Darmstadt im Freudentaumel

Schlossgrabenfest wegen des Aufstiegs der Lilien um einen Tag verlängert

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Hunderttausende feierten beim Schlossgrabenfest Musiker und Sänger wie Mark Forster (kleines Bild) – und dazu auch noch den Aufstieg der Lilien.

Darmstadt - Die Heinerstadt war am Pfingstwochenende im Ausnahmezustand. Zum Schlossgrabenfest, das laut Polizei schätzungsweise „420 .000 und 98 Besucher“ anzog, kam noch der sensationelle Aufstieg der Lilien in die Bundesliga hinzu. Von Lisa Hager

Eigentlich sollte es nach vier Tagen musikalischem Mammut-Programm am Sonntag spät in der Nacht zu Ende gehen. Doch wegen des umjubelten Aufstiegs der Lilien wurde das Schlossgrabenfest spontan um den Pfingstmontag verlängert. Galt es doch, den unglaublichen Erfolg der Darmstädter Kicker angemessen zu feiern. Das Event unter freiem Himmel ist Hessens größtes Musikfestival. Angekündigt waren über 100 Bands mit Rock & Pop, Alternative, Hip-Hop, Cover sowie Singer & Songwriter. Als einer der Top-Acts trat am Sonntag Sänger Mark Forster auf. Der Chartstürmer heizte den Festivalbesuchern dann auch entsprechend ein.

Für den Musikmarathon standen in der Innenstadt rund um das Schloss vier Bühnen und zwei Disco-Bereiche zur Verfügung. Die Polizei registrierte ein rekordverdächtiges Schlossgrabenfest: Aufgrund des Musikangebots, wegen des sportlichen Erfolgs des SV Darmstadt 98, sowie bedingt durch die ideale Witterung wurden die Besucherzahlen aus den letzten Jahren noch übertroffen. „An den vier angesetzten Festivaltagen kamen schätzungsweise 420 000 und 98 Besucher auf das Gelände“, so der Polizeiführer fürs Schlossgartenfest.

Vor und während der Auftritte der Topstars Andreas Bourani und Mark Forster musste das Gelände komplett geschlossen werden, da die Aufnahmekapazitäten des Areals erschöpft waren. Das war eine besondere Herausforderung für die Polizei, da an den Eingängen noch hunderte Musikfans auf einen Einlass hofften. Im Verhältnis zu den Zuschauerzahlen meldete die Polizei nur eine geringe Zahl von Straftaten. Schlägereien und Körperverletzungen waren die Ausnahme, die polizeiliche Präsenz und die Kontrolle von Streitsuchenden zeigten Wirkung.

Gut vorbereitet war die Polizei auf das letzte Fußballspiel der Saison des SV Darmstadt 98 am Sonntagnachmittag vor ausverkauftem Stadion. Zahlreiche Fans, darunter auch rund 2 500 Anhänger des FC St. Pauli, folgten ihren Mannschaften ins Stadion. Bereits beim Eintreffen des Sonderzuges der St.-Pauli- Fans zeigte sich das freundschaftliche Verhältnis der beiden Fanlager. Auf dem Europaplatz fotografierten sich die Fans gegenseitig, man freute sich gemeinsam auf das Spiel.

Zahlreiche Lilien-Fans, die keine Karte mehr für das Spiel bekommen hatten, versuchten von außerhalb, einen Blick auf das Spielfeld zu erhaschen. Hierbei wurden auch Dächer und Bäume in Beschlag genommen. Pünktlich zum Abpfiff wurden alle Tore geöffnet; somit hatten auch die vor dem Stadion wartenden Fans Zugang. Binnen weniger Sekunden hatte sich der Rasen in ein blau-weißes Freudenfest verwandelt. Ausgelassen feierten Heim- und Gästefans gemeinsam Aufstieg und Klassenerhalt.

Hunderttausende Menschen beim Schlossgrabenfest

In der ganzen Stadt fanden erwartungsgemäß auch zahlreiche Autokorsos statt. Gegen 18.15 Uhr war die Tunnelparty im Citytunnel bereits voll im Gange. In der Spitze feierten rund 5 000 Lilien-Fans über zwei Stunden im Tunnel. Auch das Schlossgrabenfest füllte sich nach dem Spiel schnell. Gegen 19 Uhr befanden sich bereits so viele Besucher auf dem Fest, dass die Zugänge geschlossen werden mussten. Wartende Gäste konnten erst wieder eingelassen werden, nachdem Besucher das Fest verlassen hatten. Das wurde den Lilien-Fans bereits im Stadion und auch im Citytunnel über Lautsprecher mitgeteilt. Zahlreiche Fans verweilten daraufhin noch lange im Stadion und feierten dort ausgelassen den Aufstieg. Gestern ging es nach dem großen Autokorso durch die Innenstadt mit der offiziellen Aufstiegsfeier auf dem Karolinenplatz weiter.

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