Babenhäuser Weihnachtsmarkt

Adventstreiben dank Eigeninitiative

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Traditionell bereichern die Lieder des Langstädter Kinderchores die Eröffnung des Weihnachtsmarktes.

Babenhausen - Über 90 Marktbeschicker, Vereine und andere Gruppen sorgten in der Babenhäuser Altstadt für adventlichen Budenzauber, Live-Musik und Geselligkeit. Von Petra Grimm 

Zum 44. Mal organisierte das örtliche DRK die stimmungsvolle Veranstaltung, die aus einer Kerzenverkaufsaktion des Jugendrotkreuz’ 1973 mit sechs Ständen begann. Mit den Auftritten verschiedener Chöre und Orchester, der großen Hobbykünstlerausstellung in der Stadtmühle, dem Nachtwächterrundgang, der lebenden Krippe, dem verkaufsoffenen Sonntag und anderen Höhepunkten wurde ein Weihnachtsmarkt geboten, der kaum Wünsche offen ließ. Und das trotz der vorläufigen Haushaltsführung der Stadt, was zur Streichung aller freiwilligen Leistungen führte.

Dass kaum Abstriche am gewohnten Programm nötig wurden, ist dem Organisationstalent des DRK-Vorsitzenden Helmut Fendt zu verdanken, der ehrenamtliche Helfer und örtliche Firmen fand, die ihn mit Arbeitsleistungen und Geräten, aber auch finanziellen Mitteln unterstützten. Ihnen allen dankte Fendt bei der offiziellen Eröffnung, die der Langstädter Kinderchor, eine Kooperation der Markwaldschule und des Gesangvereins Liederkranz, musikalisch umrahmte. „Wir haben dieses Jahr viel in Eigenhilfe geschafft, aber auf Dauer kann das nicht so weitergehen. Wir brauchen für gewisse Sachen auch Unterstützung“, sagte Fendt, der in der Vergangenheit von Seiten der Stadt vor allem durch Arbeitsleistungen des Bauhofs bezuschusst wurde.

Bürgermeister Joachim Knoke wünschte den Bürgern eine „schöne Einstimmung auf die Vorweihnachtszeit“ und forderte sie auf, „auch einmal die Seele baumeln zu lassen“. Dass man sich Ende des Jahres, die Zeit nehmen sollte, zur Besinnung zu kommen und über die wichtigen Dinge im Leben nachzudenken, regte die Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück an.

Treue Marktbeschicker ehrte der DRK-Vorsitzende. Bernd Pöschl und Siegfried Kinz, die den Weihnachtsmarkt seit 20 Jahren mit ihrem gemeinsamen Stand bereichern, zeichnete Fendt mit einer Urkunde aus. Neben Glühwein und Schoko-Nikoläusen aus dem Odenwald bieten die beiden Babenhäuser einen selbstgemachten Spießbraten an, der zu den kulinarischen Höhepunkten der Marktmeile gehört.

Weihnachtsmarkt in der die Babenhäuser Altstadt: Bilder

Wer sich mit beeindruckenden, selbstgefertigten Dingen, von Patchworkdecken und Holzspielzeug über Silberschmuck und Taschen aus gefilzter Wolle bis zu Gelees und Likören eindecken wollte oder Ideen für eigenes kreatives Schaffen suchte, war in der Stadtmühle am richtigen Ort. Hier präsentierten sich wieder Hobbykünstler und Kunsthandwerker aller Couleur, vertraute Gesichter, aber auch ganz neue Mitstreiter. Wirklich ungewöhnliche Arbeiten und Geschenkideen waren zu entdecken. So hatte Katharina Laber aus Mainflingen am Ost- und Nordseestrand gefundene Glasstücke mit Silberdraht in ganz besondere Kettenanhänger verwandelt, die sie als „Strandglas“ verkaufte. Karin Rädel aus Seligenstadt bot gemeinsam mit ihrer Tochter Anja bemalte Hufeisen und selbstgenähte Schürzen an, die durch ihre leuchtend bunten Stoffe ins Auge fielen. Die Muster sahen aus wie früher in Deutschland gebräuchliche Stoffe, nur farbenfroher. „Die haben wir in Südafrika gekauft, wo mein Mann aufgewachsen ist und wir einmal im Jahr Urlaub machen. Mich haben sie immer an alte deutsche Kittelschürzen-Stoffe erinnert“, erzählt Karin Rädel, die zu ihrer Überraschung in der afrikanischen Stofffabrik erfuhr, dass der Name dieser dort so beliebten Muster tatsächlich „German Prints“, also deutsche Drucke, ist und dass sie vor vielen Jahren von einem Deutschen eingeführt wurden. Die Seligenstädterin, die aus diesen schönen Stoffen auch kleine Kosmetiktaschen näht, war zum ersten Mal in der Stadtmühle dabei. „Ich habe im Frühjahr in der Offenbach-Post gelesen, dass man sich für den Kunsthandwerkermarkt hier bewerben kann. Erst nachdem ich von Herrn Fendt die Zusage hatte, haben wir mit dem Nähen begonnen“, erzählt sie schmunzelnd.

Sie habe bereits ihre ganze Verwandtschaft und ihre Freunde und Bekannten mit selbst genähten Schürzen versorgt. „Dabei ist mir aufgefallen, dass sich die Frauenwelt in zwei Lager teilt, in die eine Hälfte, die unbedingt eine Schürze beim Kochen tragen will und die andere, die es kategorisch ablehnt.“

Quelle: op-online.de

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