Abitur und dann ein Abend zum Abschied

Alfred-Delp-Schule feiert in Aschaffenburg

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Die Dieburger Abiturienten zog es für ihren Abi-Ball nach Aschaffenburg. Bei den vielen Anmeldungen von Schülern und Eltern für die festliche Veranstaltung war es nicht einfach, eine entsprechend große Location zu finden. - Foto:

Dieburg/Aschaffenburg - Für fast 800 Menschen einen Ort zum festlichen Feiern und Tanzen zu finden, ist nicht einfach. Das Orga-Team der Alfred-Delp-Schule in Dieburg, das den Abiball vorbereitete, musste auf die Stadthalle in Aschaffenburg ausweichen. Von Michael Just 

Vietnam, Kambodscha. Laos, Indonesien, Thailand und Malaysia: Diese sechs Länder möchte Anna Brauneck die nächsten vier Monate mit ihrem Freund auf einer Südostasien-Tour bereisen. Die große, weite Welt hat sich die Abiturientin der Alfred-Delp-Schule verdient: Zum einen hat sie jetzt die Allgemeine Hochschulreife in der Tasche, zum anderen gehört sie zum fleißigen Orga-Team, das den Abi-Ball vorbereitete.

Mit 246 Abiturienten und 780 Gästen insgesamt kam die Veranstaltung als Herausforderung daher. „Wir wollten zuerst ins Darmstadtium. Das war aber viel zu teuer“, berichtet die 18-Jährige. Mit der Stadthalle in Aschaffenburg habe man dann einen bezahlbaren Rahmen gefunden. Die finanzielle Last des Abi-Balls schlug sich nicht auf die Stimmung nieder: In der riesigen Halle ließ sich weitläufig auf verschiedenen Ebenen sitzen, dazu versprühte die galante Abendgarderobe aller Teilnehmer Hollywood-Flair. Damit war ein unvergesslicher Abend garantiert. Nach dem Buffet folgte ein Unterhaltungsprogramm: Aus dem Publikum mussten Gegenstände gebracht werden, darunter Feuerzeuge, Gürtel oder Damenschuhe. Zudem galt es von Lehrern berühmte Zitate zu erraten. Ebenfalls ein Spaß: Die Verleihung großer Titel wie „Sportskanone“ oder „Traumfrau“ an Schüler, die in der Vergangenheit „nicht ganz unauffällig“ waren. Einen Oskar gab es dafür zwar nicht, aber einen Handschlag und ein Partyhütchen. Die Moderation hatten Robin Kluge und Lukas Buntschuh übernommen, die in Anlehnung an Stefan Raab locker und entspannt durchs Programm führten. Zu vorgerückter Stunde kündigten sie noch einen weiteren Höhepunkt an: ein burschikoses Männerballett aus 18 Abiturienten - natürlich stilecht im Tütü.

Bevor die Ausgelassenheit überwog, wurden noch die Schüler mit dem bestem Abi-Schnitt geehrt. Mit jeweils 1,1 müssen sich Janne Kramer, Gesa Kunkel und Lena Saurenhaus um ihre berufliche Zukunft wohl keine Sorgen machen. Da Schulleiterin Ursula Krell verhindert war, übernahm Anja Krapp als deren Stellvertreterin die Grußworte. Wie sie sagte, beginnt für die Abiturienten nun ein Neuanfang samt einem spannenden Weg, den sie selbst gestalten können. „Ihnen kommt die Macht der Jugend zu, viel zu bewegen.“ Im Namen von Schulleiterin Krell zitierte Krapp einen arabischen Philosophen und dessen Weisheit, dass es im Leben aber nicht nur um beruflichen Erfolg geht: „Verlässliche Freunde zu finden, die einen beim Fallen halten und mich so akzeptieren, wie ich bin – das ist mit Sicherheit ebenbürtig“, sagte Krapp.

Bilder: Abiball der Dieburger Alfred-Delp-Schule

Gerade in unserer heutigen, stilisierten Medienwelt sei das wichtiger denn je. Die Freude über das Ende der Schulzeit fand sich in der Rede von Schulsprecherin Sabine Weißgerber wieder: „Endlich sind wir frei und müssen keine unnötigen Fächer mehr lernen.“ Nach Monaten des Büffelns kehre man nun wieder ins Leben zurück. Trotzdem sei der Abgang mit Wehmut verbunden: „Einige Mitschüler sehen wir heute vielleicht das letzte Mal“, sagte sie. Das reichte dann auch schon in puncto Nachdenklichkeit: In einem Nebengebäude klang der Abend mit einer After-Party und überzeugten Abiturienten aus, dass das Beste im Leben für sie noch kommt.

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