Lärmaktionsplan diagnostiziert Belastungen für Anwohner

Verkehrsfluss vor Lärmschutz an B26

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Viel befahren und entsprechend lärmintensiv für die Anwohner: die B26 bei Babenhausen.

Babenhausen/Darmstadt - Die zweite Stufe eines Lärmaktionsplans hat das Regierungspräsidium Darmstadt jetzt vorgelegt. Es geht in dem Papier um den Straßenverkehr im Regierungsbezirk, der sich von der Wetterau im Norden bis an den Neckar im Süden erstreckt.

Es wimmelt von Durchschnitts-, Höchst- und Grenzwerten, Messverfahren und Verbesserungsvorschlägen im Lärmaktionsplan des Darmstädter Regierungspräsidiums. Auch Babenhausen findet darin Erwähnung, und dabei geht es vor allem um die B 26. Einem Teil der Anwohner werden Belastungen durch den Verkehr diagnostiziert. Einer Entlastung durch eine Reduzierung der Geschwindigkeit in den Nachtstunden auf 30 km/h wird dennoch eine Absage erteilt. Die wichtigste Einheit in dem Text ist zweifellos Dezibel, genau genommen dB (A), wobei das (A) für eine Anpassung der Einheit an die Eigenheiten des menschlichen Gehörs steht. Die kritischen Grenzwerte für Lärmbelastung durch Verkehr werden tags (6 - 22 Uhr) bei 75 dB (A) und nachts (22 - 6 Uhr) bei 55 dB (A) gesehen. Die Richtwerte liegen allerdings höher. Nach Lärmberechnungen wird tags diese Grenze bei 39 Betroffenen um bis zu fünf dB (A), bei 18 sogar um bis zu zehn dB (A) überschritten. Nachts liegen die Belastungen bei 38 Betroffenen zwischen 55 und 60 dB (A), bei 30 zwischen 60 und 65 dB (A).

Eine grundlegende Verbesserung brächte der Bau der Südumgehung. Dieses Projekt ist zwar im neuen Entwurf des Bundesverkehrswegeplans geblieben, wird aber weiterhin nur als „weiterer Bedarf“ eingestuft und hat damit kaum eine Chance auf eine zeitnahe Realisierung. Also wird der Ist-Zustand betrachtet, den Hessen Mobil berechnet hat. Festgestellt wird bei Beibehalt der 50 km/h-Regelung: „Die Richtwerte für den Tag von 72 dB (A) sind nicht überschritten. Die Richtwerte für die Nacht von 62 dB (A) sind je nach Abstand zur Straße (B 26) an allen berechneten Gebäuden überschritten. Hier sind die höheren Richtwert-Überschreitungen im Zusammenhang mit dem Störzuschlag an Signalanlagen zu sehen“ – also vor allem am Abzweig nach Schaafheim und an der Unterführung in die Innenstadt.

Nach den Berechnungen von Hessen Mobil sind bei der aktuell geltenden Höchstgeschwindigkeit an den meisten Wohngebäuden die Grenzwerte für eine Förderung im Zuge der Lärmsanierung an Bundesstraßen (Tag 69 dB (A) / Nacht 59 dB (A)) überschritten. Daher kann von den betroffenen Gebäudeeigentümern bei Hessen Mobil Lärmsanierung beantragt werden.

Es gibt Alternativen – zum Beispiel ein Lkw-Nachtfahrverbot. Damit würden die Richtwerte von 62 dB (A) an allen Gebäuden nachts unterschritten. Die Lärmsanierungsgrenzwerte von 59 dB (A) würden an einigen Gebäuden überschritten. Der Lärmpegel würde um aufgerundete drei dB (A) verringert. Auch ein Tempolimit von 30 km/h in der Nacht würde eine Verringerung des Lärmpegels von aufgerundet 3 dB (A) erbringen. Bei der Mehrzahl der Gebäude wären die Richtwerte dann allerdings gar nicht mehr oder nur ganz leicht überschritten.

Die Untere Straßenverkehrsbehörde beim Landkreis Darmstadt-Dieburg hat diese Szenarien geprüft und kommt zu dem Schluss: „Aufgrund der überregionalen Bedeutung der B 26 in diesem Bereich wird derzeit von einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h in der Zeit von 22 bis 6 Uhr abgesehen.“

Im betreffenden Streckenabschnitt der B 26 von insgesamt 1,5 Kilometern Länge befänden sich nur etwa 20 Wohnhäuser, die durch verkehrsrechtliche Maßnahmen vor Lärmimmissionen zu schützen seien. Bei den Lärmberechnungen seien an den meisten nur geringfügige Überschreitungen der Richtwerte festgestellt worden.

gün

Quelle: op-online.de

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