Gute Nachbarschaft ist goldwert

Wohnungseinbrüche können mit einfachen Mitteln vermieden werden

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Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis Darmstadt-Dieburg hat seit 2006 zugenommen. Erfreulich ist jedoch, dass es immer häufiger bei einem Versuch blieb – für die Polizei ein Zeichen guter Präventionsarbeit.

Babenhausen - Auch wenn die Tage langsam wieder länger werden, haben Einbrecher immer noch Hochkonjunktur. Doch mit wenigen Präventionsmaßnahmen kann das eigene Heim vor fremden Eindringlingen geschützt werden. Von Corinna Hiss 

Das ist eigentlich keine erfreuliche Statistik: Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gab es 2015 mehr Wohnungseinbrüche als noch im Jahr davor. Somit ist die Zahl von 302 auf 348 gestiegen. Auch die Aufklärungsquote im Kreis gibt keinen Grund zur Freude: Mit 20,4 Prozent ist sie noch geringer als 2014 (immerhin 30,1 Prozent). Ein positives Merkmal weiß Thomas Raths, Leiter der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg, beim jüngsten Pressegespräch jedoch zu berichten: In 146 Fällen ist es 2015 bei einem Versuch geblieben, was 42 Prozent aller Einbrüche beinhaltet. Auch Babenhausen ist vor Kriminellen nicht gewappnet gewesen. 2015 gab es insgesamt neun Wohnungseinbrüche in der Kernstadt und den Stadtteilen. Hauptzeit, in der die Täter zugeschlagen haben: Oktober bis März. „Es ist wirklich erstaunlich“, erzählt Raths auf Anfrage, „sobald die Uhr Ende März auf Sommerzeit umgestellt wird, gehen die Zahlen zurück.“ Doch was bedeutet das im Umkehrschluss? „Einbrecher lieben Dunkelheit“, sagt Raths und nennt damit auch gleich die stärkste Präventionsmaßnahme: Licht.

Entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung, der Täter könne einen nachts im Schlaf überraschen, findet ein Großteil der Einbrüche zur sogenannten „Tageszeit“ statt. Die wird von 6 bis 21 Uhr gerechnet – also fallen darunter auch einige Stunden im Morgen und Abend, in denen es im Winter bereits dunkel ist. „Der Täter ist in der Regel nicht auf Konfrontation aus. Er kommt dann, wenn er sich alleine wähnt“, so der Polizeidirektor. Düstere Wohnungen und Häuser seien dafür das einfachste Indiz. „Eine Zeitschaltuhr kann dem leicht entgegenwirken. Der Dieb denkt, es ist jemand zu Hause und zieht weiter“, beschreibt Raths. Mindestens ebenso bedeutend wie das eingeschaltete Licht sei aber gerade bei einem längeren Urlaub auch die soziale Kontrolle. „Nachbarschaftshilfe ist unheimlich wichtig“, sagt er. Dazu gehöre auch, regelmäßig den Briefkasten zu leeren oder ab und zu nach dem Rechten zu sehen. „Alles, was darauf hindeutet, dass jemand schon längere Zeit nicht mehr zu Hause gewesen ist, macht das eigene Heim zum Zielobjekt für Kriminelle“, sagt Raths.

Doch wer ist es, der skrupellos in die Privatsphäre anderer Menschen eindringt, ihre Sachen durchwühlt und schlimmstenfalls mitnimmt? Laut Raths gibt es im Landkreis zwei unterschiedliche Typen, die gleichermaßen zuschlagen: zum einen die spontanen Kriminellen, die dort einsteigen, wo sich die Gelegenheit ergibt, zum anderen solche, die durch Klingeln oder Anrufen testen, wer zu Hause ist und wer nicht. Letztere organisieren sich oft in Banden und starten ganze Einbruchsserien – werden sie überführt, hebt das die Statistik gleich um einiges an.

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Dass die Fälle im Landkreis, in denen es bei einem Einbruchsversuch blieb, in den vergangenen Jahren stetig weiter gestiegen ist, zeigt Raths, dass ihre polizeiliche Arbeit gefruchtet hat. „Viele setzen unsere beschriebenen Präventionsmaßnahmen um und erschweren es damit dem Kriminellen“, sagt der Polizeidirektor. Neben Licht oder nachbarschaftlicher Hilfe gehöre auch die Verriegelung an Haus oder Wohnung zu einem Thema, das viele nicht richtig umsetzen. Ein Beispiel dafür: Jemand schließt seine (beleuchtete) Vordertür drei Mal ab, die Einbrecher kommen aber leicht zur dunklen und nur mit einem alten Schloss versehenen Hintertür herein. Oder: Nachts vor dem Schlafen wird ordentlich verriegelt, auf dem Weg zur Arbeit allerdings das Badfenster oder die Terrassentür gekippt gelassen.

„Wir predigen immer: Sichern Sie ihre Wohnung oder ihr Haus ausreichend und schließen sie alle Türen und Fenster, bevor Sie gehen“, sagt Raths. Auch viele Babenhäuser haben das 2015 beachtet, weshalb die Diebe in drei der neun Fälle am Eindringen in die Privatsphäre scheiterten. Eine Tat konnte immerhin aufgeklärt werden. Der Blick aufs Vorjahr zeigt, dass die Gersprenzstadt entgegen des Landkreis-Trends 2014 mehr Einbrüche zu verzeichnen hatte als 2015. In dieser Zeit gab es insgesamt 15 Fälle, sieben blieben ein Versuch, zwei wurden aufgeklärt.

Quelle: op-online.de

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