Radweg im Gebiet Lachewiesen 2

Stichweg als Option

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Hannelore Brenner hatte im Sommer 2015 Unterschriften für den Erhalt des Radwegs gesammelt.

Babenhausen - Der Radweg zwischen Potsdamer Straße und Bgm. -Willand-Straße wird nicht in voller Länge erhalten bleiben. Von Stefan Scharkopf 

Familie Brenner soll die Möglichkeit erhalten, einen Stichweg zu erwerben, so dass sie von der Rückseite ihres Anwesens auf eine Straße im neuen Baugebiet Lachewiesen 2 gelangen kann. Dem Ergebnis ging eine längeren Debatte in der letzten Sitzung der Stadtverordneten in dieser Legislaturperiode voraus. Am Ende war die Sache klar: Den Radweg zu erhalten und möglichst noch auszubauen fand die Unterstüzung von 13 Parlamentariern, 16 lehnten das ab.

Die aktuelle Planung für das künftige Baugebiet sieht vor, auf den Radweg zu verzichten. In jüngster Zeit hatten sich aber Stimmen für dessen Erhalt erhoben, weil er eine wichtige und sichere stadträumliche Verbindung der größten Wohngebiete zum Schul- und Sportzentrum der Stadt sei. Wie mehrfach berichtet, hatte Anwohnerin Hannelore Brenner, die an einer Gehbehinderung leidet, für den Erhalt des Radwegs rund 800 Unterschriften gesammelt.

In der Aussprache am Mittwoch wurden weitgehend die Argumente für und wider den Erhalt ausgetauscht, wie sie bereits in der gemeinsamen Sitzung von Bauausschuss und Ortsbeirat zu hören waren Bürgermeister Achim Knoke unterstrich, dass der Fußweg ja nicht wegfiele, sondern es einen neuwertigen Ersatz gebe.

Die Freien Wähler hatten beantragt, dass der Weg erhalten bleibt und kostengünstig über das städtische Budget zur „Pflege des Straßen- und Wegenetzes“ finanziert werden soll. Die Grünen gingen noch darüber hinaus und forderten, dass die Investoren, die das Baugebiet überplanen, die Kosten tragen sollten. Dem schloss sich auch Ingrid Schumacher („Bürger“) an. 800 Unterschriften könne man im Übrigen schlecht als Einzelinter-essen bezeichnen, wie es einige Parlamentarier gegenüber der Familie Brenner äußerten, sagte sie. Adolf Breer (SPD) vermisse „Gespür für Babenhäuser Befindlichkeiten“ beim Bürgermeister. Breer habe noch keinen Radler getroffen, der dafür sei, den Weg zu schließen.

Der Überlegung, den Pfad als Rettungsweg beizubehalten, erteilte Knoke eine Absage: „Dass die Feuerwehr eine Häuserzeile von zwei Seiten anfahren kann – das wird nirgends so gemacht.“ Während die Anträge von FWB und Grünen durchfielen, wurden die von der CDU angenommen. So schlug die Union vor, den geplanten Radweg an dieser Stelle komplett entfallen zu lassen. Stattdessen soll in der Verlängerung der Wohnstraße ein Radweg entstehen, der zwischen dem zweiten und dritten Anwesen direkt auf die Potsdamer Straße führt.

Familie Brenner erhält das Angebot einen sogenannten Stichweg zu erwerben, der zwischen dem vierten und fünften Anwesen direkt von der Straße zur Rückseite ihres Anwesens führt. Den Preis für diesen Privatweg legt der Magistrat fest.

Autofahrer bilden größtes Ärgernis für Radler

Der Erhalt des bisherigen Weges bzw. die geplante neue Variante erscheint laut CDU unter dem Sicherheits-Aspekt nicht sinnvoll. Zwischen den Gärten – und in Zukunft wahrscheinlich hohen Hecken – wäre ein Radweg von dieser Länge kein sicherer Weg bei Dunkelheit. Auch die „neue“ Variante mit einer Biegung birge diese Gefahr. Würde der Radweg die Verlängerung der Wohnstraße, und damit die direkte Verbindung zur Potsdamer Straße, darstellen, wäre er von beiden Seiten durchgängig einsehbar. Somit wäre eine Benutzung zu jeder Tageszeit gefahrlos möglich. Sowohl am Anfang als auch am Ende des Weges sollte dem Nutzer gut sichtbar das Ende des Radweges angezeigt werden.

Mit dem Angebot an Familie Brenner eröffne die Stadt der Familie die Möglichkeit, auch weiterhin ihr Grundstück von der Gartenseite aus nutzen zu können. Da es sich um einen Privatweg handelt, der ausschließlich von den Bewohnern des Anwesens Von-Stephan-Straße 7 genutzt wird, könne der Weg nicht kostenfrei abgegeben werden. Dem stimmten die Parlamentarier mehrheitlich zu. Als Kaufpreis war im Bauausschuss die Rede von 18 000 Euro, die in Raten zu zahlen seien. Hannelore Brenner, der in der Ausschusssitzung Rederecht eingeräumt worden war, hatte gesagt, dass sie den Kauf ablehne, weil sie den betroffenen Schülern nicht in den Rücken fallen wolle. „Das käme mir wie eine arglistige Täuschung, ja wie Verrat vor.“ Die Planung für die Lachewiese 2 – der Radweg ist ein Teil davon – geht nun in eine weitere Offenlage.

Quelle: op-online.de

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