Rafael Reißer übersteht Abwahlanträge

Trotz Hessenderby-Kosten: Bürgermeister bleibt im Amt

+
Polizei geht gegen Eintracht-Fans in Darmstadt vor

Darmstadt - Das umstrittene Innenstadtverbot für Fans von Eintracht Frankfurt beim Fußball-Bundesliga-Derby gegen Darmstadt 98 hat keine größeren politischen Konsequenzen.

Das Darmstädter Stadtparlament lehnte Abwahlanträge gegen den Bürgermeister und Ordnungsdezernenten Rafael Reißer (CDU) gestern Abend ab. Nach Angaben der CDU gab es 42 Nein-Stimmen, 20 Ja-Stimmen und 5 Enthaltungen. Vier Stadtverordnete fehlten. Die Stadt hatte trotz einer gegenteiligen Gerichtsentscheidung zunächst an dem Verbot festgehalten, hob es aber später kurz vor dem Spiel am 30. April wegen massiver Proteste wieder auf. Reißer hatte sein Vorgehen verteidigt. Die Sicherheit der Bürger habe Priorität gehabt.

Die Abwahlanträge hatten die oppositionellen Fraktionen der SPD und der Wählervereinigung Uwiga gestellt. Reißer wurde vorgeworfen, mit dem Festhalten an dem Verbot gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts verstoßen zu haben, was letztendlich die Stadt Darmstadt weit mehr als 100.000 Euro kostet.

Alles zum das Hessenderby und dem Innenstadt-Verbot

Rund um das Derby war es zu Schlägereien gekommen. Nach einer Bilanz von Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) wurden seinerzeit 578 Menschen festgenommen und 592 Platzverweise ausgesprochen. Die Stadtverordnetenversammlung in Darmstadt hat 71 Sitze. Den Koalitionären Grüne (21) und CDU (13) fehlen zwei Stimmen zur Mehrheit. Helfen soll eine Partnerschaft mit der Wählervereinigung Uffbasse (5). (dpa)

Bilder: Eintracht gewinnt Hessenderby

Kommentare