„Der Fall ist weiterhin ein Mysterium“

Kleine Geldschnipsel sind großer Brocken für Ermittler

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Zerschnittene und zerrissene Geldscheine liegen am 17. September 2015 auf einem Tisch im Polizeipräsidium Südhessen in Darmstadt.

Darmstadt/Mainz - Nach einem halben Jahr ist der Fall der Geldschnipsel aus Darmstadt noch immer rätselhaft. Auch die Hilfe des Fraunhofer Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK in Berlin habe noch keinen Durchbruch gebracht, sagte der Leiter des Analysezentrums der Deutschen Bundesbank, Rainer Elm, in Mainz.

Das Institut habe zwar Erfahrung beim Zusammensetzen zerrissener Stasi-Akten, die Technik lasse sich aber nicht so einfach auf die rund 10.000 Schnipsel der echten Geldscheine übertragen. Nun soll eine Pilotphase zeigen, wie die Chancen stehen. "Wenn es 50 bis 60 gleiche Noten gibt, die ähnlich zerrissen und zerschnitten sind, hilft die bekannte Software nicht weiter", sagte Elm. Im März könne feststehen, ob es funktioniert. "Wenn nicht, stehen wir wieder am Anfang." Wenn es aber klappt, dann gehe es "relativ schnell". Erstmals im vergangenen August waren in Darmstadt an mehr als 20 Stellen Schnipsel echter 500-, 100- und 50-Euro-Scheine entdeckt worden. Woher das Geld stammt, ist unklar. Neue Fälle gibt es keine. Bemerkenswert sei, dass Schnipsel fehlen, sagte Elm. Es könnte sein, dass zerkleinerte Scheine zwar weggeworfen, aber ein Teil absichtlich zurückgehalten wurde. "Der Fall ist weiterhin ein Mysterium."

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dpa

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