Prozess am Landgericht

Systematisch teure Autos verschoben

Darmstadt-  „Die Täter müssen das Gefühl gehabt haben, das sei hier wie ein Selbstbedienungsladen. Man geht durch die Straßen, sieht die teuren BMWs und muss sie nur noch knacken und kurzschließen“ - die Worte von Staatsanwältin Susanne Sever in ihrem Plädoyer lassen keine Zweifel aufkommen. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Die drei litauischen Autoknacker, die seit September vor der ersten Strafkammer des Landgerichts Darmstadt sitzen, sind nach sechs Verhandlungstagen der Beweisaufnahme schuldig zu sprechen (wir berichteten). Die Vorsitzende Richterin Ingrid Schroff folgt dem Schlußvortrag weitgehend und verurteilt alle drei zu mehrjährigen Haftstrafen wegen banden- und gewerbsmäßigen Einbruchdiebstahls: Den mutmaßlichen Kopf der Bande, Paulius N. (27), zu vier Jahren und neun Monaten Haft, seine Komplizen Audrius P. (26) zu dreieinhalb Jahren und Tomas N. (34) zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe.

„Die Angeklagten agierten arbeitsteilig, profimäßig und verfügten über ein ausgeklügeltes System mit Abnehmern und Fahrern nach Litauen. “ so Sever, „Und um unentdeckt zu bleiben, ließ man sich in der Heimat auch noch gefälschte Ausweise drucken!“ Geholfen hat es nichts, denn das nach wie vor flüchtiges Bandemitglied R. hat alle drei bei der Polizei verpfiffen. R war im Januar bei einem Ladendiebstahl in Offenbach erwischt worden und wollte sich auf diese Weise wohl Vorteile erkaufen.

Die drei Verurteilten und der Flüchtige sind für Autodiebstähle in Raunheim, Darmstadt, Dietzenbach, Groß-Gerau, Hofheim, Kriftel, Mörfelden-Walldorf, Neu-Isenburg, Rodgau und Rüsselsheim verantwortlich Von Oktober 2014 bis März 2015 wurden von ihnen 15 BMWs im Gesamtwert von 400.000 Euro gestohlen. Außerdem entwendeten sie in fünf Fällen Werkzeuge und Navigationsgeräte im Wert von insgesamt 5000 Euro.

Wie werde ich...? Detektiv/in

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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