor, „dass wir offen sind für alle Kinder und Erwachsene und den Fußball wieder attraktiver machen wollen“. Hockemeyer gefiel nicht nur der gute Zuspruch bei bestem Wetter im Allgemeinen, sondern auch der Besuch nicht weniger Gäste aus der Kernstadt und dem Germania-Lager.

Just in den vorangegangenen Tagen waren SVS und Germania einige weitere Schritte in der künftigen Zusammenarbeit, die im Frühjahr 2016 in einer formale Vereinsfusion gipfeln soll, vorangekommen. So müssen sich die Anhänger der Germania ab der kommenden Saison umstellen, wenn sie ein Heimspiel der Aktiven besuchen wollen: Die erste und zweite Mannschaft sollen ihre Partien nicht mehr wie bisher am Ostheimer Hang in Babenhausen, sondern auf dem Gelände des SVS austragen. Das sei Hockemeyer zufolge beschlossene Sache.

Mannschaft sollen SVS-Akteure und A-Junioren der Germania bilden

Am Ostheimer Hang – der Rasenplatz wurde durch eine zu intensive Nutzung in der Vergangenheit arg strapaziert, während in Sickenhofen zwei sehr gut gepflegte und bespielbare Rasenplätze vorliegen – soll künftig nur noch der Nachwuchs dem Leder hinterher jagen. Hier steht für die neue Runde eine Jugendspielgemeinschaft von SVS und Germania bei den C-Junioren fest, was noch nicht das Ende der Fahnenstange sein müsse, wie Hockemeyer und Partsch verdeutlichten.

Fest steht auch, dass es bei den Aktiven eine zweite Mannschaft in der Kreisliga B geben wird. Der SVS stieg zwar in die A-Liga ab, geht freiwillig aber noch eine Etage tiefer in die B-Liga, um sportlich realistischere Perspektiven auf eine ordentliche Runde zu haben. Den Kern dieser Mannschaft sollen bisherige SVS-Akteure und acht A-Junioren der Germania bilden. Weil Babenhausen in der Spielzeit 2014/15 kein A-Junioren-Team hatte, war das Oktett in Schaafheim „geparkt“, geht nun in die erste Männersaison. Trainieren wird das Team Harald Bernhardt. Der bisherige SVS-Coach Zbigniew Palys verlässt Sickenhofen nach der Alptraumsaison mit nur zwei Punkten aus 30 Spielen und geht zurück nach Unterfranken.

Noch offen ist allerdings, ob das zweite Aktiventeam als erste Mannschaft des SV Sickenhofen antritt oder als zweite Mannschaft einer Spielgemeinschaft Babenhausen/Sickenhofen. Das wird am Dienstagabend entschieden, wenn die erste Mannschaft der Germania um 19.30 Uhr das entscheidende Relegationsspiel gegen den FV Hofheim/Ried bestreitet. Steigt die Germania auf und ist Gruppenligist, kann keine Spielgemeinschaft gegründet werden, weil das ab dieser Spielklasse nicht möglich ist. Ausnahmen sind Spielgemeinschaften, die schon vorher solche waren und erst dann in die höchsten sieben Spielklassen des deutschen Fußballs (die Gruppenliga ist die siebthöchste Klasse) aufsteigen.

Germania gewinnt Derby gegen Sickenhofen

Steigt die Germania nicht auf, könnten die erste und zweite Mannschaft als Spielgemeinschaft antreten. Dann würde es keine dritte Mannschaft in der D-Liga geben. Steigt die Germania in die Gruppenliga auf, würde ein drittes Team unter „Germania II“ firmieren, weil die erste Mannschaft ansonsten wegen des Fehlens einer zweiten mit sechs Punkten Abzug in die Saison starten müsste. Vieles hängt also vom Dienstagabend ab.

Quelle: op-online.de

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