Drei auch in Babenhausen betroffen

Streik in Kitas: Oma und Opa sind die Rettung

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Die Kita in Hergershausen ist eine von drei ASB-Einrichtungen, die ab heute bestreikt werden.

Hergershausen/Babenhausen - Sie kämpfen für bessere Löhne und mehr Anerkennung in der Gesellschaft: Ab heute streiken die Erzieher – und das auf unbestimmte Zeit. In Babenhausen ist aber alles halb so wild, Notdienste sind eingerichtet. Von Corinna Hiss 

Ruhig wird es heute im Römerweg zugehen. Der bundesweite Streik der Erzieher macht auch vor der integrativen Kita in Hergershausen keinen Halt. „Es werden drei der insgesamt acht städtischen Einrichtungen bestreikt“, sagt Andrea Potthast vom ASB-Regionalverband Südhessen, der die Kindergärten verwaltet. Neben Hergershausen ist noch die ASB-Kita Wichtelwald in der Kernstadt sowie die Wuselkiste in Harreshausen betroffen. Während in anderen hessischen Städten jedoch Totalausfall herrscht, ist die Lage in Babenhausen weniger schlimm. In den Einrichtungen arbeiten nämlich sowohl städtische Mitarbeiter als auch beim ASB angestellte – und diese sind vom Streik ausgeschlossen. Ein Notdienst ist also überall gewährleistet. In der Kita in Hergershausen ist das ebenso: Rund die Hälfte der Erzieher arbeiten für die Stadt, sie verweigern ab heute geschlossen ihren Dienst. Alle anderen Betreuer sind aber vor Ort und versuchen, den Betrieb weiterlaufen zu lassen. „Da wir nur zur Hälfte besetzt sind, können auch nicht alle Kinder betreut werden“, erzählt eine Mitarbeiterin.

Da die Eltern jedoch rechtzeitig informiert worden sind, scheint das große Chaos auszubleiben. „Philipp kommt heute einfach zu mir“, erzählt Hilde Solleder. Sie betreut ihren Enkel sowieso zwei Mal die Woche nachmittags – jetzt darf er eben auch am Vormittag bei den Großeltern bleiben. Oma und Opa sind in diesen Tagen sowieso heiß begehrt. Wer kann, lässt sein Kind bei ihnen. Die wenigen Plätze in den Notdiensten werden solidarisch denen zugeteilt, die wirklich darauf angewiesen sind. „Ich kann die Erzieher verstehen und befürworte den Streik“, zeigt sich auch Solleder verständnisvoll. „Allerdings ist es wichtig, dass es Alternativen gibt für berufstätige Mütter, die sonst nicht mehr weiter wissen.“

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Die Mütter in der Kita Hergershausen haben sich im Vorfeld bereits gut abgesprochen – schließlich kommt der Streik nicht überraschend. Und wenn Oma und Opa keine Zeit haben oder nicht in der Nähe wohnen, helfen andere Eltern aus. Auch wenn in die Kita selbst nicht alle Kinder unterkommen, so wird doch füreinander gesorgt. Wer kann, nimmt sich frei und passt auf die Freunde des Kindes auf.

Wie lange der Streik dieses Mal andauern soll, ist noch ungewiss. Diese Tatsache sorgt bei manchen für Verstimmung. „Ich kann verstehen, dass die Betreuer mehr Geld fordern, das ist auch ihr gutes Recht“, sagt ein Vater, dessen Kind in der Zeit des Streiks zu Hause bleibt, weil er und seine Frau ihre Arbeitszeiten umgeschmissen haben. Was ihm Sorgen bereitet ist die Dauer, wie lange der Sprössling daheim betreut werden soll. Die Kita Hergershausen ist eine integrative – und einige Kinder auf die spezielle Zuwendung der Erzieher angewiesen. „Es ist blöd, wenn der Streik auf Kosten der Kleinen stattfindet“, so der besorgte Vater.

Unbefristeter Kita-Streik hat begonnen

Quelle: op-online.de

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