Traktorfreunde haben ein seltenes Modell über Jahre liebevoll restauriert

Ein flotter Mittsiebziger

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Traktorsammler und Restaurator Reinhard Geißler am Steuer seines MAN Ackerschleppers AS 250. Zu sehen sein wird er beim Altstadtfest am kommenden Wochenende.

Babenhausen - Reinhard Geißler ist einer der Köpfe der Babenhäuser Traktorfreunde, die beim Altstadtfest wieder ein großes Treffen alter Schlepper hinter der Stadtmühle auf die Beine stellen. Von Petra Grimm 

In diesem Jahr präsentiert er ein besonderes Schmuckstück: einen MAN Ackerschlepper AS 250. Die Begeisterung für Traktoren ist Reinhard Geißler schon in die Wiege gelegt worden. Auf den Feldern, die zum landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern gehörten, steuerte er bereits mit zehn Jahren einen Schlepper und konnte auch schon einiges daran reparieren. Das kam ihm später bei seiner Ausbildung zum Kfz-Mechaniker zu Gute. Auch wenn er beruflich schließlich ganz andere Wege ging – er hat eine Gerüstbau-Firma aufgebaut, die er inzwischen gemeinsam mit seinem Sohn führt – ist die Begeisterung für Landmaschinen, vor allem historische Trecker, geblieben. Seit 14 Jahren sammelt und restauriert der 58-jährige Babenhäuser alte MAN-Traktoren.

Sein neues Vorzeigestück ist ein AS 250. „Von diesem Modell gibt es heute nur noch etwa 25 Stück, davon sind nur zehn auch fahrbereit“, sagt Geißler. Den AS 250, der von 1938 bis Mitte der vierziger Jahre gebaut wurde, hat er als verrosteten Haufen vor acht Jahren von einem Museum in Norddeutschland mit dem Lkw abgeholt. „Der muss 20 Jahre im Regen gestanden haben“, schildert Geißler den Zustand des Fahrzeuges und zeigt die Bilder vor der Restaurierung. Kaum zu glauben, was er und seine Mitstreiter daraus wieder gemacht haben. „Dass das eine Riesenherausforderung wird und viel Arbeit auf uns zukommt, hatten wir schon vermutet“, erzählt Geißler, aber dass es so dicke kommen würde, hat sie dann doch überrascht. „Im Motor war alles festgerostet“, sagt er und nicht nur dort. Getriebe, Achse, Blechteile – alles wurde komplett zerlegt und erneuert.

Gemeinsam mit seinen Freunden Kurt Fischer, Georg Hartmann, Dieter Geißler und Klaus Rühl hat er das Fahrzeug aus dem Jahr 1942 bis ins Detail restauriert. Jeder der Männer brachte dabei eine besondere Fähigkeit mit ins Team, beispielsweise besondere Kenntnisse von Elektrik oder beim Schweißen von Blechen. „Wir haben nicht ununterbrochen acht Jahre daran gearbeitet. Natürlich immer nur, wenn wir Lust hatten. Aber allein für den Motor haben wir hunderte von Stunden gebraucht“, so Geißler. Jetzt strahlt der 50 PS starke Ackerschlepper im typischen blau-grün der MAN Traktoren. „Mit seinem Vierzylinder-Viertakt-Direkteinspritz-Dieselmotor, der auf 50 PS gedrosselt wurde, war er einmalig vor dem Krieg und einer der modernsten Schlepper“, erklärt der MAN-Fan. Der Trecker hat fünf Vorwärts- und einen Rückwärtsgang und fuhr ursprünglich maximal 20 Stundenkilometer. Nach der Restaurierung ist er jetzt ein bisschen flotter unterwegs.

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Gemeinsam mit den etwa 60 Babenhäuser Traktorfreunden, die betonen, dass sie eine lose Gruppe Gleichgesinnter und kein Verein sind, lädt Reinhard Geißler beim Altstadtfest am kommenden Wochenende – 10. und 11. September – zum inzwischen 14. Treffen hinter der Stadtmühle ein. Aus der ganzen Region werden sich dann wieder Oldtimer-Traktoren auf den Weg nach Babenhausen machen. Der Schlepperfahrer mit der weitesten Anreise und der Fahrer des ältesten Fahrzeugs erhalten einen Preis. Vorführungen mit historischen landwirtschaftlichen Geräten werden ebenfalls für Unterhaltung sorgen.

Für mehr Informationen zu den Traktorfreunden Babenhahausen stehen Reinhard Geißler unter Tel.: 0171/2650407 oder Martin Schober unter Tel.: 06073/80853 zur Verfügung.

Quelle: op-online.de

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