Treffen der Industrievereinigung Großraum Dieburg

Durchfahrt für Lkw auf Wunschzettel

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40 Vertreter aus den 38 Mitgliedsfirmen bedeuteten einen neuen Rekord für eine Versammlung der IGD.

Babenhausen - Sie versteht sich als Forum nicht nur für die Industrie, sondern auch für anderes Gewerbe und Dienstleister: die Industrievereinigung Großraum Dieburg (IGD). 38 Unternehmen gehören dem regionalen Zusammenschluss derzeit an. Von Jens Dörr

In der Industrievereinigung Großraum Dieburg (IGD) spielt Babenhausen eine große Rolle. Denn mit Ausnahme von dreien aus Darmstadt und je einem aus Messel, Michelstadt und Obertshausen sitzen die IGD-Mitglieder sämtlich im Ostkreis Darmstadt-Dieburgs. Mit zwölf Firmen (neben Dieburg mit elf Firmen) ist die Wirtschaft Babenhausens besonders stark vertreten. Entsprechend war es fast logisch, dass eine der wichtigsten Veranstaltungen der IGD in der jüngsten Zeit am Dienstagabend im Hotel Residenz in der Babenhäuser Ziegelhüttenstraße stattfand. Neben Networking und Einblicken in das bekannte Vier-Sterne-Haus standen im Beisein von 40 Wirtschaftsvertretern die Jahreshauptversammlung an.

Auf dem Wunschzettel der Vereinigung: Perspektivisch wieder „geöffnet“ werden soll die Durchfahrt für Lkw mit mehr als 3,5 Tonnen durch Darmstadt – zumindest für Fahrzeuge von Unternehmen aus dem Ostkreis Darmstadt-Dieburg. Hier informierte IGD-Vorsitzender Gerhard Rheiner von Stihl Dieburg über ein Gespräch unter anderem mit Hessens CDU-Generalsekretär Manfred Pentz (Groß-Zimmern). „Ich habe deutlich gemacht, wie wichtig eine Sonderregelung für Unternehmen des Landkreises ist“, so Rheiner. In einen Schriftsatz sollen auch die Gedanken heimischer Firmen zur derzeit verbotenen Durchfahrt formuliert und damit weiter auf die unbefriedigenden Situation aufmerksam gemacht werden.

Zunächst hatte Gastgeber Slavko Todic das Wort. Der Kroate kam vor 26 Jahren nach Babenhausen und begann im Westen der Stadt mit einer kleinen Gaststätte samt Kegelbahn. „Über die Jahre hinweg hat sich das gut entwickelt“, berichtete der Inhaber des Hotels Residenz, das ebenfalls IGD-Mitglied ist. Was einst als „Keglerklause“ bekannt geworden war und sich damit irgendwann begrifflich unter Wert verkauft hatte, änderte auf Anraten aus den Reihen der IGD vor sieben Jahren den Namen. 2009 gab Todic seinem Betrieb mit der Gründung einer GmbH zudem ein anderes rechtliches Dach. Das Geschäft habe sich enorm ausgeweitet, führte Todic aus: Mit Hotel-, Gaststätten-, Konferenz- und Cateringbetrieb – allein 170 Veranstaltungen außer Haus beliefere man derzeit jährlich – seien inzwischen nicht nur seine Frau, zwei Kinder und er befasst, sondern auch 34 Mitarbeiter. Hoffnungen auf eine weitere Expansion brächten in unmittelbarer Nachbarschaft einerseits die Entwicklungen am Opel-Testcenter sowie im VW-Schulungszentrum mit sich.

Einen kleinen Teil dazu beitragen, dass Babenhausens mit 43 Zimmern größtes Hotel (IGD-Vorsitzender Rheiner: „Hier in der Region haben wir einen Mangel an guten Hotels. Und – das sage ich als Schwabe – auch an guten Restaurants“) seinen guten Ruf auch künftig wahren und ausbauen könnte, könnten auf absehbare Zeit auch zwei „Joblinge“: Mit ihnen bildete sich am Dienstagabend eine Brücke zwischen dem Hotel Residenz und einem Part des IGD-Engagements. „Joblinge“ ist eine Stiftung, die es „Gestrandeten, bei denen es aber noch ein Fünkchen Hoffnung gibt“, ermöglichen wolle, doch noch den Schritt in Lohn und Brot zu schaffen. Auch Stihl in Dieburg beschäftigt im Rahmen eines Praktikums derzeit einen „Jobling“. Das Hotel Residenz hat gerade zwei von ihnen eingestellt und ihnen berufliche Perspektiven eröffnet.

Rheiner riss zudem kurz die Betriebsbesichtigungen der IGD, die Beteiligung am Arbeitskreis „Schule-Wirtschaft“ sowie einen Runden Tisch mit dem Titel „Flüchtlinge in Ausbildung bringen“ an. Landrat Klaus Peter Schellhaas berichtete zum Umgang des Kreises mit der derzeit hohem Zahl an Asylsuchenden.

Quelle: op-online.de

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