Vermummte Hooligans fallen in Kneipe ein

Schlägerei zwischen Eintracht- und Lilien-Fans

Darmstadt - Mit einem umstrittenen Innenstadt-Verbot für Eintracht-Fans wollen Polizei und Stadt Darmstadt Ausschreitungen beim Bundesliga-Derby zwischen den Lilien- und Eintracht-Anhängern verhindern. In der vergangenen Nacht kommt zu einem ersten großen Polizeieinsatz.

Vor dem brisanten Bundesliga-Derby zwischen Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt hat es gestern eine Schlägerei zwischen Fans beider Fußball-Mannschaften in der Darmstädter Innenstadt gegeben. Wie die Polizei heute Morgen mitteilte, fielen zunächst 70 bis 90 Eintracht-Hooligans in einer Darmstädter Kneipe in der Schulstraße ein. Gegen Ende des ausgestrahlten Champions-League-Spiels sammelte sich die Gruppe vor der Gaststätte, vermummte sich und lief Richtung Innenstadt. Hierbei wurde auch Pyrotechnik gezündet und eine Hauswand in der Karlstraße verschmiert. Zwischenzeitlich hatten auch die Darmstädter Fans von der Anwesenheit der Frankfurter erfahren und sich verabredet. Gegen 22 Uhr trafen beide Fanlager in der Holzstraße aufeinander, es kam zu einer Schlägerei. Die Polizei schritt ein und kontrollierte die Fangruppen. Sieben einschlägig bekannte Anhänger der Eintracht, die bereits wegen Gewalttaten auffällig geworden sind, wurden laut Polizei vorübergehend in Gewahrsam genommen. Den Beamten lagen zunächst keine Erkenntnisse vor, ob es bei der Schlägerei auch Verletzte gab.

Bereits gestern Nacht gab es zahlreichen Meldungen via Twitter. Ein Video auf Facebook zeigt zudem die Frankfurter Randalierer, wie sie durch die Stadt ziehen.

Aus Angst vor Randale beim Derby der beiden abstiegsbedrohten Erstligisten am Samstag war wenige Stunden zuvor neben dem Stadion auch die Darmstädter Innenstadt für die Gäste-Fans zur Sperrzone erklärt worden. Für die Frankfurter Anhänger gelte 36 Stunden lang „ein Aufenthaltsverbot für die erweiterte Darmstädter Innenstadt“, hatte Polizei-Einsatzleiter Bernd Denninger mitgeteilt. „Wir wollen dafür sorgen, dass es keine Angsträume gibt“, begründete Darmstadts Bürgermeister und Ordnungsdezernent Rafael Reißer die außergewöhnliche Maßnahme. Die Fanorganisation „Nordwestkurve Frankfurt“ hatten das Verbot umgehend scharf kritisiert.

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nb/dani/dr/dpa

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