„Ehrenamt nicht verschleißen“

SPD kritisiert Sparmaßnahmen

Babenhausen - Wie weit dürfen Sparmaßnahmen gehen?, fragt die SPD in einer Mitteilung. Hintergrund sei, dass die aktuelle Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung aus CDU und Freien Wählern (FWB) immer mehr Fachkräfte durch das Ehrenamt ersetzen wolle.

Als aktuelles Beispiel führen die Sozialdemokraten die Stadtbücherei an. Wie berichtet, soll diese zukünftig nur noch durch Ehrenamtliche betrieben werden. Allerdings scheine sich nun ein ähnliches Bild abzuzeichnen wie beim geplanten Förderverein zum Erhalt des Schwimmbades, dessen Initiator Dirk Weißner sich von der herrschenden Mehrheit im Stadtparlament brüskiert fühlte und das Projekt auf Eis legte. „Man kann nicht über die Köpfe hinweg entscheiden und dann erwarten, dass künftig alles wie bisher funktioniert“, schreibt SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Roth. Für die fachlichen und die finanziellen Aspekte müsse jemand den Kopf hinhalten und die Verantwortung übernehmen. Gerade beim Schwimmbad würde es auch um technisches Wissen rund um die Wasserreinigung und um Sicherheit gehen. „Dafür bedarf es hauptamtlicher Kräfte“, ist sich Roth sicher.

Der Fraktionsvorsitzende verweist zudem auf die Vereine, die über mangelnden Zulauf klagen: „Ehrenamt lässt sich nicht verordnen, sondern wächst aus persönlicher Motivation, Lust an gemeinsamen Aktionen, dem Interesse an einem zeitlich befristeten Engagement.“ Ehrenamt unterstütze und bereichere das Gemeinwesen, könne jedoch Fachkräfte nicht dauerhaft ersetzen, so Roth, der in Ironie verfällt: „Wann kommt der Förderverein für Grünpflege und der für Sicherheit und Ordnung?“

Auch die beschlossene Einstellungs- und Wiederbesetzungssperre habe mit der Realität nicht viel zu tun. „Die Personaldichte ist im Vergleich mit anderen Städten weit geringer“, so Roth. Der Landesrechnungshof habe hessenweit einen durchschnittlichen Personalaufwand von 769 Euro pro Einwohner ermittelt – in Babenhausen liege der Aufwand bereits jetzt nur bei 590 Euro.

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Der Verwaltung mangele es ohnehin an Personal, um die zukünftigen dringenden Aufgaben zu leisten. Nun haben CDU und FWB eine Einstellungs- und Wiederbesetzungssperre beschlossen. Damit können zum Beispiel durch Altersrente freiwerdende Stellen nicht automatisch ersetzt werden. Die Folge: noch weniger Leute müssen die anfallenden Arbeiten erledigen. Zusätzlich gebe es seitens CDU und FWB einen Dauerhagel an Prüfaufträgen. Dadurch schieben sie dringende Arbeiten für die Zukunft Babenhausens noch weiter nach hinten. (nkö)

Quelle: op-online.de

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