Spargelfest in sommerlicher Atmosphäre

Leichter Wein zum Stangengemüse

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Genießer zog es auf das Babenhäuser Wein- und Spargelfest im Herzen der Stadt. Auch Ingrid und Manfred Fischer aus Hainburg mundete das Babenhäuser Stangengemüse, zu dem noch ein Schnitzel auf den Teller wanderte.

Babenhausen - Zum elften Mal amüsierten sich die Gäste beim Wein- und Spargelfest, dessen Initiative auf Helmut Fendt, den Inhaber des gleichnamigen Vergnügungsbetriebs, zurückgeht. Von Michael Just 

„Der Sommer ist eingekehrt. Dazu Wein, Frauen und Gesang, was will man mehr!“, ruft Siegfried Bäuerle-Keßler in einer kurzen Gesangspause von der kleinen Bühne an der Stadtkirche. Der Sänger, der mit seiner Band Berry Blue Blues- und Jazzstücke zum Besten gibt, spricht in diesem Moment aus, was viele denken: Mit frischem Spargel und einem Schöppchen Wein gehört das Babenhäuser Zentrum gerade zu den schönsten und angenehmsten Plätzen der Welt. Die Idee von Helmut Fendt, Spargelgenuss mit ein wenig Unterhaltung und dem Anrufen der Weingötter zu verbinden, hat bisher nichts an Attraktivität eingebüßt. Ebenfalls positiv: Die Veranstaltung ruft die Kultivierung des Stangengemüses in den Stadtteilen, wie etwa Sickenhofen oder Langstadt, in Erinnerung, wo dieser Agrarzweig eine lange Tradition aufweist.

Dass der verwendete Spargel von den dortigen Feldern kommt, versteht sich von selbst. Seit 2004 ist das Fest stetig gewachsen. Nachdem es einst nur eine kleine Ecke gegenüber Rathaus und Kirche einnahm, zieht es sich heute mit 25 Ständen – einer kleinen Schlemmermeile gleich – fast durch die komplette Bummelgass".

Nicht nur Spargel...

Wer Spargel nicht mag, kann auf Flammkuchen, Bratwurst, asiatische und portugiesische Küche sowie weitere Snacks zurückgreifen. Da sich die Büdchen und Zelte dezent und mit viel Abstand voneinander präsentieren, hat sich das Fest Beschaulichkeit bewahrt und ist nicht zur „Ramba-Zamba-Veranstaltung“ verkommen.

Das mag auch der Grund dafür sein, dass Ingrid und Manfred Fischer aus Hainburg am Wochenende nicht zum ersten Mal gekommen sind. Zur besten Essenszeit um 12.30 Uhr am Sonntag lassen sie sich den Spargel in Kombination mit einem Wiener Schnitzel schmecken. Der Durst wird allerdings mit Bier gelöscht, das es ebenfalls gibt. „Dieses Jahr haben wir Spargel bestimmt schon zehn bis 15 Mal gegessen. Ich mache ihn zu Hause, besonders gerne mit Steak“, sagt die 66-Jährige. Vergangenes Jahr kam das Ehepaar sogar mit dem Rad, was sich hin und zurück als zweistündiger Weg offenbarte. „Die Atmosphäre ist toll. Babenhausen gefällt uns sehr“, loben die Gäste das mittelalterliche Flair der Stadt.

Gäste, die ebenfalls schon lange in die Gersprenzstadt kommen, stehen am Weinstand Hinkel – allerdings nicht vor, sondern hinter dem Tresen. Von Anfang an sind die Rheinhessen aus Framersheim beim Wein- und Spargelfest mit von der Partie. Auch zu den Fastnachtssitzungen des CVB sind ihre Produkte angesagt. „Im Gasthaus zum Schwanen hat das Weingut schon die Familie Lautze beliefert. Das ist viele Jahrzehnte her“, weiß Helmut Fendt und legt damit eine generationsübergreifende Verbindung nach Babenhausen dar.

An die Stangen, fertig, los: Spargel hat wieder Saison

In diesem Jahr kamen die fünf Weinstände aus Rheinhessen, von der Bergstraße sowie der Mosel. Mit dabei war die Winzergenossenschaft Groß-Umstadt. Sie stand schon länger auf der Wunschliste von Helmut Fendt. Bisher hatten die Nachbarn aber zu diesem Zeitpunkt meist andere Verpflichtungen.

Um die Spargelgerichte kümmerte sich der „Schwartze Löwe“, zudem der „Rote Hahn“ und das „Hanauer Tor“, wo sich ebenfalls überall entspannt draußen sitzen ließ. Beim „Schwartzen Löwen“ wurde die verarbeitete Menge an Spargel aus Langstadt auf rund 100 Kilo beziffert. Los ging das Fest bereits am Samstagmittag und währte bis in die Abendstunden: Eine Combo spielte, so dass bei den warmen Temperaturen ein guter Rot- oder Weißwein auf dem Gaumen alsbald Urlaubsgefühle weckte. Das gute Wetter sorgte für einen vollen Marktplatz, so dass Organisator Helmut Fendt am Sonntag ein durchweg positives Fazit ziehen konnte.

Ab und an blieb für den großen Babenhäuser Macher ebenfalls ein klein wenig Zeit zum Genießen: „Jetzt esse ich auch mal Spargel“, sagte er am Sonntagnachmittag, nachdem zuvor die Anliegen eines Winzers Gehör bedurften. Am Samstagabend war im Anschluss an die gelungene Eröffnung sogar ein gutes Tröpfchen drin, nachdem es zuvor „im Dienst“ nur Traubensaft gab. „Ich bin ebenfalls Weintrinker und verachte einen guten Gewürztraminer nur ungern“, so Fendt.

Quelle: op-online.de

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