„Tattoo III“ mit vielen Attraktionen

Einzug mit Graf und Gräfin

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Organisatorin Petra Palm-Hantke – sie ist seit März 1. Meisterin des Bundesverbandes der Jagdhornbläser-Gilde – wird auch zum Jagdhorn greifen.

Babenhausen - Tattoo? Was ist das?, wird sich so mancher Babenhäuser gefragt haben, wenn er von einer solchen Veranstaltung hörte oder an ihr teilnahm. Jetzt gibt es das „Babenhäuser Tattoo III“.

Das Wort meint „Musiktattoo“ und hat nichts mit Tätowieren zu tun, zunächst auch nicht unbedingt etwas mit der Jagd. Das Ende einer großen Jagd wird und wurde zwar mit Musik begangen, das nennt man allerdings „Halali“ oder „Strecke legen“. Tattoo bedeutet so viel wie „Zapfenstreich“ und kommt von dem Niederländischen „tap toe!“, das heißt „Zapfen zu!“ Es hat ursprünglich etwas mit Militärmusik zu tun, die vor allem beim schottischen „Edinburgh‘s Military Tattoo“ erklang. Dieses Musikfest findet seit 1950 regelmäßig vor dem schottischen Schloss Edinburgh Castle statt und wurde 2010 erst von der englischen Königin Elizabeth II. als nationales Festival geadelt. Ursprünglich dominierte die Militärmusik, mittlerweile stehen eher zivile Tanz-, Gesangs- und instrumentale Darbietungen im Vordergrund.

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Stelldichein der Jagdhornbläser

Seit 2010 gibt es auch ein Berlin Tattoo, das zum Teil vor dem Brandenburger Tor stattfand, und seit 2011 nun auch eine Babenhäuser  Ausgabe. Zweimal gab es in Babenhausen schon eine solche Veranstaltung, wobei die erste vor vier Jahren bei schönem Wetter ein voller Erfolg, die zweite 2013 aber nass und kalt war. Nun die dritte Auflage. Petra Palm-Hantke lässt sich nicht abschrecken: „Dieses Mal wird wieder die Sonne scheinen, dieses Mal erklingen die Reiterlichen Jagdhornbläser bei tollem Frühlingswetter, und dieses Mal führen Graf und Gräfin die Gesellschaft ,im Anschluss an die Jagd" auf den Marktplatz, auf dem das festliche und kulinarische Geschehen abläuft.“

Ein gemeinsames Stück als Abschluss

Punkt 12 Uhr am Sonntag, 31. Mai, werden 170 Jagdhornbläser einziehen. Danach steht auf dem Marktplatz das gemeinsame Eröffnungsblasen auf dem Programm. Schließlich stellen sich die einzelnen Gruppen mit Stücken ihrer Wahl vor. Als Attraktion plant Petra Palm-Hantke – sie ist seit 21. März 2015 die 1. Gildenmeisterin des Bundesverbandes der Jagdhornbläser-Gilde – das Vorstellen einiger Kutschgespanne. Die besondere Attraktion wird die historische Postkutsche von Stephan Sprey aus Seligenstadt sein, die am frühen Nachmittag auf dem Marktplatz vorfahren wird.

Den Abschluss bildet ein gemeinsames Abschlussstück (Es- und B-Parforce), wobei das Einstudieren telefonisch erfolgen muss, denn eine gemeinsame Probe ist wegen der unterschiedlichen Wohnorte nicht möglich. Palm-Hantke nennt dies so: „Es ist eine musikalische Punktlandung angesagt.“

So wirkt Musik auf unseren Körper

Damit die zum Teil von weither angereisten Musiker einen Eindruck von der Stadt bekommen, ist am Tag zuvor, am 30. Mai, am frühen Nachmittag ein Treffen im Biergarten hinter der Stadtmühle vorgesehen. Neben gemeinsamen Musizieren – Motto: „Erlaubt ist, was gefällt!“ – ist ferner ein Abstecher zu den Przewalski-Pferden hinter der ehemaligen US-Kaserne geplant.

Wer sind die Reiterlichen Jagdhornbläser? Schon seit 1976 haben sie sich in der Bundesrepublik Deutschland zu einem Verbund zusammen geschlossen zur Förderung der Musik, aus Freude am Hörnerklang, aus Liebe zum Pferd und zur Jagd. Es finden regelmäßig Wettbewerbe statt, auf welchen die Jagdhornbläser ihr Können zeigen. Der nächste Bundeswettbewerb ist in Gedern in Oberhessen vom 5. bis 7. Mai 2016. Die Babenhäuser Bläser unter Palm-Hantke haben schon öfters Preise bei solchen Wettbewerben gewonnen und werden ihre Kunst am 30./31. Mai erneut vor heimischem Publikum präsentieren. J wg

Quelle: op-online.de

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