Ernste Worte anlässlich besonderer Zeiten

Babenhäuser Weihnachtsmarkt: Lebende Krippe und offene Geschäfte

+
Der Kinderchor aus Langstadt eröffnete traditionell den Babenhäuser Weihnachtsmarkt mit adventlichem Gesang.

Babenhausen - Die 43. Auflage des Weihnachtsmarktes des Babenhäuser DRK brachte 90 Marktbeschicker, Vereine und Gruppen unter einen Hut. Die Beteiligten sorgten für 70 Verkaufsstände und weitere Höhepunkte, vor allem musikalischer Art. Von Petra Grimm 

Denn auf der Freiluftbühne auf dem Marktplatz gaben sich viele Chöre und Instrumentalgruppen an beiden Tagen ein stimmungsvolles Stelldichein. In der Stadtmühle zeigten 35 Hobbykünstler die überwiegend beeindruckenden Ergebnisse ihres kreativen Schaffens, einigen konnte an beim Werkeln auch zusehen. Kulinarisch war die Angebotspalette wieder groß. Von Wildschweinbratwurst über asiatische Nudeln und türkische Spezialitäten bis zu süßen Leckereien aus der Abteilung Waffeln, Donuts und Co. mischten sich die Gerüche. Und kalt genug für Glühwein war es auch. In der lebenden Krippe am Schlossplatz ließen sich Schafe und Esel bestaunen. Am Samstag zumindest spielte das Wetter noch mit. So dass die Flaneure in der Babenhäuser Altstadt den Budenzauber im Lichterglanz richtig genießen konnten. Am Sonntag waren viele Geschäfte für Einkäufer geöffnet, so dass das Wetter nicht ausschlaggebende Rolle spielte.

Der Vater aller Babenhäuser Märkte und DRK-Vorsitzende, Helmut Fendt, hatte die Großveranstaltung, die 1973 als Kerzenverkauf des Jugendrotkreuz’ mit sechs Buden begann, wieder mit großem Engagement auf die Beine gestellt. Er ehrte langjährige Beschicker, darunter den Babenhäuser Imker Martin Hartmann, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Gisela seit 20 Jahren seinen Stand beim DRK-Weihnachtsmarkt aufbaut. So weit war eigentlich alles wie jedes Jahr.

Dass dieses Jahr Weihnachten besonders sei, sagte Landrat Klaus Peter Schellhaas bei der offiziellen Eröffnung. Er sprach von den Flüchtlingen in der Kaserne, deren Schicksale ihn sehr bewegten. „Ich stelle mir schon lange nicht mehr die Frage, ob wir helfen sollen. Es ist unsere humanitäre Pflicht, diesen Menschen auf der Flucht vor Tod und Terror beizustehen“, erklärte Schellhaas und schlug einen Bogen zur Heiligen Familie und der Weihnachtsgeschichte. Er wünschte allen Marktbesuchern, dass in ihnen die besondere Stimmung der Adventszeit langsam aufkomme. „Wir brauchen sie dieses Jahr besonders“, so der Landrat, der Helmut Fendt einen gefüllten Umschlag zur Unterstützung des DRK übergab. Bürgermeister Joachim Knoke wünschte den Bürgern eine friedliche Zeit und forderte sie auf, das Adventswochenende zu genießen.

Inspirationen für Freizeitbastler und solche, die es werden wollen, gab es in der Stadtmühle. Ein Mitbegründer dieser bunten Kunsthandwerker-Schau war der Schaafheimer Jürgen Purschke, der seit 30 Jahren aus Holz zauberhaftes Kinderspielzeug fertigt. Nur mit Leinöl behandelt und dadurch frei von gefährlichen Stoffen, erfreuen sich seine Fahrzeuge, Puppenbetten, Puzzles und Tiere aus Holz sogar noch zunehmender Beliebtheit.

Bilder: Weihnachtsmarkt in Babenhausen

„Angefangen habe ich ganz klein und mit deutlich einfacheren Spielsachen. Inzwischen habe ich eine 40 Quadratmeter große Holzwerkstatt mit allen Maschinen, die man braucht“, so der Freizeit-Holzarbeiter, der seine Brötchen als Maschinenbauer verdient. An die Anfänge der Hobbykünstlerausstellung beim Babenhäuser Weihnachtsmarkt kann er sich noch gut erinnern. „Das war vor etwa 15 Jahren. Helmut Fendt wollte eine solche Ausstellung gerne in den Weihnachtsmarkt integrieren und war froh, als ich ihm angeboten habe, die Sache zu organisieren“, so Purschke. Dabei ist es geblieben. Nur größer ist die Präsentation der Kreativen über die Jahre geworden.

Begeistert standen die Besucher vor vielen Ständen, darunter der mit gehäkelten Tieren, Schneemännern, Kakteen und anderen wolligen Dingen beladene Tisch von Ulla Mende. „In der Schule habe ich Handarbeit gar nicht gemocht und meine gehäkelten Topflappen damals waren wirklich nicht vorzeigbar“, erzählt sie schmunzelnd. Das hat sich ganz offensichtlich geändert. „Vor ein paar Jahren habe ich mit einer Decke und Socken angefangen. Aber das Häkeln von Tieren, das ich etwa seit sechs Jahren mache, hat mir dann den Kick gegeben“, sagt die Reichelsheimerin. Seither experimentiert und probiert sie herum, um die per Nadel und Wolle geschaffenen Wesen möglichst naturgetreu aussehen zu lassen. „Wie lange ich für ein Tier brauche, kann ich gar nicht sagen, denn ich arbeite selten durchgehend an einem Stück. Bei mir im Haus liegen überall angefangene Ideen herum“.

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare