Dringende Fälle haben stets Priorität

Mehr Sicherheit für die Patienten

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Bettina Göller, Bereichsleiterin Belegungsmanagement und Ambulanz/Notaufnahme, und Krankenschwester Beate Kurz-Rosenbrock (rechts) sehen im Schockraum nach dem Rechten.

Groß-Umstadt - Viele Besucher der Notfallambulanz im Kreisklinikum in Groß- Umstadt erlebten das Prozedere nicht gerade als angenehm. Mitunter konnte ein Patient stundenlang dort sitzen, ohne überhaupt von einem Weißkittel zur Kenntnis genommen zu werden. Von Ulrike Bernauer

Das versetzte viele Verletzte oder Erkrankte in Aufregung, weil sich schlicht und einfach niemand um sie kümmerte. Diese Zeiten sollen nun vorbei sein, dank dem sogenannten Triage-Konzept. Dass Schwerverletzte Vorrang haben, ist jedem verständlich, seit dem 1. Februar sollen aber alle Menschen, die in die Notfallambulanz kommen, erst einmal möglichst schnell in Augenschein genommen werden. Auch wenn Bettina Göller, die Bereichsleiterin Belegungsmanagement und Ambulanz/Notaufnahme sagt: „Die wirklich lebensbedrohlich Verletzten kommen nicht zu Fuß in die Ambulanz, sondern mit dem Rettungswagen.“ So funktioniert das Triage-Konzept: Die Patienten werden in fünf Kategorien eingeteilt, die von „sofort“ (rot) über „sehr dringend“ (orange) „dringend“ (gelb) „normal“ (grün) bis zu „nicht dringend“ (blau) reichen. Das ist sicher eine Beruhigung für die Patienten und die meisten werden wohl Verständnis haben, wenn sie dann im Anschluss eine längere Wartezeit haben, weil beispielsweise ein Verkehrsunfall mit lebensbedrohlich Verletzten Vorrang hat. Seit Einführung des Konzepts sind die Wartezeiten deutlich kürzer.

„Die Triage wird immer von einer examinierten Pflegekraft vorgenommen“, erläutert Dr. Wolfgang Renschler, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, „alle Patienten werden zudem in die vier Fachabteilungen zur internistischen, kardiologischen, unfallchirurgischen und allgemeinchirurgischen Versorgung unterteilt, die sich wiederum in ambulante und notfallambulante Fälle gliedern.“ Notwendig wurde das System, weil die Patientenzahl steigt. Im vergangenen Jahr kamen fast 7500 Patienten in die Notaufnahme, das sind allein in der internistischen Ambulanz 20 Patienten pro Tag. Das entspricht einer zwölfprozentigen Steigerung im Vergleich zum Vorjahr.

Es kommen auch immer wieder Patienten mit chronischen Erkrankungen, für die eigentlich kaum Kapazitäten vorhanden sind. Sie sollten sich außerhalb der Sprechzeiten der Arztpraxen besser an den neuorganisierten ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. Zum Triage-Konzept gehören weitere Neuerungen, zum Beispiel der Triage-Raum. Zusätzliche räumliche Erweiterungen sollen mit dem Neubau kommen. Schon jetzt ist ein Schockraum eingerichtet, der mit allen Geräten zur Messung, Überwachung und Sicherung der lebenswichtigen Funktionen, sowie den notwendigen Diagnostik- und Behandlungssets, beispielsweise Röntgen-, Ultraschall- und Beatmungsgerät für die Sofortversorgung des Patienten ausgestattet ist.

„So ist gewährleistet, dass alle lebensbedrohlichen Verletzungen erfasst werden“, so Göller. Ist ein lebensrettender Eingriff erforderlich, wird der Patient sofort in einen der nahe liegenden Operationssäle gebracht und behandelt. Die Notfallambulanz inklusive des Schockraums der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg ist als lokales Traumazentrum, zugehörig zum Trauma-Netzwerk der Region Südhessen zertifiziert. Weiterhin sind die Kliniken auch zur stationären und ambulanten Behandlung von Arbeitsunfällen durch die gesetzliche Unfallversicherung ermächtigt.

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