Oliver Schröbel kann nicht nur Wein

Groß-Umstädter ist Vizemeister im Grillen

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Oliver Schröbel und seine Frau Sandra freuen sich über ihren Erfolg bei der deutschen Grillmeisterschaft. Mit ihrem Bürgermeisterstück holten sie Gold, in der Gesamtwertung kamen sie auf den Platz des Deutschen Vizemeisters.

Groß-Umstadt/Fulda - Oliver Schröbel ist weit und breit bekannt als Geschäftsführer der Odenwälder Winzergenossenschaft „vinum autmundis“. Von Ulrike Bernauer 

Auf kulinarischem Gebiet versteht er allerdings nicht nur viel vom Wein, sondern auch von Fleisch, Fisch und allem, was man auf den Grill legen kann. Das bescheinigten ihm am Sonntag die Juroren der Deutschen Grill- & BBQ-Meisterschaft. Dort wurde Schröbel mit seinem Team von weiteren neun Mitgrillern deutscher Vizemeister bei den Amateuren. Die BBQ-Friends GSC Odenwald mussten sich nur den Grillflämmkes aus Bonn geschlagen geben und das mit denkbar kleinem Abstand. Erhielten die Bonner 716 Punkte, so kamen die Odenwälder auf 713 Punkte.

Beim Bürgermeisterstück, einem Rindfleischstück, vergleichbar mit dem Tafelspitz, das Schröbel mit seiner Frau Sandra zubereitete, belegten sie Platz eins. Das Dessert aus Eis und Früchten landete auf Platz zwei. Bronze gab es für die Schweinebäckchen aus dem Dutch-Oven, bei dem das Publikum die Wertung abgeben durfte. Das Bürgermeisterstück kam allerdings nicht traditionell, sondern mit Ingwer, Chili, Knoblauch und süßsauer gewürzt – also eher hawaiianisch – daher. Schröbel freute sich sehr, dass das Team gleich beim ersten Antritt bei den deutschen Meisterschaften so einen hohen Rang erreichen konnte. Voraussetzung für die Teilnahme war der Gewinn der hessischen Meisterschaften (wir berichteten). Die hatten die Odenwälder nicht nur im Jahr 2016, sondern auch 2015 errungen. „Ob ich nächstes Jahr noch einmal antrete, weiß ich nicht“, sagt Schröbel im Rückblick. Dem Team hat die Grillmeisterschaft zwar sehr viel Spaß gemacht, aber es war auch ein riesiger organisatorischer Aufwand.

Mit mehreren Autos, drei Bussen, drei Anhängern und einem Pritschen-Lkw war die Grill-Crew nach Fulda gefahren. Zwei Gas-Grills, drei Holzkohlegrills und der Dutch-Oven sowie viel Kochzubehör und Zutaten wollten schließlich befördert werden. Einen Stand von 100 Quadratmetern baute das Team dann auf. „Wir haben jeden Quadratmeter gebraucht“, sagt Schröbel im Rückblick. „Wir haben wohl den Inhalt von zwei Studentenbuden nach Fulda transportiert“, lacht der Umstädter Grillmeister. Die Anforderungen waren – wie bei einer deutschen Meisterschaft zu erwarten – sehr hoch.

Grillsoßen für Fleisch, Fisch und Gemüse

So mussten die Juroren mit vier Gerichten – dabei war noch ein Stör und Spareribs jeweils mit Beilage – versorgt werden. Und das auch noch in einem sehr engen Zeitrahmen. Der Fisch musste zwischen 12.55 Uhr und 13.05 schön heiß vor der Jury stehen, auch die anderen Speisen hatten beim Servieren einen Zeitrahmen von zehn Minuten. „Aus diesem Grund benötigten wir nicht nur eine sehr genaue Zeitplanung beim Grillen, sondern auch die Vielzahl an Grills, um alles zeitgerecht zubereiten zu können“, sagt Schröbel. Sein Team hatte er teilweise schon bei den hessischen Meisterschaften dabei, hier traten allerdings nur fünf Hobbygriller an. In Fulda waren es insgesamt zehn Grillfreunde.

In den nächsten Wochen wird Schröbel dann mit dem großen Grillen erstmal kürzer treten. Der Wein wird ihn in Anspruch nehmen, so ist der Tag der Offenen Tür bei der Winzergenossenschaft am letzten August-Wochenende schon fast in Reichweite.

Ein bisschen wird Schröbel aber auch weitergrillen. „Fisch und Fleisch kommt bei uns zu Hause grundsätzlich nicht auf den Herd, sondern wird im Garten gegrillt. Da hat man den Essensgeruch nicht so im Haus“, begründet Schröbel. Außerdem muss der Hobbybrutzler ja seinen neuesten Grill ausprobieren. In Fulda, wo auch ganz viele Verkäufer für Grillgeräte und Zubehör zugegen waren, hat er einen Keramikgrill erstanden. Der will schließlich eingeweiht werden.

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