Alte Ludwigshallen-Pläne führen zu Abweichungen / Info zum Steinmetz-Haus

Luha: ein Schritt weiter

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Kleine Abweichungen zwischen Planentwurf und dem Bebauungsplan der Stadt gab es wegen alter Pläne des Katasteramts beim Ludwigshallen-Areal. Trotzdem ist man hier einen Schritt weiter.

Dieburg - Drei auch vorgesehene Tagesordnungspunkte arbeiteten die Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung des Stadtparlaments ab. Den emotionalen Höhepunkt im Sitzungssaal hielt allerdings eine Rede bereit, die zunächst gar nicht eingeplant war. Von Jens Dörr

Im Rahmen eines zusätzlichen Tagesordnungspunkts kam mit Eva Rosenau die Vorsitzende des Vereins „Barrierefreies Dieburg“, die sich mit dem Thema Barrierefreiheit auch im Rahmen des Stadtleitbilds befasst, zu Wort. Sie äußerte ihren Unmut darüber, dass die Lokalpolitik ihr sowie den von ihr vertretenen Menschen nur unzureichend Gehör schenke, Know-how beim Verein nicht abgerufen werde und im städtischen Haushalt nach wie vor ein eigenes Budget zur Barrierefreiheit fehle. Rosenau nannte einige Beispiele, in denen die Zusammenarbeit mit den städtischen Gremien und der Verwaltung ausbaufähig sei, und stieß sowohl bei den Ausschussmitgliedern als auch Magistratsvertreter Wolfgang Schupp auf offene Ohren (separater Artikel folgt).

Zuvor hatte sich der Ausschuss zunächst kurz mit dem Steinmetz-Haus in der Zuckerstraße befasst, das zwar wieder aufgebaut, aber noch nicht fertig ist. So fehlt noch die Fachwerk-Verkleidung, gab es im Herbst 2015 zudem einen Baustopp. Im Rahmen der städtischen Gestaltungssatzung hatte der Ausschuss indes lediglich darüber zu beschließen, ob gegenüber einer einstigen Planung zwei zusätzliche Dachflächenfenster eingebaut werden dürfen. Sie sollen von öffentlichen Flächen aus nicht zu sehen sein. Der Ausschuss folgte einstimmig dem Beschluss des Magistrats, dass die beiden Fenster eingebaut werden dürfen. Demnächst soll in der Stadtverordnetenversammlung über den Sachstand der Arbeiten am Steinmetz-Haus informiert werden.

Ein weiterer Punkt befasste sich mit den Parzellen „Fuchsberg 22 - 24“ in unmittelbarer Nachbarschaft der Agentur für Arbeit. Dort will der Bauherr zwei neue Häuser errichten lassen. Die Planung obliegt dem Groß-Zimmerner Diplom-Ingenieur Michael Dascher. Der Ausschuss hatte zuvor davon erfahren, dass die Denkmalschutzbehörde des Landkreises, der Denkmalbeirat des Kreises wie auch das Landesamt für Denkmalpflege den vorgelegten Entwurf ablehnen, während Dieburgs Magistrat der Bebauung „im Interesse einer attraktiveren Gestaltung des bahnhofseitigen Eingangsbereichs der Stadt“ positiv gegenübergestanden hatte. Architekt Dascher teilte mit, die neuen Vorgaben der Behörde schreckten seinen Auftraggeber nun offenbar ab. Vorerst ist dieses Bauvorhaben am Fuchsberg also gelähmt.

Einen Schritt weitergekommen ist die Bebauung des Luha-Geländes. Die Biskupek Scheinert Moog Investorengruppe will dort Wohnungen, Arztpraxen und eine Tiefgarage errichten und nahm ihre Planung dabei bislang auf Basis von Plänen vor, die das Katasteramt zur Verfügung gestellt hatte. Wie Ulrich Scheinert mitteilte, seien diese Pläne teils veraltet und mitunter vor dem Jahr 1900 erstellt worden. Daraus resultierten teils nur wenige Zentimeter große Abweichungen zwischen Planentwurf und dem Bebauungsplan der Stadt. Insgesamt wurden 21 Planungsabweichungen festgestellt, von denen die Ausschussmitglieder die Investorengruppe und ihren Architekten in 19 Fällen befreiten.

Nicht genehmigt wurden vorläufig zwei Befreiungen: In einem Fall soll der Magistrat prüfen, ob die Anzahl der Wohnungen mit dem Städtebaulichen Vertrag übereinstimmt. In einem weiteren Fall soll die Zulässigkeit der Dachfenstergröße im Hinblick auf die städtische Gestaltungssatzung geprüft werden.

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