Tod nach Hänseleien in der Schule

Elfjährige aus Eppertshausen legte sich wohl selbst auf die Gleise

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Darmstadt/Eppertshausen - Das elfjährige Mädchen aus Eppertshausen, das vor einer Woche rund 300 Meter vor Kranichsteins Bahnhof von einem Zug überfahren wurde, legte sich vermutlich selbst auf die Gleise.

Diesen Rückschluss lassen zumindest Aussagen gleich zweier Zeugen zu, die sich bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt meldeten. Hänseleien in der Schule hätten dem Kind wohl sehr zu schaffen gemacht, ergaben weitere Ermittlungen. Fremdverschulden oder gar eine Tötungsabsicht von Seiten Dritter seien nach den neuesten Erkenntnissen nahezu auszuschließen, erklärte Staatsanwältin Barbara Sieger auf Nachfrage. Die Obduktion habe als Todesursache „multiple Verletzungen“ durch den Zug ergeben, der die Elfjährige rund 300 Meter vor dem Bahnhof überrollt hatte. Die beiden Zeugen hätten die Aussage des Zugführers bestätigt, der etwas im Gleisbett habe liegen sehen, aber nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte.

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Das Kind habe laut Beobachtung zuvor noch gelebt, nach dem heranfahrenden Zug geblickt und sich dann zurückgelegt. Dies lege Absicht nahe, auch wenn kein Abschiedsbrief gefunden worden sei. Das Mädchen, das ehemals die Stephan-Gruber-Schule in Eppertshausen besuchte, doch auf eine Schule in Darmstadt wechselte, sei „wegen seines Verhaltens und Aussehens“ gehänselt worden, doch ob dieses Mobbing Auslöser eines Freitodes sei, könne man nicht beantworten, so Sieger. Die Staatsanwaltschaft schließe jedoch aus, das andere Personen unmittelbar an dem Unglück beteiligt gewesen seien.

tm

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