Externer Betreiber und neues Konzept gesucht

Wer will Stadthalle pachten?

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Kräht schon bald kein Hahn mehr nach der Stadthalle? Beileibe nicht. Die Gerüchteküche brodelt und ob die Stadt in Zukunft dort noch Regie führt, ist ungewiss. Und vielleicht muss für das Parken vor der Halle schon bald bezahlt werden.

Babenhausen - Zwei Prüfanträge hat das Stadtparlament mit großer Mehrheit auf den Weg gebracht. Es geht um die Zukunft der Stadthalle und mögliche Parkgebühren. Von Norman Körtge 

Auf jährlich zirka 250.000 Euro belaufen sich nach Aussage von Bürgermeister Joachim Knoke die Betriebskosten für die Stadthalle in der Kernstadt. Zu viel für eine Kommune, die jeden Euro zweimal umdrehen muss, bevor sie ihn ausgibt. Eine Summe, die der Rathaus-Chef deshalb gerne drastisch verringern, wenn nicht sogar ganz aus den Büchern streichen würde. Die Idee des Bürgermeisters: Die Stadthalle langfristig an einen externen Betreiber verpachten. Einen entsprechenden Prüfauftrag an den Magistrat beschlossen die Stadtverordneten mit großer Mehrheit.

Dass es nicht einfach sein wird, einen Betreiber zu finden, weiß Knoke. Schließlich müsse derjenige erst einmal die Betriebskosten erwirtschaften. Investitionen stehen zum Beispiel im Bereich der Heizungsanlage an, berichtete der Bürgermeister in der Sitzung. Fest stehe auch, dass, wer auch immer zukünftig die Stadthalle betreibt, in seinem Konzept die Vereine angemessen berücksichtigen muss. Ideal wäre beispielsweise, wenn eine Eventagentur mit ins Boot geholt werden könnte. Dass die Halle sowohl positive als auch negative Seiten hat, ist Knoke bewusst. So werden sie von einigen als eine der schönsten im ganzen Landkreis gerühmt, andere bemängeln allerdings die schlechte Akustik.

Kritik kam von Grünen-Politiker Manfred Nodes. Die Stadthalle sei eine der „identitätsstiftenden Merkmale“ für Babenhausen. Deshalb müsse sehr genau geprüft werden, was da an Vorschlägen und Konzepten vorgelegt wird. Sollte die Stadt die Halle an einen externen Betreiber verpachten, würde diese dann als Mieter auftreten, so der Bürgermeister. So hat derzeit zum Beispiel die städtische Kinder- und Jugendförderung in der Stadthalle ihre Büros. Das ob der Zukunft der Stadthalle die Gerüchteküche brodelt, hat diese Woche auch Rathaus-Chef Knoke auf den Plan gerufen. Es geht um das dortige Restaurant „Goldener Engel“. Dieses bleibe „mal mindestens so lange der Vertrag gilt, unabhängig vom weiteren Fortgang der Diskussion um die Stadthalle, in Betrieb“. Anderslautende Gerüchte entbehren jeder Grundlage, so Knoke.

Bilder: Altstadtfest in Babenhausen

Kein Gerücht ist hingegen, dass vielleicht das Parken vor der Stadthalle oder auf anderen innerstädtischen Parkplätzen gebührenpflichtig wird. Ein gemeinsamer Prüfantrag der CDU und der Freien Wähler an den Magistrat fand eine große Mehrheit im Stadtparlament. Im Antrag heißt es: Vom Magistrat ist ein Parkplatzbewirtschaftungskonzept mit einer Wirtschaftlichkeitsrechnung zu erarbeiten sowie eine Parkplatzgebührensatzung vorzuschlagen.

Bürgermeister Knoke wies darauf hin, dass das Erstellen eines Konzeptes und die Beschaffung von Parkautomaten erst einmal mehrere zehntausend Euro kosten wird. Grünen-Abgeordneter Nodes vermisste in diesem Zusammenhang eine „ordentliche Beratung“ im Vorfeld und sprach von einem erneuten „Schnellschuss“. Seiner Meinung nach sei es zu einfach, solche Themen einfach an den Magistrat zu delegieren.

Quelle: op-online.de

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