Landgerichtspräsident Huther geht

„Botschafter des Rechtsstaats in der Region“

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Der Präsident des Landgerichts Darmstadt, der Münsterer Günther Huther, geht in den Ruhestand. Justizministerin Eva Kühne-Hörmann überreicht ihm die Ruhestandsurkunde.

Darmstadt/Dieburg - Der Präsident des Landgerichts Darmstadt, Günther Huther, geht in den Ruhestand. Von 1994 bis 2005 war er Direktor des Amtsgerichts Dieburg.

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat dem Präsidenten des Landgerichts Darmstadt, Günter Huther, die Ruhestandsurkunde überreicht. Günter Huther ist seit 1. Januar 2007 Präsident des Landgerichts Darmstadt und ist mit Eintritt in den Ruhestand zum 1. August mit weit über acht Jahren einer der dienstältesten Behördenleiter der hessischen Justiz. „Wer so einen vielfältigen Lebenslauf hat, bei dem fällt es schwer, sich einen oder zwei besondere Höhepunkte herauszusuchen. Sie waren nunmehr 37 Jahre als Richter tätig und haben Ihr gesamtes berufliches Wirken der hessischen Justiz gewidmet“, so die Justizministerin anlässlich der Urkundenübergabe.

„Auch wenn die meisten Bürgerinnen und Bürger eher selten mit den Landgerichten in Berührung kommen, sind die geänderten Anforderungen an die Justiz dort besonders zu spüren. Während die Amtsgerichte für das Mietrecht, Familien- oder Erbangelegenheiten - also für einen großen Teil des täglichen Lebens der Menschen Verantwortung tragen -, werden bei den Landgerichten Kapitaldelikte und Verfahren mit oft sehr großen Streitwerten verhandelt“, so der Scheidende Landgerichtspräsident. In den letzten Jahren sind gerade solche Verfahren komplexer und umfangreicher geworden. Anklageschriften in großen Wirtschaftsstrafverfahren könnten dann schon mal über 3000 Seiten umfassen, sagte Huther. Die Landgerichte seine deshalb oft die Orte spektakulärer Verfahren und prägen damit ganz besonders auch die öffentliche Wahrnehmung der Justiz. Dies bedürfe auf der einen Seite eines sensiblen Umgangs mit der Öffentlichkeit durch die Gerichte selbst, fordere aber gleichzeitig auch die Richter sowie die Mitarbeiter in ihrer täglichen Arbeit. „Denn gerade wenn der Verlauf einer Verhandlung nicht den öffentlichen Erwartungen entspricht, braucht eine unabhängige Justiz mutige Vertreter“, so Eva Kühne-Hörmann.

Jahrzehntelanger Einsatz für die hessische Justiz

Sie bedankte sich für den jahrzehntelangen Einsatz für die hessische Justiz: „Sie sind als Gerichtspräsident mehr als nur ein Behördenleiter. Sie sind Botschafter des Rechtsstaats in der Region. Auch wenn es nicht immer leicht ist, die Arbeitsweise der Justiz und rechtsstaatliche Zusammenhänge in der heutigen Medienwelt darzustellen, haben Sie diese Aufgabe gemeinsam mit ihren Mitarbeitern in Darmstadt auf besondere Weise ausgefüllt“, so die Justizministerin. Für die Zeit im Ruhestand wünschte die Ministerin Huther alles Gute und viel Gesundheit. Huther wurde 1950 in Münster geboren. Nach seinem Abitur in Dieburg absolvierte er den Grundwehrdienst und studierte Rechtswissenschaften in Frankfurt.

Nach dem juristischen Vorbereitungsdienstes im Landgerichtsbezirk Darmstadt und dem zweiten juristischen Staatsexamen 1977 wurde er Richter auf Probe bei den Amtsgerichten Groß-Gerau, Seligenstadt und Dieburg sowie dem Landgericht Darmstadt. 1981 wurde er zum Richter auf Lebenszeit und 1989 zum Vorsitzenden Richter am Landgericht Darmstadt ernannt. Von 1994 bis 2005 war er Direktor des Amtsgerichts Dieburg,  von Februar 2005 bis Ende 2006 Präsident des Landgerichts Wiesbaden. Seit 2007 ist er Präsident des Landgerichts Darmstadt. Ab 1. August ist er im Ruhestand.

kl

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