Deutscher Fachwerkpreis 2015

Hohe Auszeichnung für das Territorialmuseum

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Prof. Manfred Gerner, Bürgermeister Joachim Knoke, Stiftungsvorsitzender Amtsgasse 32 Dieter Aumann und Dirk-Ulrich Mende (von links) bei der Preisverleihung für das Territorialmuseum Babenhausen.

Babenhausen/Halberstad - Das Babenhäuser Territorialmuseum ist nach dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2014 erneut mit einer hohen Auszeichnung bedacht worden.

„Für die vorbildliche Sanierung einer ungünstig genutzten und weit heruntergekommenen Bausubstanz“ hat die hochkarätig besetzte Jury der „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte“ (ADF) am Donnerstag in Halberstadt die Stiftung Amtsgasse 32 mit dem Deutschen Fachwerkpreis 2015 ausgezeichnet. Bei der Mitgliederversammlung der seit 40 Jahren bestehenden Arbeitsgemeinschaft wurden die Urkunden an insgesamt zehn ausgezeichnete Fachwerkbauten in Deutschland vergeben. Babenhausen war mit dem Territorialmuseum das einzige Objekt aus Hessen. Stiftungsvorsitzender Dieter Aumann nahm aus der Hand von Professor Manfred Gerner, Präsident der ADF und Juryvorsitzender, sowie Dirk-Ulrich Mende, ADF-Vorsitzender und Oberbürgermeister von Celle, die Urkunde entgegen. Zu der Preisübergabe waren auch Babenhausens Bürgermeister Joachim Knoke sowie die weiteren Mitglieder des Stiftungsvorstands nach Halberstadt angereist.

In den 40 Jahren ihres Bestehens hat die Arbeitsgemeinschaft bislang viermal den Deutschen Fachwerkpreis ausgelobt. Manfred Gerner: „Dieser Preis ist damit neben der Initiative Fachwerk macht Schule und den Fachwerk-Triennalen ein weiterer Mosaikstein zur Erhaltung der einzigartigen Baukultur.“ Die Fachwerkkultur Zentraleuropas, insbesondere Deutschlands, habe, so Gerner, im 20. Jahrhundert stark gelitten. Es sei daher neuerlich ein Umdenken notwendig. Dieses tatkräftige Handeln gelte es anzuschieben, damit Fachwerk in Form vieler sanierter und zeitgemäß ausgestalteter Gebäude zu einer neuen Lebensart werde. Fachwerkhäuser dürften nicht nur bewohnbar gemacht, es müsse vielmehr eine besondere Gebäudequalität entwickelt werden.

Jetzt „vorbildliches Gebäude“: das Territorialmuseum in der Amtsgasse 32. Foto: Scharkopf

Die preisgekrönten Arbeiten würden Standards an den Tag legen, deren Qualität weit über dem durchschnittlichen Bauen liege, sagte Jury-Vorsitzende Manfred Gerner weiter. Zu dieser Jury gehörten der Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, Prof. Stefan Winghart, der Celler Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende als ADF-Vorsitzender, ADF-Geschäftsführerin Diana Joneleit. Zimmermeister Hartmut Pfeiffer, Gerwin Stein von der Beratungsstelle für Handwerk und Denkmalpflege sowie Manfred Gerner als Präsident der ADF. In der Begründung für den Deutschen Fachwerkpreis 2015 für das Territorialmuseum in Babenhausen, der das Prädikat „Auszeichnung“ enthält, heißt es unter anderem: „Babenhausen im südlichen Hessen verfügt über ein großes, noch weitgehend geschlossenes Fachwerkensemble. In einem historischen Areal mit viel Bauunterhaltungsrückstand liegen die ehemaligen Gaylingschen Höfe. Einer dieser Höfe in der Amtsgasse 32 weist in seinen steinernen Untergeschossen wie im Fachwerkobergeschoss und dem Giebel qualitätsvolle Renaissancemerkmale auf.“

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Manfred Gerner wies ausdrücklich auf die Sanierung für das neue Nutzungsziel, nämlich ein Territorialmuseum, das von Heimat- und Geschichtsverein betrieben wird, hin. Dabei seien in einer „außergewöhnlich guten handwerklichen Arbeit“, insbesondere von Zimmerleuten, Tischlern, Putzern und Malern alle denkmalpflegerischen Zielvorstellungen erfüllt worden. Das hohe Lob der Jury: „Das Gebäude hat jetzt einen Vorbildcharakter.“ (wg)

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Quelle: op-online.de

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