Spinnen- und Insektenschau fesselt die Besucher

Sissi liebt es, zu kuscheln

+
Yves Schlosser hatte keine Scheu, mit der vierjährigen Vogelspinnendame zu posieren.

Babenhausen - Für manche ist es der blanke Horror: Wenn das achtbeinige Getier aus der Badezimmerecke kriecht oder sich von der Zimmerdecke abseilt, nehmen viele Reißaus. In der Stadthalle kamen jetzt die Besucher, um genau solche Exemplare aus der Nähe zu betrachten. Von Ursula Friedrich

Ein durchtrainierter Körper, feines Haar, wieselflink und ein Star. Nein, es handelt sich nicht um einen Leichtathletikolympioniken, sondern um Sissi. Die vierjährige Vogelspinnendame ist handzahm und Shootingstar. Mit ihr durften Besucher der Spinnen- und Insektenschau posieren und Fotos schießen. 70 Gliederfüßler sowie zahlreiche Präparate wurden nun in der Babenhäuser Stadthalle gezeigt. Pfui Spinne? Von wegen. Für viele Familien bot die ungewöhnliche Veranstaltung ein faszinierendes Erlebnis. Wer durch die Tierschau marschierte, konnte die giftigen Riesenspinnen studieren, aber auch ihre nicht minder giftige Verwandtschaft. Skorpione, die ihren Opfern mit chirurgischer Präzession am ganzen Körper Gift injizieren um sie anschließend auszusaugen.

„Wenn du nicht zitterst ist alles gut!“, belehrte Jenny Brumbach vom Hanauer Familienunternehmen „Terra Exotic“, als ein junger Mann Vogelspinne Sissi auf die Hand nahm. Beruhigend: Vor dem tödlichen Biss würde Sissi ihr Befremden durch kräftiges Beinschlagen kund tun.

Weniger zimperlich sind die Weibchen mit ihrer eigenen Art. Nach dem Geschlechtsakt muss der Partner rasch das Weite suchen, um nicht auch noch als Nachspeise zu dienen. „Vogelspinnen können zwar bis zu 30 Jahre alt werden“, erklärte Jenny Brumbach, die Männchen erreichten dieses Alter aber meist nicht. Mit zwölf Zentimentern Länge war die Goliathvogelspinne das größte Exponat. Auch unter den Präparaten aus der internationalen Insektenwelt fanden sich Käfer, Schmetterlinge und andere Insekten in Übergröße. Wüstenheuschrecke, thailändische Zikaden und Schokoschnurfüßler fesselten das Besucherinteresse. Zugegeben, der Rosenkäfer war nicht rosig, sondern grün, und auf eine Begegnung mit dem argentinischen Riesenprachtkäfer würden die meisten Menschen vermutlich verzichten. „Aber es ist total faszinierend“, sagte Yves Schlosser, der extra aus Otzberg anreiste. Nächster Ausstellungstermin im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist am Sonntag, 13. September, in Groß-Zimmern.

Quelle: op-online.de

Kommentare