Klaus Peter Schellhaas bleibt Landrat

Thomas kann selbst zuhause nicht punkten

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Schellhaas bleibt Landrat.

Darmstadt-Dieburg - Mit überwältigender Mehrheit haben die wahlberechtigten Kreisbürger am Sonntag den amtierenden Landrat im Amt bestätigt. Auf Klaus Peter Schellhaas (SPD) entfielen 65,1 Prozent der Stimmen.  Von Lisa Hager

Er setzte sich im ersten Wahlgang gegen drei Mitbewerber durch. Sein stärkster Herausforderer, der Dieburger Bürgermeister Dr. Werner Thomas, der für die CDU antrat, schnitt mit 27,9 Prozent schlechter ab als erwartet. Dass es eine Stichwahl geben würde, davon waren die meisten Beobachter noch am Sonntag überzeugt. Ebenso falsch erwies sich die Prophezeiung, dass die Landratswahl in den wirtschaftsstarken Städten und Gemeinden des Westkreises entschieden werden würde. Auch das traf nicht zu: Der alte und neue Landrat erzielte - zur großen Überraschung selbst seiner Anhänger - in allen 23 Landkreiskommunen die absolute Mehrheit.

Mehr als sogar 70 Prozent erhielt er in sechs Kommunen. In Groß-Bieberau (79,9 Prozent) holte er sein bestes Ergebnis. In Modautal (dort ist er aufgewachsen, war er auch Bürgermeister) kam er auf 79,58 Prozent, gefolgt von Fischbachtal (77,62 Prozent). Ganz nah dran sind Groß-Umstadt (69,4 Prozent), Babenhausen (68,75 Prozent) und Schaafheim (68,35 Prozent). Gegenüber seiner Erstwahl im Jahr 2009 legte der 54-Jährige noch um 10,7 Prozent zu – und das obwohl er damals mit Harald Buschmann (CDU) nur einen Gegenkandidaten hatte. Die wenigsten Stimmen erhielt Schellhaas in Messel (54,37 Prozent), Eppertshausen (53,50 Prozent) und Dieburg (53,89).

Punkten in der Heimatstadt

In seiner Heimatstadt konnte Dr. Werner Thomas naturgemäß punkten: Hier erzielte der 61-Jährige mit 41,4 Prozent sein bestes Ergebnis (Schellhaas: 53,89 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag hier mit 41 Prozent weit über dem Durchschnitt. Über die 40-Prozent-Marke kam Thomas außer in Dieburg nur noch in Eppertshausen (41 Prozent). In nur fünf Kommunen kam er über die 30-Prozent-Marke – beispielsweise in Messel (39,39 Prozent), Groß-Zimmern (38,18 Prozent) und Münster (36,68 Prozent). Am schlechtesten schnitt er – unter 20 Prozent – in Modautal, Fischbachtal und Ober-Ramstadt ab. Für Thomas stimmten am vergangenen Sonntag 18 Prozent weniger Wähler als 2009 für den Kandidaten der CDU.

Die beiden anderen Bewerber ums Landratsamt landeten am Sonntagabend weit auf den hinteren Rängen: Der unabhängige Christoph Zwickler aus Mühltal holte 4,1 Prozent, womit er noch einigermaßen zufrieden war. Wenig erfreut zeigte sich der Altheimer Pirat Peter Löwenstein vom Wahlausgang in eigener Sache: 2,9 Prozent. Was alle übereinstimmend erschreckte: Lediglich 29,2 Prozent aller Wahlberechtigten im Landkreis gingen zur Urne. Erschreckend die niedrigsten Quoten aus dem Westen, aus Weiterstadt (18,2 Prozent), Griesheim (19,3) und Pfungstadt (19,1 Prozent). Die besten Wahlbeteiligungsquoten gab es in Roßdorf und Reinheim, wo mit Christel Sprößler und Karl Hartmann auch die amtierenden SPD-Bürgermeister wieder gewählt wurden. Die Verbindung mit den Bürgermeisterwahlen hatte eine positive Wirkung auf die Landratswahlbeteiligung: Hier gingen immerhin mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten an die Urne.

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