Themen für Ortsvorsteher Walter Herbert

„Zu viel Verkehr in Bummelgass’“

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Walter Herbert genießt die Ruhe in seinem Garten.

Babenhausen - Nächstes Jahr stehen Kommunalwahlen an, die über die Zusammensetzung der Parlamente in den Städten und Gemeinden entscheiden.

Vor allem für die Babenhäuser Stadtteile ist es von Bedeutung, darin ausreichend Gehör zu finden und bei den Interessen berücksichtigt zu werden. In einer Serie stellen wir die Ortsvorsteher und die Belange der Stadtteile vor. Diesmal hat sich unser Mitabeiter Michael Just mit Walter Herbert (Freie Wähler) von der Kernstadt unterhalten.

Wie kamen Sie zur Politik?

Ich war schon immer politisch interessiert. Schon in meiner Lehrzeit als Fernsehtechniker haben wir freitags die Bundestagsdebatten geschaut. Das ergab sich beim Reparieren, wenn das Testgerät lief. In der Technikerschule hat mich mein ehemaliger Meister in die CDU gebracht. Auch in Babenhausen war ich zunächst bei der CDU und im Ortsbeirat.

Heute gehören Sie allerdings den Freien Wählern an...

Es gab gewisse Vorkommnisse mit meiner vorherigen Partei, auf die ich heute nicht mehr eingehen will. Bei den Freien Wählern gefällt mir, dass jeder seine Meinung frei äußern kann. Das gilt auch für Abstimmungen, wenn man sich vorher vor der Fraktion erklärt hat.

Das ist Ihre erste Legislaturperiode als Ortsvorsteher. Wie kamen Sie zu dem Amt?

Ich bin Nachrücker von Adolf Breer, der vor vier Jahren das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgab.

Die Kernstadt hat die meisten Einwohner in Babenhausen. Werden sie oft für Belange und Wünsche angesprochen?

Eher selten. In der Kernstadt hat man oft den Eindruck, dass sich viele Bürger eher ungern äußern und Stellung beziehen. Wenn, dann waren es kleine Dinge wie ein Loch in der Straße. Im Prinzip wurde deutlich, dass der Ortsbeirat in der Kernstadt nicht die Bedeutung besitzt wie in den Stadtteilen.

Wie man hört, sind Sie in den letzten Tagen durch den Rad- und Schulweg, der durch das Baugebiet Lachewiesen II wegfällt, vermehrt konsultiert worden. Konnten Sie helfen?

Die Situation hat ein wenig die Ohnmacht des Ortsvorstehers gezeigt, der ja nur beratende Funktion hat. In solchen Fällen kann ich nur auf die Fraktionsvorsitzenden verweisen, dass die das Thema ins Stadtparlament bringen.

Wie weit sind Sie in die politischen Geschehnisse eingebunden?

Insgesamt würde ich mir eine bessere Einbindung vom Rathaus wünschen, was den Informationsfluss angeht. Ein Beispiel ist das Thema Sanierung und Straßenbeitragssatzung, bei dem unser Ortsbeirat erst sehr spät Kenntnis darüber erhielt, dass in der Ludwigstraße und der Ziegelhüttenstraße begonnen wird. Bei den meisten Dingen muss ich mich selbst informieren, was ich unter anderem als Gast in den Ausschüssen oder der Stadtverordnetensitzung tue.

Welche Themen waren Gegenstand der letzten Ortsbeiratssitzung?

Der Seniorennachmittag in der Kernstadt, die Neuauflage der blühenden Altstadt 2016 und der Durchgangsverkehr in der Bummelgass’. Vor allem abends wird dort zu schnell gefahren und viele Stellen sind zugeparkt. Ich wäre dafür, dass die Bummelgass’ wieder nur für Anlieger und Zulieferer offen ist. Es ist einfach schöner zu sitzen, ohne dass Autos vorbeifahren.

Welche anderen Probleme müssten für Sie angegangen werden?

Der Hundekot ist trotz der Hundetoiletten mit ihren Tüten leider immer noch ein Problem. Hier scheint nur eine Satzung mit Strafe zu helfen. Auch der ruhende Verkehr müsste in der Kernstadt besser überwacht werden. Viele Schilder werden einfach ignoriert.

Den Beschluss, Strom zu sparen, indem die nächtliche Beleuchtung in der Stadt runtergefahren wird, teilen Sie nicht ganz...

Ohne Sperrstunde haben die Wirtschaften länger auf. Nachts heimlaufen und nichts sehen ist keine gute Lösung.

Thema Aus für das Waldfest: Wie groß ist die Tragödie?

Als Gremiumsmitglied halte ich es für schade, aber man muss mit der Zeit gehen. Die Leute nehmen das Fest nicht mehr so an wie früher. Da war der Besuch für jeden Babenhäuser eine Pflicht. Der Aufwand lohnt sich für einen Tag auch nicht.

Sind Sie mit dem Vereinsleben zufrieden?

Es fehlt natürlich wie überall der Nachwuchs. Sehr gut geht es beim Blasorchester und bei den Handballern. Hie muss man sagen, dass dafür von den beiden Vereinen auch richtig viel getan wird.

Wie sehen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Babenhausen?

Das VW-Schulungszentrum ist schön, bringt aber wenig Umsätze. Für mich sind vor Jahren Fehler gemacht worden, als man es versäumte, mehr Industrie anzusiedeln. Da wäre es besser gewesen, statt vieler kleiner ein großes Gewerbegebiet auszuweisen. Der Riemen war eine gute Sache, an die leider nicht in gleicher Form angeknüpft wurde.

Was wünschen Sie sich für Babenhausen?

Viel Gewerbe und viel Geld. Durch die Haushaltskonsolidierung ist man nahezu überall gebunden und kann wenig bewegen.

Quelle: op-online.de

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