Sie schälten die Haut von einer Hand

Rentner-Folterer vor Gericht

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Darmstadt/Mühltal - Mit einem Trick soll sich eine Bande Zugang zum Anwesen eines älteren Ehepaares verschafft haben. Deswegen stehen fünf Männer vor Gericht. Es soll auch gefoltert worden sein.

Fesseln und foltern: Mit brutaler Gewalt soll eine Bande ein älteres Ehepaar im südhessischen Mühltal überfallen und den Mann gequält haben. Ein Jahr danach stehen fünf Angeklagte im Alter zwischen 19 bis 23 Jahren wegen schweren Raubes vor dem Landgericht Darmstadt. Oberstaatsanwalt Wolfgang Sattler sprach von einer "erheblichen kriminellen Energie". Zwei der Angeklagten sollen mit unbekannten Komplizen im Rhein-Main-Gebiet noch ähnliche Taten begangen haben.

Der erste Verhandlungstag heute (6. Januar) beschränkte sich auf die Personalien und das Verlesen der Anklage. Bei der Tat in Mühltal im Januar vergangenen Jahres verschafften sich die Täter laut Anklage unter dem Vorwand, ein Paket abgeben zu wollen, Zugang zum Anwesen des Ehepaares. Der Frau sei Goldschmuck abgenommen worden, sie sei gefesselt worden. Dann habe die Bande auf das Heimkommen des Mannes gewartet. Der heute 92 Jahre alte Mann soll mit einem Elektroschocker gefoltert worden sein - zudem sollen ihm die Täter Haut von einer Hand geschält haben. Sie drohten außerdem damit, ihm die Finger zu brechen. Der Mann blieb aber dennoch standhaft und weigerte sich, den Schlüssel für einen Tresor herauszugeben. Seiner Frau gelang es schließlich, ins Freie zu rennen und um Hilfe zu rufen. Der ehemalige Zahnarzt war zu der Verhandlung gekommen. Einige der ohnehin jungen Angeklagten würden vor Gericht einen eher ungefährlichen Eindruck machen, sagte er. Bei einem der Überfalle nach ähnlichem Muster soll einer der Angeklagten im November 2013 in Wiesbaden mit einem unbekannten Komplizen Schmuck und rund 19.000 Euro Bargeld erbeutet haben.

dpa

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