Auslöseknopf drücken und dann zurücktreten

Rettungsassistent Peter Mehlis erklärt dieser interessierten Bürgerin, wie man den Automatisierten Externen Defibrillator (AED) anwendet und anschließend eine Herzmassage durchführt. - Foto: ves

DRK demonstriert, wie wichtig Erste Hilfe im Alltag ist. Von Verena Scholze

Dieburg - „Schock erforderlich. Drücken Sie den Auslöseknopf und treten Sie zurück“, fordert eine Stimme die Ersthelferin auf. Diese sieht etwas unsicher aus, wirft einen fragenden Blick auf den ihr gegenüber knieenden Fachmann. Der bleibt ganz gelassen, denn der Patient, der zwischen den beiden liegt, befindet sich in keiner ernsthaften Gefahr. Es handelt sich um einen Dummy, an dem der Einsatz eines Defibrillators geübt wird.

„Im Ernstfall folgen Sie genau den Anweisungen des Gerätes“, erklärt Peter Mehlis, Rettungsassistent des Deutschen Roten Kreuzes der Übenden. „Der Defibrillator redet und sagt Ihnen ganz genau, was Sie wann machen müssen“, so Mehlis. Trotzdem sei es hilfreich, die Geräte einmal kennenzulernen. „Da man unter Stress vielleicht nicht mehr weiß, was zu tun ist, sollte man die Anwendung unbedingt üben“, empfiehlt der Rettungsassistent.

Am Samstag lief bundesweit der DRK Aktionstag „Erste Hilfe“. Bürger hatten Gelegenheit, ihr Wissen zu testen. Anlass der Aktion war eine Studie, die vom DRK und dem ADAC durchgeführt wurde. „Wie klappt es bei Ihnen mit der ersten Hilfe?“, wurde gefragt und das Ergebnis gab zu denken. In der Theorie sind die Deutschen gut, aber in der Praxis hapert es gewaltig. Ein guter Grund für den DRK Kreisverband Dieburg, sich der Aktion anzuschließen. Auf dem Marktplatz bekamen die Bürger die Möglichkeit, einen Rettungswagen von innen in Augenschein zu nehmen. Für die Kleinen gab es Teddy Oscar, der auf einer Rettungsliege lag und von den Kindern selber verbunden werden konnte. „So nehmen wir den Kindern die Berührungsängste“, sagte Mehlis. Und die Mutigen konnten sich an einer Puppe den Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) erklären lassen und selbst eine Herzmassage vornehmen.

Dass das Ergebnis der Studie auch auf sie selbst zutrifft, mussten sich die meisten der Personen eingestehen, die sich über die Erste-Hilfe-Maßnahmen am DRK Stand informierten. „Mein letzter Kurs ist über 40 Jahre her“, erinnerte sich eine Besucherin und gab an, sich im Ernstfall zwar zuzutrauen, einen Verletzen in die stabile Seitenlage zu bringen, ansonsten jedoch keine Maßnahmen ausüben zu können.

„Erste Hilfe umfasst ein breites Spektrum – von der Schnittwunde über einen Knochenbruch bis hin zum Schwerverletzen“, sagte Mehlis. Daher standen dem Interessierten auch Spezialisten zur Verfügung, die Auskünfte darüber gaben, wie beispielsweise Erste Hilfe bei Säuglingen und Kindern anzuwenden ist.

„Das Ziel der Aktion ist es, die Bedeutung fachgerechter Hilfe in einem Notfall im Bewusstsein zu verankern“, lautete die Intention der Fachleute des DRK, die auch bei allen Fragen gerne Rede und Antwort standen.

‹ Infos zu Erste-Hilfe-Lehrgängen gibt es unter www.kv-dieburg.drk.de/Angebote/Ausbildung oder telefonisch unter s  06071 963740.

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