Eintracht-Fans in Darmstadt

Kommentar: Stadt gießt weiter Öl ins Feuer

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Ist es nun erlaubt, als Sympathisant der Eintracht in die Darmstädter Innenstadt zu gehen? Das Verwaltungsgericht sagt ja, die Stadt Darmstadt verneint...

Darmstadt - Trotz einer anderslautenden Entscheidung des Gerichts will die Stadt Darmstadt an dem Innenstadt-Verbot für Eintracht-Fans festhalten. Damit trägt sie maßgeblich zur Eskalation bei. Von Niels Britsch

Als hätte sie die Begründung der Gerichtsentscheidung nicht gelesen, beharrt die Stadt darauf, dass Eintracht-Fans ab heute Abend für die nächsten 36 Stunden in der Innenstadt Darmstadt nichts verloren haben. Anstatt den Rechtsweg zu gehen und Beschwerde beim hessischen Verwaltungsgerichtshof einzulegen, ignorieren die Verantwortlichen bewusst die Entscheidung des Verwaltungsgerichts.

Das ist eine fatale Botschaft für den Rechtsstaat, es signalisiert, dass juristische Entscheidungen nicht bindend sind. Denn wenn sich schon eine Stadt nicht an eine Gerichtsentscheidung hält, warum sollte sich der gemeine Fußballfan an Verbote halten?

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Mit der Argumentation, die Entscheidung des Gerichts gelte nur für die sechs Antragsteller, ignoriert die Stadt außerdem die Begründung des Gerichts, in der es heißt: "Ein generelles Aufenthaltsverbot gegenüber allen Eintracht-Fans sei daher auch unverhältnismäßig." Mit dieser Ignoranz hat die Stadt nicht nur dem Rechtsstaat einen Bärendienst erwiesen, sondern sie gießt auch weiter Öl ins Feuer und sorgt für eine zusätzliche Eskalation in dieser unrühmlichen Debatte.

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