Blumen- und Pflanzenbörse

Blühende Landschaften

+
Am Samstag konnten sich Hobbygärtner vorm Dieburger Rathaus mit Blumen, Stauden und Gemüsepflanzen eindecken.

Dieburg - In ein blühendes Gärtnereigelände verwandelte sich am Samstagvormittag der Platz rund ums Rathaus. Der Heimatverein lud zur beliebten Blumen- und Pflanzenbörse ein. Von Ulrike Bernauer 

Dieter Keller und Irene Cepa tragen ein Körbchen mit vielen verschiedenen Pflanzen mit sich. Darin sind Tomaten und Paprika, aber auch Blütenstauden. „Wir kommen jedes Jahr“, sagt Cepa, „ wir haben ein großes Tomatenhaus und kaufen ganz viele Sorten, alles was wir kriegen können.“ Das Ehepaar freut sich über die vielen Sorten, die man sonst nur schwer oder gar nicht erhält.

Die beiden sind selbst noch nicht unter die Züchter gegangen. „Warum sollen wir uns die Arbeit machen, wenn man hier so schöne Pflanzen bekommt?“, meinen sie. Rund 20 Anbieter sind am Samstagvormittag auf den Platz vor dem Rathaus gekommen und bieten ihre überzähligen Pflanzen an. Wobei viele ganz offensichtlich direkt für solche Pflanzenbörsen aussäen. So viele Stauden oder Gemüsepflanzen kann man nicht aus Versehen zu viel haben.

Patricia Wolf-Möchner aus Groß-Zimmern sagt: „Wir stapeln die Pflanzen in Regalen im Garten, wir haben ein kleines Gewächshaus und die Tomaten werden im Wohnzimmer angezogen.“ Auf die Frage warum sie so viele Pflanzen anzieht, antwortet sie: „Weil in den Tüten so viel drin ist.“ Die Groß-Zimmnerin kann nach eigener Aussage von den Sorten „den Hals nicht voll genug bekommen“, deshalb ist sie auf solche Angebote wie in Dieburg angewiesen. „Wir gehen auch noch auf andere Märkte“, sagt sie.

Mehr Hobby- als Berufsgärtner

Markus John betrachtet den Stand interessiert. „Hier gibt es zwar auch Händler, die das kommerziell machen, aber die meisten sind Hobbygärtner und ich kaufe hier gerne meinen Bedarf.“ Der Heimatverein hat zur Börse geladen und die Stände stehen nicht nur vor dem Rathaus, sondern ziehen sich auch entlang des Marktplatzes. Es sind auch viele Kunden gekommen und man sieht schnell, welche Pflanzen gefragt sind. Bei manchem Anbieter sind schon eine Stunde nach Eröffnung des Marktes Lücken im Sortiment zu erkennen. Am Ende sind wohl beide Seiten, Käufer und Verkäufer, zufrieden.

Gisela Knobloch aus Dieburg zieht einen Bollerwagen mit zwei großen Clivien mit sich. „Ich habe die Pflanzen heute verschenkt, insgesamt fünf Stück. Ich teile die Clivien und es ist mir zu viel Arbeit. Deshalb habe ich heute fünf Pflanzen verschenkt, eine habe ich noch, die kann ich wieder teilen.“ So generös wie Knobloch ist aber sonst keiner auf dem Markt, die anderen Anbieter wollen alle Geld für ihre Pflanzen und die viele Arbeit, die sie sich gemacht haben.

Pflanzenaufzucht im Schrebergarten

Helmut Lembke kommt aus Heubach und hat unzählige Pflanzen dabei. „Wir sind heute Abend sicher kaputt“, sagt der Hobbygärtner, „deshalb überlegen wir auch mit der Züchterei aufzuhören.“ In einem Schrebergarten zieht er mit seiner Frau die Pflanzen, aber den beiden wird es einfach zu viel. Die Erde muss gekauft werden, die Töpfe gesammelt und wenn es, wie in den vergangenen Wochen nicht regnet, muss teilweise zwei Mal am Tag gegossen werden. „Wir haben bisher so viel gezüchtet, weil es uns Spaß macht – auch der Verkauf auf den Märkten, wo wir gerne mit den Leuten reden und auch Tipps geben.“ Dennoch überlegt das Paar aufzuhören.

Während die meisten Anbieter ihre Stände mit Stauden, Kräutern oder Gemüsepflanzen bestückt haben, fällt Wilfried Speier aus Groß-Bieberau mit seinem Stand aus der Reihe. Er verkauft nur Rhododendron. „Ich bin 1980 mit dem Virus in Berührung gekommen und der Virus arbeitet an mir bis heute“, sagt der Pflanzenzüchter lachend. Er hat viele verschiedene Sorten dabei und seine Rhododendren sind teilweise schon richtig groß. Die Besonderheit: Mancher Stock trägt verschiedene Zweige mit unterschiedlichen Sorten, so dass sich der Besitzer bei der Blüte an mehreren Farben gleichzeitig erfreuen kann.

Wie werde ich...? Florist/in

Wie werde ich...? Florist/in

Kommentare