Stadtverordnete stimmen Bebauungsplan zu

Versickerungsfrage ist geklärt

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Östlich des Harreshäuser Friedhofs kann das Baugebiet Gestalt annehmen. Noch ist dort nur Acker zu sehen.

Harreshausen - Dem Eigenheim für junge Familien steht nun nichts mehr im Weg: Das Stadtparlament hat dem Bebauungsplan „Östlich des Friedhofs“ bewilligt. Maßgeblich verantwortlich für die schnelle Entscheidung war der Investor. Von Corinna Hiss 

Das hatte Heidrun Koch-Vollbracht (CDU), Ortsvorsteherin von Harreshausen, nicht gedacht, dass es am Ende so einfach geht. Mit überwiegender Mehrheit (eine Gegenstimme und eine Enthaltung) haben die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung dem Bebauungsplan „Östlich des Friedhofs“ für den Babenhäuser Stadtteil zugestimmt. „Ich bin so glücklich“, zeigte sich die Ortsvorsteherin strahlend und umringt von ihren „Fans“, nämlich einigen jungen Paaren, die extra zur Sitzung gekommen waren, um zu erfahren, ob und wann sie mit dem Häuslebau anfangen dürfen.

Dabei hatte es im vorangegangenen Bauausschuss noch ganz anders ausgesehen: Die untere Wasserschutzbehörde war mit dem Bodengutachten für das Baugebiet nicht einverstanden gewesen. Sie zweifelte an, dass gründlich genug nachgewiesen worden war, ob das Regenwasser auf diesem Gebiet ordentlich versickern kann. „Wir haben rund acht Probebohrungen vorgenommen“, berichtete Investor Kevin Aumann auf Anfrage. „Doch das genügt ihnen wohl nicht.“ Für Koch-Vollbracht und die vielen jungen Babenhäuser, die bereits Kredite aufgenommen hatten und nur auf den Startschuss warteten, war dies ein herber Rückschlag. Wenn, wie die Behörde vorschlug, auf jedem Bauplatz Bohrungen gemacht werden sollten, würde das ganze Prozedere erheblich verzögert werden.

Umso erfreulicher war dann für alle die Mitteilung von Bürgermeister Achim Knoke, dass es eine schnelle und umkomplizierte Lösung gibt. „Der Investor selbst bürgt dafür, dass die Versickerung auf jedem Bauplatz reibungslos funktioniert“, konnte der Rathauschef berichten. Sollte es also wider Erwarten doch Probleme geben, würden sie für den entstandenen Schaden aufkommen. Die schriftliche Bestätigung dessen, was Knoke den Stadtverordneten und zuhörenden Bürgern sagte, lag ihm erst wenige Tage vor der Sitzung vor. Für Koch-Vollbracht, die diese Neuigkeit auch zum ersten Mal hörte, war das Grund genug für eine freudige, kurze Rede. „Das ist ein politisches Geschenk für mich und noch viel mehr für die jungen Familien“, sagte sie und hieß die Häuslebauer in ihrem „kleinen, liebenswerten Dorf“ willkommen.

Auch Martina Seuß (SPD) sah mit dem Schreiben der Firma Aumann alle Probleme beseitigt. „Im Bauausschuss habe ich die Sache noch kritisch gesehen, jetzt stimme ich zu“, sagte sie. Einzig Oliver Bludau (Freie Wähler Babenhausen) gab zu bedenken, dass die Frage der Versickerung damit immer noch nicht gänzlich geklärt sei.

Brand in Kieswerk bei Harreshausen

Die Ortsvorsteherin selbst zeigte sich am Rande der Sitzung überrascht davon, dass die Versickerung überhaupt angezweifelt worden war. „Dort, wo jetzt ein Baugebiet entstehen soll, wurde früher Spargel gestochen“, sagte sie im Bezug auf den vorhandenen Sandboden. Auch Aumann war sich seiner Sache sicher und hatte sich deshalb für die Bürgschaft entschieden.

Für die jungen Familien, die sich in Harreshausen ein Zuhause aufbauen wollen, war das ein guter Start ins neue Jahr: Von den 18 Bauplätzen sind alle reserviert. Die Bagger können rollen.

Quelle: op-online.de

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