Turnverein Hergershausen wird 120 Jahre alt

Breitensport als Steckenpferd

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An verschiedenen Spiel- und Sportstationen waren die großen und kleinen Gäste zum Mitmachen eingeladen. Die Kinder waren mit Eifer bei der Sache.

Hergershausen - Mit einem großen Spiel- und Sportfest feierte der Hergershäuser Turnverein sein 120-jähriges Bestehen. Vor allem für die kleinen Stadtteilbewohner bot der rund 720 Mitglieder zählende Verein an zehn Stationen zum Mitmachen und ausprobieren viel Spaß. Von Petra Grimm 

Mit einem Zehn-Kilometer-Lauf für alle Interessierten war die Veranstaltung gestartet. Bei Kaffee und Kuchen war auch für Geselligkeit gesorgt. Von Luftballontanz, Seilspringen und Frisbee-Golf über Sackhüpfen und Wasserspiele bis Wikinger-Schach war jede Menge Unterhaltung für die Gäste geboten. Mit Beachtennis präsentierte der Verein, der von den drei gleichberechtigten Vorsitzenden Dr. Ute Beck, Eline Kuipers und Philipp Hezel geführt wird, auch eine der Trendsportarten, die neu im Programm sind.

Etwa 280 Mitglieder sind Kinder und Jugendliche, die bereits im Krabbelalter beim gemeinsamen Turnen mit Mama, Papa oder den Großeltern hier eine sportliche Heimat finden. Ein wichtiger Programmpunkt bei der Geburtstagsparty am Sonntag war dann auch die Ehrung der 98 kleinen Sportler, die bei den Vereinsmeisterschaften mitgemacht haben. Für alle gab es Urkunden und Medaillen.

„Die Jahrgänge 2001 bis 2011 haben sich im leichtathletischen Dreikampf gemessen. Wir haben die Vereinsmeisterschaften in diesem Jahr in den Turnstunden durchgeführt, sonst oft beim Fest im Sommer“, sagte Monika Belzner, eine der rund 30 engagierten Übungsleiter. Sie ist seit Jahrzehnten gemeinsam mit Dr. Ute Beck und anderen Helfern auch für das beliebte Zeltlager verantwortlich. In zwei Altersgruppen aufgeteilt, erleben die Kinder und Jugendlichen dabei im Sommer eine aufregende gemeinsame Zeit auf dem Vereinsgelände. „Bereits seit 1978 bieten wir das Zeltlager für die Kinder an. Am Anfang waren wir noch auf einer Wiese im Wald“, erinnert sich Dr. Ute Beck.

Das Freigelände des Vereins, das Platz für eine Sprunggrube, ein Beachvolleyballfeld, eine Laufbahn und anderes bietet, wurde 1978 vor allem durch den tatkräftigen Einsatz vieler älterer Mitglieder geschaffen und 1982 mit dem Bau eines Vereinshäuschens vervollständigt. Die meisten Turn- und Gymnastikstunden, das Tanzen oder auch Kurse wie Pilates oder Rückenschule finden im Bürgerhaus statt.

„Der Schwerpunkt des TVH liegt auf dem Breitensport“, sagte der Rechner Marcus Barth. Aber mit der Lauf- und Rope-Skipping-Abteilung werden auch erfolgreich Wettkämpfe absolviert. Mit viel ehrenamtlichem Engagement wurden im vergangenen Sommer die drei Tennisplätze, die viele Jahre im Dornröschenschlaf lagen, wieder hergerichtet, so dass jetzt auch Tennis, inklusive Trainerstunden, angeboten wird.

Die größten Sensationen der Sportgeschichte

Ein wichtiges Aushängeschild des Vereins, der Angebote für alle Altersklassen, Einzel- und Mannschaftssport im Programm hat, ist sein Blasorchester. Diese beliebte Abteilung war als Spielmannszug von der Vereinsgründung an dabei. Die geht auf Philipp Reinheimer und Georg Klein zurück. Im Jahr 1896 gingen sie im Dorf, das damals 680 Einwohner hatte, von Haus zu Haus, um für ihre Idee zu werben.

25 junge Männer ließen sich für die Turnkunst begeistern, so dass es am 8. August des gleichen Jahres in der Gastwirtschaft Dörr zur Gründungsversammlung kam. In der Satzung aus den Gründertagen steht als Zweck des Vereins „die körperliche Ausbildung und Beförderung der Geselligkeit“. Dem fühlen sich offensichtlich auch die nachfolgenden Generationen noch verpflichtet, die beide Bereiche beim fröhlichen Fest zum 120-jährigen Bestehen erfolgreich integrierten.

Quelle: op-online.de

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