Prozess am Landgericht

Tote Lebensgefährtin: Mann zieht Geständnis zurück

Darmstadt - Erst legte ein 31-Jähriger ein Geständnis ab, doch zum Prozessauftakt erzählte der Angeklagte eine ganz andere Geschichte. Er habe seine Lebensgefährtin nicht erwürgt, alles sei nur ein Irrtum.

Neun Monate nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Frau in Raunheim (Kreis Groß-Gerau) hat ihr Lebensgefährte vor dem Landgericht Darmstadt bestritten, sie erwürgt zu haben. Das habe er zunächst angenommen, sagte der 31-Jährige heute zum Auftakt des Verfahrens. Hintergrund dafür sei gewesen, dass er ihr bei einem heftigen Streit mit der Hand an den Hals gegriffen habe. In der Untersuchungshaft habe er sich noch mal alles durch den Kopf gehen lassen. Dem Mann wird Totschlag vorgeworfen.

Der Angeklagte sagte weiter, er habe in der gemeinsamen Wohnung im Juli 2014 den Eindruck gewonnen, die Frau schüttele eines der beiden gemeinsamen kleinen Kinder. Da habe er mit der Hand nach ihr gegriffen. Die Frau habe ihn bei der Auseinandersetzung schwer beleidigt und ins Gesicht gespuckt. Er habe schließlich die Sachen gepackt und sei erst mal gegangen. „Da hat sie noch gelebt.“ Bei seiner Rückkehr habe sie auf der Couch gelegen und er habe gedacht, sie schlafe. Schließlich habe er bemerkt, dass sie blau angelaufen war. Er habe sie in Decken gepackt, ihr Plastik über den Kopf gestülpt und die Leiche auf den Balkon gelegt. „Ich habe sie nicht mehr sehen können.“ Weiter sagte der Mann: „Ich bin nicht Herr meiner Sinne gewesen“

Außerdem versuchte er, seine neue Schilderung zu erklären. „Ich kann das schwer beschreiben, so einen Zustand habe ich noch nie gehabt.“ Die Beziehung sei ohnehin nicht gut gewesen. „Ich habe mich um die Kinder gekümmert.“ Die Frau habe ihn aber systematisch schlecht gemacht, sich sogar selbst geschlagen, die Polizei alarmiert und Gewalt ihres Partners vorgetäuscht. Für den Prozess sind noch drei Verhandlungstage geplant.

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dpa

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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