Stadtparlament bringt zwei Bebauungspläne auf den Weg

Platz für junge Familien

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Um die 75 Häuser können in den Lachewiesen 2 entstehen.

Babenhausen - Auch im zweiten Abschnitt der Lachewiesen in der Kernstadt soll es Wohnbebauung geben. Platz für Häuslebauer wird ebenso östlich des Friedhofs im Stadtteil Harreshausen geschaffen. Von Stefan Scharkopf

Droht eine Zersiedelung durch neue Baugebiete bei gleichzeitig größer werdendem Leerstand in der bestehenden Substanz, oder ist vielmehr eine Abnabelung vom prosperierenden Rhein-Main-Gebiet zu befürchten, wenn keine neuen Baugebiete geschaffen werden? Über diese Fragen debattierten die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung recht lebhaft. Am Schluss war das Bild aber klar: Der Aufstellung eines Bebauungsplans für die Lachewiesen 2 als erstem Schritt zur Baulandentwicklung stimmten 23 Parlamentarier zu, dagegen waren die Grünen sowie je ein Mandatsträger von SPD, FWB und FDP.

Ein ähnliches Bild ergab sich beim Baugebiet östlich des Friedhofs in Harreshausen: 26 votierten dafür, drei dagegen, einer enthielt sich. In den Lachewiesen entstehen nach Angaben von Projektentwickler Christian Früchtenicht, der im Übrigen die Zusammenarbeit seiner Arbeitsgemeinschaft mit dem Rathaus lobte, rund 75 Häuser, etwas mehr als im Abschnitt 1. Abgelehnt wurde der Antrag von Adolf Breer (SPD), den vielgenutzten Fahrrad- und Schulweg in den Lachewiesen beizubehalten. Keine Mehrheit fand auch der Antrag der FWB, eine Fortführung der Bgm.-Willand-Straße zu einer möglichen Verbindung mit der Jürgen-Schumann-Straße zu beachten sowie den Bau von Mehrfamilienhäusern zuzulassen.

Um die 75 Häuser können in den Lachewiesen 2 entstehen.

Gegner der Lachewiesen 2 führten vor allem den Landschaftsverbrauch an. Frank Ludwig Diehl (Grüne) gestand zwar ein, dass es einen regelrechten Run auf die 72 Grundstücke in den Lachewiesen 1 gegeben habe, doch es werde die Zeit zunehmenden Leerstands in älteren Wohngebieten kommen; das sei eben ein Resultat der demografischen Entwicklung. Hier werde Landschaft verbraucht, dort drohe ein Zerfall der alten Infrastruktur. Es werde kein neues Siedlungsareal gebraucht. Hinzu komme, dass die Häuser bis zum Rand des angedachten Sportzentrums reichten. Diehl befürchtet, dass die Stadt dann für den Lärmschutz aufzukommen habe. Die Gefahr der Zersiedelung sah auch Andrea Möbius (FDP). Zu viele Baugebiete überforderten die Stadt. Jürgen Rademer (FWB) zeigte sich „entsetzt“ über einen weiteren Verbrauch von fünf Hektar guten Ackerbodens.

Die Befürworter hielten entgegen, dass es für Babenhausen wichtig sei, „neue Bürger anzusiedeln“ (Oliver Bludau, FWB). „Wenn wir keien neuen Baugebiete ausweisen, machen es eben die anderen“, meinte Claus Coutandin (SPD), „die Stadt braucht die Einnahmen.“ Nicht nur die Bertelsmann-Stiftung habe aufgezeigt, dass der Kreis Darmstadt-Dieburg weiter wachse. „Daran müssen wir teilhaben.“ Im Übrigen seien freistehende Einfamilienhäuser genau der Bautyp, der nachgefragt werde. Friedel Sahm (CDU) wunderte sich ein wenig über die Debatte: „Bei dem Beschluss über die Lachewiesen 1 war doch klar, dass es auch die Nummer zwei geben wird.“ Keine weitere Diskussion gab es beim Baugebiet in Harreshausen. „Ein guter Tag für unseren Stadtteil“, sagte Heidi Koch-Vollbracht (CDU), die dort auch Ortsvorsteherin ist. Mit der Entscheidung habe der kleine Ort eine Zukunft. Für die rund 32 Bauplätze gebe es bereits 18 Bewerber.

Quelle: op-online.de

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