Absolventen der ADS feiern in Aschaffenburg Abschiedsparty

Abi – und ab jetzt geht’s nur noch steil nach oben

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Das kommt einem Dieburger doch irgendwie bekannt vor...Die agilen Tüllträger des Männerballetts – alle mit Abitur – kamen um eine Zugabe nicht herum.

Dieburg - Kein sterbender Schwan, sondern ein Lebewesen, das zum Himmel gleitet – das Männerballet, bestehend aus Abiturienten der Alfred-Delp-Schule (ADS), demonstrierte in der Aschaffenburger Stadthalle nicht nur Humor, sondern gab mittels der Choreografie auch die zukünftige Richtung vor: „The only way is up – Der einzige Weg geht nach oben“. Von Michael Just 

Mika Setzer wurde dabei sinnbildlich von seinen Kollegen in die Lüfte gehoben. Am Samstagabend feierten die erfolgreichen Schüler ihren Abi-Ball. Die Allgemeine Hochschulreife schafften 193 Schüler. Mit deren Eltern oder Partnern meldeten sich zum Ball rund 775 Personen an. Das ist eine stattliche Zahl, die es erstmal unterzubringen und zu verköstigen gilt. Da das in Dieburg schwierig ist, werden größere Lokationen, wie etwa die Stadthalle in Aschaffenburg oder das Darmstadtium, anvisiert. Die haben ihren Preis: „Bis zu 4 000 Euro stehen dabei für die Miete im Raum“, weiß Klara Usanmaz vom diesjährigen Abiball-Komitee. Zusammen mit acht weiteren Mitschülern nahm sie die Organisation in die Hand. Wie sie berichtet, habe es im Vorfeld zwei Vorfinanzierungspartys gegeben, um Einnahmen zu erwirtschaften. Trotzdem hätte man am Ende immer noch 32 Euro je Abi-Ball-Karte verlangen müssen.

Nach dem Sektempfang, bei dem die Gala-Roben der jungen Damen perfekt zur Geltung kamen, freuten sich Schulsprecherin Valeria Schöbel und die stellvertretende Schulleiterin der ADS, Anja Krapp, in ihren Begrüßungen über den enormen Zuspruch. Ab halb zehn gab Lehman5, die Band des Abends, zum ersten Mal ihre Visitenkarte ab. Wie in den vergangenen Jahren fehlte ein Männerballet als erheiternde Einlage nicht. „Am Anfang war‘s eine Katastrophe, dann wurde es besser und zum Schluss richtig gut“, erzählt Christina Schütz. Mit weiteren Mitschülerinnnen hatte sich die 19-Jährige bereit erklärt, die männlichen Kollegen anzuleiten. Sie ist weder vom Fach noch karnevalserfahren: „Die Ideen haben wir uns einfach bei Youtube geholt.“ Trotzdem ging das Konzept auf und die agilen Tüll-Träger kamen um eine Zugabe nicht herum.

Um Mitternacht baten die Moderatoren um Johannes Krampert und Jamie Lee Mayland dann zur After-Show-Party in einen Nebenbereich der Stadthalle. Hier ließ sich bis in die frühen Morgenstunden feiern. Das war problemlos möglich, denn für die meisten Schulabgänger ist in den nächsten Wochen erstmal Auszeit angesagt. Erst im November geht es für Selin Icoez weiter. Dann bringt sie der Flieger nach Australien, wo sie jobben will. Wie lange sie in „Down Under“ bleibt, hängt davon ab, was sich an Arbeit ergibt. Auch ein harter Farm-Einsatz würde der 18-Jährigen nach ihren Worten nichts ausmachen. Ein Studium oder eine baldige Rückkehr nach Deutschland hat sie erstmal nicht vor Augen. So kann sie sich nach Australien ein freiwilliges soziales Jahr in Südamerika vorstellen.

Nicht ganz so weit in die Ferne zieht es Maria Appel: Sie geht am Ende des Sommers als Au-Pair ins spanische Saragossa. „Die Familie hat zwei Kinder und ist nett. Wir haben uns schon via Skype kennengelernt“, sagt die junge Altheimerin. Danach sieht sie ebenfalls eine Möglichkeit, sich sozial zu engagieren. Ob das auf Dauer ist, weiß sie nicht. Zumindest hat sie mit dem favorisierten Studiengang „Internationales Management“ ein Hintertürchen in ihre Lebensplanung eingebaut.

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