1700 Euro fehlen noch

DRK stemmt Weihnachtsmarkt ohne städtische Hilfe

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Schreiner Jens Kattner, zwei seiner Mitarbeiter, Mitglieder vom DRK-Ortsverein sowie der Babenhäuser Schornsteinfeger und Nachtwächter Burkhard Schimpf haben beim Aufbau der Krippe auf dem Schlossplatz mitangepackt.

Babenhausen - Unter anderem Vorzeichen wie sonst steht der traditionelle Weihnachtsmarkt des Roten Kreuzes am ersten Adventswochenende in der Altstadt. Aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung kann die Stadt die zweitägige Veranstaltung nicht unterstützen. Von Petra Grimm 

Für den Organisator und Babenhäuser DRK-Vorsitzenden Helmut Fendt bedeutet dieser 44. Weihnachtsmarkt mehr Anstrengung als sonst. Denn aktuell, anderthalb Wochen vor dem ersten Adventswochenende, 26. und 27. November, klafft in seinem Budget noch ein beachtliches Loch von 1 700 Euro für die Straßenreinigung und das Aufstellen der Schilder.

Dieses Geld muss er noch auftreiben. Die Vereinskasse des DRK ist tabu. „Die Beiträge der Mitglieder und Spenden dürfen für solche Zwecke nicht genutzt werden“, erklärt er. „Die Unterstützung der Stadt bestand in der Vergangenheit ja im Wesentlichen aus Sachleistungen, beziehungsweise Arbeitsleistungen des Bauhofs, die jetzt wegfallen“, sagt Fendt, der deshalb überglücklich ist, dass die Schreinerei und Holzwerkstatt Jens Kattner den Aufbau der lebenden Krippe umsonst übernommen hat. Das Holz für die Hütte, in der die Esel und Schafe von Heike Peter während der zweitägigen Veranstaltung zuhause sind, ist aus den Vorjahren noch vorhanden. „Ohne die Unterstützung von Jens Kattner hätte der Markt in diesem Jahr ohne diese Attraktion stattfinden müssen“, berichtet der DRK-Vorsitzende. Das hätten sicher nicht nur die kleinen Besucher bedauert, denn die Krippe mit den Tieren auf dem Schlossplatz ist seit über 15 Jahren ein Publikumsmagnet.

Gemeinsam mit zwei seiner Mitarbeiter, drei Rot-Kreuzlern und dem Babenhäuser Schornsteinfeger und Nachtwächter Burkhard Schimpf hat der Schreiner nun die Krippe aufgebaut. Auch einen Weihnachtsbaum für den Marktplatz hat Organisationstalent Helmut Fendt aufgetrieben. Dabei war es nicht so schwer, jemanden zu finden, der seinen Baum umsonst abgibt. Aber der Holzriese muss ja auch gefällt und auf dem Marktplatz aufgestellt werden. Das wird nun Wolfgang Geißler übernehmen, der sein Fachwissen, seine Arbeitskraft und seine Geräte kostenlos zur Verfügung stellt. Am heutigen Mittwochvormittag soll der große Weihnachtsbaum aufgestellt werden.

Bilder: Weihnachtsmarkt in Babenhausen

Weitere Hilfe haben einige Babenhäuser Geschäftsleute für das Anbringen der Beleuchtung auf der Marktmeile zugesagt. „Organisiert von der Firma Erhard Kattner stellen die Firmen Arbeitskraft und ihre Geräte kostenlos zur Verfügung“, freut sich Fendt. So werden der Marktplatz und die Bummelgass’, die angrenzenden Straßen und die weihnachtlich geschmückte Schlossgasse bis zur Stadtmühle in stimmungsvolles Licht getaucht sein. Abstriche wird es bei der musikalischen Beschallung geben. Die wird auf den Marktplatz und einige ausgewählte Stände beschränkt werden müssen. „Die Kosten für die Gema sind sonst einfach zu hoch“, erklärt er.

Dennoch wird auf dem großen, vorweihnachtlichen Markt im historischen Ambiente der Altstadt wieder viel geboten, wie Fendt ankündigt: Weihnachtsdekoration, Schmuckstände, viele Stände mit weihnachtlichen Geschenkideen, Spielwaren und vieles mehr erwarten die Besucher. Auf dem Marktplatz wird ein romantisches Kinderkarussell gemächlich seine Runden drehen. An beiden Tagen wird der Nikolaus mit Geschenken für die kleinen Besucher unterwegs sein. Verschiedene Chöre und Musikgruppen werden auf der Weihnachtsbühne der Firma Fendt auf dem Marktplatz Konzerte geben. Am Samstagabend um 19 Uhr wird es als besonderen Höhepunkt wieder einen historischen Nachtwächterrundgang durch die malerische Altstadt geben.

Am Sonntag sind die Geschäfte im Weihnachtsmarktbereich verkaufsoffen und die evangelische Kirchengemeinde veranstaltet ihren Basar. Außerdem werden verschiedene Babenhäuser Einzelhändler aus der Bummelgass’ und auch der eine oder andere Verein, beispielsweise das DRK mit seiner Hundestaffel, mit Ständen beteiligt sein. Der DRK-Vorsitzende weist noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass eine Teilnahme am Babenhäuser Weihnachtsmarkt mit einem Stand nur mit einem schriftlichen Vertrag des Veranstalters möglich ist.

Quelle: op-online.de

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