Freiwilliges Soziales Jahr im Jugendzentrum

Täglich ein Überraschungsei

Babenhausen - Kaum das Abitur-Zeugnis in der Hand, wechselt Sophia Rock aus Babenhausen vom Klassenzimmer der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg ins Jugendzentrum (JUZ) hinter der Stadthalle. Von Katrin Muhl

FSJlerin Sophia Rock aus Babenhausen erledigt bei der Kinder- und Jugendförderung derzeit vor allem Verwaltungsarbeit. Zweimal in der Woche hilft sie aber auch im Kindertreff.

In einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) geht sie den Mitarbeitern um Jugendpfleger Michael Spiehl bis Sommer 2017 zur Hand. „Riiiiing“ macht das Telefon, „dingdong“ die Klingel. Tür auf, Tür zu. „Hier geht es zu wie in einem Taubenschlag“, sagt Jugendpfleger Michael Spiehl, der – das Handy am Ohr – aus seinem Büro kommt. Ein freundliches „Hallo“ an den Besuch, dann kümmert sich Sophia Rock um sie. „Heute morgen ist viel los“, sagt die 18-Jährige, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Kinder- und Jugendförderung der Stadt absolviert. Im Juli ging’s los. Eine Pause nach dem Abi hat sie sich nicht gegönnt. „Dafür habe ich länger frei, wenn das FSJ-Jahr im Juli beendet ist und erst im Oktober die Vorlesungszeit beginnt“, sagt sie. Was sie dann studieren will? „In Richtung BWL oder Medienkommunikation, Journalismus finde ich auch interessant. Vielleicht werde ich aber auch Lehrerin für die Realschule, oder doch fürs Gymnasium“, überlegt sie laut, „genau weiß ich das noch gar nicht.“

So oder so ähnlich geht es vielen Jugendlichen, die sich nach ihrem Schulabschluss für ein FSJ entscheiden. „Ich schätze diese Orientierungsphase, in der ich mir Gedanken über meine Zukunft machen und das Arbeitsleben kennenlernen kann“, sagt Sophia. Spiehl, der sich inzwischen zum Gespräch gesellt hat, würde das FSJ am liebsten als verpflichtend für Schulabgänger sehen, so nützlich findet er das Konzept – „nicht nur für unsere Einrichtung hier, sondern auch für die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Leute.“ Spiehl weiß, wovon er spricht. „Die habe ich alle erlebt“, sagt er und deutet mit dem Kinn auf eine Galerie, die in gerahmten Bildern Sophias Vorgänger zeigt.

Sophia auch „Springer“

Wie die FSJler und Zivis, in deren Fußstapfen sie nun getreten ist, hilft auch Sophia als „Springer“ wo immer Not am Mann ist. Besonders jetzt in der Urlaubszeit bezeichnet sie jeden Tag als „Überraschungsei“. Momentan sitzt sie viel am PC, erledigt allerlei Verwaltungsaufgaben. Zweimal wöchentlich bespaßt sie Sechs- bis Zwölfjährige im Offenen Kindertreff (dienstags und mittwochs 15 bis 17 Uhr ), manchmal ist sie auch im Jugendtreff dabei (ab zwölf Jahre, freitags 15 bis 20 Uhr, sonntags 15 bis 19 Uhr).

Am schönsten, obwohl besonders anstrengend, empfand Sophia bisher ihren Einsatz bei den Ferienspielen. Gerade neu im Team, packte sie nicht nur bei der Gestaltung des vorgeplanten Freizeitprogramms an, sondern organisierte obendrein in Eigenregie einen „Abenteuertag“ für rund 20 Teilnehmer im Alter zwischen zehn und 15 Jahren. „Spät abends haben wir eine Rallye durch Harreshausen gemacht, dann Stockbrot und Marshmallows überm Lagerfeuer gegrillt und dann zusammen übernachtet“, erzählt Sophia. Demnächst wird sie das Projekt in einem der Seminare vorstellen, zu denen FSJler regelmäßig zusammenkommen, um sich über ihre Erfahrungen am Einsatzort auszutauschen. Über das JUZ in Babenhausen hat Sophia nur Positives zu berichten: „Die Arbeit ist abwechslungsreich und macht besonders mit den Kindern mega viel Spaß. Meinen Tag darf ich recht frei gestalten – es ist wirklich toll!“

Quelle: op-online.de

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